• 10.06.2010, 13:50:29
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Wer so verhandelt, sollte besser gar nicht verhandeln

Der Präsident der NÖ Ärztekammer ist erschüttert über das Verhandlungsergebnis mit der SVA

Wien (OTS) - Mit großem Entsetzen reagiert Dr. Christoph Reisner,
Präsident der NÖ Ärztekammer, über das Verhandlungsergebnis zum
Zustandekommen der Einigung zwischen SVA der Gewerblichen Wirtschaft
und Österreichischer Ärztekammer von vergangener Nacht: "Wenn sich
zwei uneinige Vertragspartner doch endlich einigen, gehe ich in
meinem Verständnis von Vertragspartnerschaft davon aus, dass sie sich
aufeinander zu bewegen. Diese Einigung ist jedoch ein deutlicher
Schritt zurück." Statt der strittigen Erhöhung von vier Prozent, über
die man sich bis gestern nicht einig war, bekommt die niedergelassene
Ärzteschaft nach sechs Jahren ohne Inflationsanpassung nun eine
Erhöhung von 0,65 Prozent. "Das aber nicht pro Jahr, sondern bis Ende
2011, was rechnerisch knapp 0,3 Prozent für die Jahre 2010 und 2011
ergibt. Das von der Senkung der Labortarife um 22 Prozent frei
werdende Budget soll für die Zuwendungsmedizin und die klinische
Medizin verwendet werden. Welche Leistungen davon konkret betroffen
sind, ist allerdings noch offen. Ich bin erschüttert über dieses
Ergebnis", so der Ärztekammerpräsident.

Ein Schlag ins Gesicht der Ärzteschaft

Präsident Dr. Reisner, selbst als Wahlarzt tätig, kann sich gut in
jene Kassenärztinnen und -ärzte versetzen, welche sich auf die
vertragsfreie Zeit eingestellt und vorbereitet haben. "Unsere
Ärztinnen und Ärzte haben die vertragsfreie Zeit zum Großteil
mitgetragen, da sie nicht verstehen, dass sie als einzige
Berufsgruppe nie eine adäquate Inflationsabgeltung bekommen. Eine
Expertengruppe hat errechnet, dass der Wert der ärztlichen Leistung
im niedergelassenen Bereich in den vergangenen zehn Jahren um 25
Prozent gesunken ist. Dieser Schritt zurück ist daher ein Schlag ist
Gesicht derer, die sich gut vorbereitet und den Patientinnen und
Patienten die Situation erklärt haben. Ganz abgesehen von dem enormen
finanziellen Aufwand für die Vorbereitungsaktion in den Ordinationen
und auch in den Ärztekammern." Der Großteil der Betroffenen
SVA-Versicherten hat übrigens die Anliegen der Ärzteschaft sehr gut
verstanden. "Ärztliche Leistung ist etwas wert und sollte auch
entsprechend honoriert werden. Viele Patientinnen und Patienten haben
sich sogar gewundert, wie wenig sie bezahlen müssen", bestätigt
Präsident Dr. Reisner.

Wer so verhandelt, sollte besser gar nicht verhandeln

Präsident Dr. Reisner verlangt von den verantwortlichen
Ärztekammerfunktionären ab sofort eine komplette Änderung der
Einstellung zu Vertragsfragen: "Ich bin entsetzt, dass die
Ärzteschaft so wenig Selbstbewusstsein zeigt und verlange, dass keine
Zeit mehr für Verhandlungen mit solchen Ergebnissen geopfert wird."
Bereits der Abschluss der NÖ Ärztekammer mit der NÖ
Gebietskrankenkasse Ende vergangenen Jahres hatte eigentlich kein
"Verhandlungsergebnis" erbracht, sondern lediglich ein Ergebnis im
ohnehin vertraglich vorgesehenen automatischen Mindestausmaß. "Dafür
hätte man aber nicht verhandeln müssen. Bei solchen Resultaten ist es
besser, man akzeptiert einfach sang- und klanglos das Angebot der
Gegenseite", bringt Präsident Dr. Reisner seinen Ärger zum Ausdruck.

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Ärztekammer für Niederösterreich
Michael Dihlmann
Tel.: 0664/144 98 94
mailto:[email protected]
www.arztnoe.at

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