- 10.06.2010, 09:00:17
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Kinder im Auto: Eltern unterschätzen Sicherheitsrisiken dramatisch
Wien (OTS) - 70 Prozent der Eltern lassen ihre Kinder selbst
darüber entscheiden, wie sie sich im Auto sichern - mit oftmals
dramatischen Folgen, wie die Ergebnisse einer aktuellen Allianz
Studie sowie Erkenntnisse neuester Crash-Tests des Allianz Zentrums
für Technik zeigen. Eine stärkere Bewusstseinsbildung sei die beste
Basis für Prävention, so die Allianz.
Die Zahl der Todesfälle von Kindern im österreichischen
Straßenverkehr steigt: Laut Statistik Austria kamen im letzten Jahr
15 Kinder ums Leben, sechs davon als Pkw-Insassen. Die Anzahl der
verletzten Kinder im Auto ist mit 1.327 immer noch auf hohem Niveau.
"Alle sechs Stunden verletzt sich ein Kind im Auto als Pkw-Insasse.
Es besteht akuter Handlungsbedarf", alarmiert Dr. Johann Oswald,
Vorstand der Allianz Gruppe in Österreich.
Eltern delegieren Verantwortung an Kinder
Handlungsbedarf gäbe es vor allem bei der Bewusstseinsbildung
österreichischer Eltern, wie eine repräsentative Umfrage der Allianz
zeigt: Zielgruppe waren Eltern von Kindern im Alter zwischen 6 und 14
Jahren, da in dieser Altersgruppe die Sicherung des Kindes als
Schwerpunktproblem gilt. Dabei traten alarmierende Ergebnisse zu
Tage: Rund 80 Prozent der Eltern fühlen sich über die gesetzlichen
Bestimmungen zur Kindersicherung im Auto gut informiert, nur 5
Prozent fühlen sich nicht gut informiert. Im internationalen
Vergleich schätzen sich die österreichischen Eltern als
Informationskaiser ein, deutlich besser als die Deutschen (70
Prozent) bzw. die Schweizer (68 Prozent). Bei der Umsetzung jedoch
lassen sie offenbar ihren Kindern den Vortritt: 70 Prozent der Eltern
überlassen die Sicherung im Auto ihrem Kind, nur in 30 Prozent der
Familien wird das Kind von einem Erwachsenen gesichert. Mehr als 80
Prozent jener, die ihr Kind selbst sichern, tun dies bei jedem
gefahrenen Meter - aber jedes fünfte Kind ist bei kurzen Strecken
nicht gesichert. 55,1 Prozent der Eltern sind überzeugt, dass Kinder
schon im Volksschulalter über richtige Sicherung im Auto Bescheid
wissen, 22,8 Prozent trauen dies Kindern sogar schon im
Kindergartenalter zu.
Wissenskluft bei Eltern: 40 Prozent der Kinder falsch gesichert
Diese Zahlen scheinen die Ergebnisse einer Erhebung des ÖAMTC zu
Beginn dieses Jahres zu stützen, die ergab, dass vierzig Prozent
aller Kinder falsch oder gar nicht gesichert sind: "Sieben von zehn
Österreichern überlassen die Sicherung ihren Kindern. Die Folge: Nur
sechs von zehn Kindern sind richtig gesichert. Diese Fehleinschätzung
der Eltern ist auf mangelndes Bewusstsein zurückzuführen",
interpretiert Oswald die Ergebnisse der Studie. "Es gibt Expertise in
Sachen Prävention sowie auf den individuellen Bedarf des Kindes
ausgerichtete Kindersitze. Die größte Gefahr für Kindersicherheit im
Auto sind die Eltern", so Oswald.
Sicherheitsgurt allein oft nicht ausreichend
Um diese in der Studie deutlich ableitbaren Wissenslücken zu
schließen, setzt die Allianz auf stärkere Bewusstseinsbildung und
Prävention. Einer der häufigsten Fehler sei die Annahme, dass allein
das Anlegen des Sicherheitsgurtes Sicherheit bringe: "Für Kinder
unter einer bestimmten Körpergröße ist der Sicherheitsgurt allein
keine geeignete Sicherungsmaßnahme", erklärt Carsten Reinkemeyer,
Experte am Allianz Zentrum für Technik in München, und ergänzt: "Wer
sein Kind richtig sichern will, sollte auf das Wissen von Experten
zurückgreifen."
Crash-Tests mit alarmierenden Ergebnissen
Als weitere Fehlerquellen charakterisiert Reinkemeyer den
fehlerhaften Einbau des Kindersitzes sowie Fehler beim Anlegen des
Sicherheitsgurtes. Hier sei zu beobachten, dass Fahrzeuggurte nicht
gestrafft, auf falsche Schulterhöhe eingestellt bzw. im Sitz verdreht
werden und der Beckengurt nicht in Führungshilfen liegt. Wer sein
Kind falsch sichert, riskiert schwere Verletzungen im Bauch- und
Halsbereich, wie die Crash-Tests zeigen.
Tipps zur Prävention
Die Allianz rät daher, Sicherheit zur Chef-Sache zu machen und
nimmt Eltern in die Verantwortung, sowohl bei der Anschaffung von
altersgerechten Rückhaltesystemen als auch bei der tatsächlichen
Sicherung bei jedem gefahrenen Meter. "Befördern Sie Kinder, die
unter 150 cm groß sind, auch bei kurzen Fahrten immer nur in
altersgerechten Rückhaltesystemen. Achten Sie besonders darauf, dass
der Gurt eng am Körper des Kindes anliegt und auf den richtigen
Gurtverlauf an Schulter und Becken. Bei Sitzerhöhungen muss der Gurt
unter den Hörnchen durchlaufen. Ziehen Sie den Gurt immer straff", so
Reinkemeyer.
Auch der Gesetzgeber setzt auf Prävention: Dieser sieht vor, dass
Kinder bis zu 150 cm Körpergröße mit geeigneten
Kinderrückhaltesystemen gesichert werden müssen. Bei Nichtbeachtung
der Vorschriften zur Kindersicherung wird der Fahrer mit einer
Vormerkung im Führerschein-Register erfasst - und bereits bei der
dritten Übertretung innerhalb von zwei Jahren kann der Führerschein
weg sein! Wer für mitfahrende Kinder nicht Kindersitze verwendet, die
mindestens der Norm ECE 44.03 entsprechen, widersetzt sich der seit
2007 geltenden Regelung des Kraftfahrzeuggesetzes (KFG) und riskiert
außerdem eine Geldstrafe von bis zu 5.000 Euro.
Oswald appelliert an die Eltern: "Bei allem Vertrauen in die Kinder:
Übernehmen Sie in Sachen Kindersicherheit im Auto Verantwortung und
sichern Sie Ihre Kinder selbst."
Downloads im Internet unter
http://www.unternehmen.allianz.at/presse/news/
- Pressemeldung als PDF
- Foto: Dr. Johann Oswald ((C) Allianz) - Abdruck honorarfrei
- Foto: Carsten Reinkemeyer ((C) Allianz) - Abdruck honorarfrei
- Charts als PDF
- Crash-Test-Videos
Rückfragehinweis:
Dr. Marita Roloff Unternehmenskommunikation Allianz Gruppe in Österreich Hietzinger Kai 101-105, 1130 Wien Tel: 01/878 07 - 80690, Fax: - 40261 E-Mail: [email protected] Internet: www.allianz.at
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