• 04.06.2010, 09:41:03
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Erster Österreichischer Patientenbericht Rheumatoide Arthritis

Wien (OTS) - Rheumatoide Arthritis (rA) gilt als häufigste
entzündliche Erkrankung des rheumatischen Formenkreises. Rund 62.500
(1) Österreicher sind derzeit davon betroffen. Dennoch wird der
Krankheit in der Bevölkerung noch immer ein zu geringer Stellenwert
eingeräumt. Der "Tag des Rheumakranken", der heuer am 12. Juni
stattfindet, ist eine wichtige Initiative für mehr Aufklärung und
Verständnis für die Erkrankung in der Öffentlichkeit. Laut Erstem
Österreichischem Patientenbericht Rheumatoide Arthritis 2009 wünschen
sich 48 Prozent der befragten Patienten mehr Akzeptanz und Respekt
von ihren Mitmenschen. +++

Rheumatoide Arthritis als systemische Autoimmunerkrankung verläuft
individuell unterschiedlich, bei der überwiegenden Mehrheit der
Betroffenen jedoch fortschreitend und chronisch. Unbehandelt mündet
sie häufig in einer funktionellen Behinderung und einer ausgeprägten
Gelenkszerstörung. Alltägliche Bewegungen wie Zähneputzen, Schuhe
binden, ein Butterbrot streichen, die Haustüre hinter sich zusperren
oder zur Arbeit gehen, fallen zunehmend schwerer. Dies beeinflusst
nicht nur das soziale, sondern auch das berufliche Leben der
Patienten gravierend und vermindert folglich ihre Lebensqualität. So
berichten 59 Prozent der Befragten, dass es ihnen mit der Erkrankung
eher gut geht, während sich das Leben für rund 24 Prozent der
befragten Patienten beschwerlich gestaltet. Selbst für einfachste
Tätigkeiten muss fremde Hilfe, sei es von Familienmitgliedern oder
externen sozialen Diensten, in Anspruch genommen werden. Unbehandelt
schreitet die rheumatoide Arthritis meist sehr schnell voran und kann
zu irreparablen Spätfolgen führen. "Ohne adäquate Therapie leiden die
Patienten an starken Schmerzen und etablieren im Krankheitsverlauf
schwere Gelenksdestruktionen, die bis zur Invalidität führen",
streicht Univ.-Prof. DDr. Manfred Herold die Gefahren der
rheumatoiden Arthritis hervor.

Oft vergeht kostbare Zeit, bis Patienten die richtige Diagnose
erhalten

Starke und chronische Schmerzen sind das Hauptsymptom der
rheumatoiden Arthritis. Schmerzen sind jedoch ein allgemeines Symptom
bei Beschwerden des Bewegungsapparates, was wiederum die Diagnose
erschwert. Dies spiegelt sich auch in den Ergebnissen des Ersten
Österreichischen Patientenberichts wider. So dauert es rund zwei
Jahre vom ersten Symptom bis zum Beginn einer adäquaten Therapie.
Dabei kommt den Allgemeinmedizinern bei der Interpretation der
Erstsymptome der rheumatoiden Arthritis eine wesentliche Bedeutung
zu. Sie sind für viele Patienten die erste Ansprechstelle und in
weiterer Folge die wichtigste Informationsquelle. Die Diagnose selbst
wird größtenteils durch einen Facharzt gestellt. "Ärzte für
Allgemeinmedizin sind die primäre Beratungsstelle bei Erstsymptomen
der rheumatoiden Arthritis. Wir spielen in der Erkennung und
Auslegung der Symptome eine entscheidende Rolle. Ausbildungen für
Allgemeinmediziner müssen intensiviert werden, damit sie lernen, die
Erstsymptome richtig zu diagnostizieren", betont Dr. Erwin Rebhandl
die zentrale Stellung der Allgemeinmediziner. Dies deutet weiter auf
den Wunsch der befragten Patienten hin, dass der Hausarzt gut
informiert sein und eng mit Fachärzten kooperieren sollte, um eine
optimale Therapie zu gewährleisten. Die gute Zusammenarbeit zwischen
Facharzt und Allgemeinmediziner ist im Sinne des Patienten
essentiell.

Vom Krankenstand in die Berufsunfähigkeit

Innerhalb der EU sind entzündliche Erkrankungen des
Bewegungsapparates, wie die rheumatoide Arthritis, schon jetzt
Ursache Nummer eins für Frühpensionierungen, Invaliditätsrenten und
Arbeitsplatzverluste (2). Bereits in den ersten Jahren der Erkrankung
kommt es zu einschneidenden sozialen Veränderungen wie eingeschränkte
Mobilität, einer meist damit verbundenen Veränderung des beruflichen
Status und folglich Einkommensverlusten. Innerhalb von 6,5 Jahren
sind bis zu 40 Prozent der Patienten nicht mehr fähig ihren Beruf
weiter auszuüben. Das bestätigen auch die Ergebnisse des
Patientenberichts. Rund 14 Prozent der Befragten geben an, durch die
Erkrankung ihren Arbeitsplatz verloren zu haben und weitere 24
Prozent sind aufgrund ihrer Erkrankung in Frühpension. Umso wichtiger
ist in der Behandlung der rheumatoiden Arthritis ein früher
Therapiebeginn mit geeigneten Medikamenten. "Gerade bei einer
Erkrankung mit so großen individuellen und volkswirtschaftlichen
Auswirkungen sollten alle neuen Erkenntnisse,
medizinisch-wissenschaftliche und pharma-ökonomische, frühzeitig
Eingang in die Therapieplanung finden. Rheumatoide Arthritis ist zwar
nicht heilbar, aber bei frühzeitiger Diagnose und raschem
Therapiebeginn innerhalb des "Window of Opportunity" in den ersten
drei Monaten nach Krankheitsbeginn gut behandelbar", hebt Prim. Dr.
Burkhard Leeb, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für
Rheumatologie und Rehabilitation, die weitreichende Bedeutung eines
rechtzeitigen Therapiebeginns hervor. Bei der Behandlung werden
anfänglich in der Regel eine Schmerztherapie und eine
immunmodulierende Basistherapie eingesetzt. Spricht der Patient nicht
auf diese Basistherapie an, sollte bereits in Erwägung gezogen
werden, auf ein Biologikum umzusteigen. Biologika sind
biotechnologisch hergestellte Medikamente, die im Autoimmunsystem
dort ansetzen, wo die Krankheit entsteht. In der Bevölkerung gilt
rheumatoide Arthritis noch immer als eine Krankheit des Alters.
Vergessen bleibt dabei, dass auch sehr viele Kinder und Jugendliche
davon betroffen sind. "Schmerzen und Entzündungen kann man heute
mithilfe geeigneter Therapien gut in den Griff bekommen. Mit Ergo-
und Physiotherapie, Basistherapeutika sowie dem Einsatz moderner
Medikamente kann die Situation der Betroffenen erheblich verbessert
und deren Lebensqualität signifikant erhöht werden", erklärt Dr.
Robin Rumler, Geschäftsführer von Pfizer Austria. "In den
vergangenen Jahren hat es dahingehend viele revolutionäre
Entwicklungen gegeben", befürwortet Daniela Loisl von der
Österreichischen Rheumaliga die Verwendung von Biologika. Dennoch
zeigen die Ergebnisse des Patientenberichtes, dass es im Einsatz von
individuell passenden und wirksamen Therapien Handlungsbedarf gibt,
denn immer noch vergeht zuviel Zeit, bis die Patienten eine optimale
Behandlung mit entsprechenden Medikamenten erhalten.

Krankheit wird nach wie vor verharmlost

In unserer Gesellschaft ist rheumatoide Arthritis nach wie vor
eine Krankheit, die vorwiegend ältere Leute betrifft. Deswegen wird
auch kein unmittelbarer Handlungsbedarf gesehen. Sowohl in der
Öffentlichkeit als auch von Patienten wird die rheumatoide Arthritis
oft verharmlost und nicht als Gefahr ernst genommen. So ist es 48
Prozent der Betroffenen ein Anliegen, dass der Krankheit in der
Öffentlichkeit ein höherer Stellenwert beigemessen und den Patienten
mehr Respekt und Toleranz entgegengebracht wird. Weiters ist es für
die Befragten wichtig, von Vertretern öffentlicher Einrichtungen wie
beispielsweise Amtsärzten, Chefärzten oder Sozialämtern mehr
Verständnis für ihre Erkrankung zu erfahren.

Die Initiative Österreichischer Patientenbericht

PERI Consulting initiierte das neuartige Projekt "Österreichischer
Patientenbericht" im Jahr 2005. Ziel ist es, den österreichischen
Patienten eine Stimme zu verleihen, mit der sie ihre subjektiv
erlebten Wünsche und Bedürfnisse in Bezug auf ihr Leiden äußern
können. Durch anonymisierte Patientenumfragen zu verschiedenen
chronischen Erkrankungen, die bundesweit durchgeführt werden, sollen
die Anliegen von Patienten eruiert, Optimierungspotenziale im
österreichischen Gesundheitssystem erhoben und die Ergebnisse den
zentralen Akteuren und Entscheidungsträgern des Gesundheitswesens
übermittelt werden. Speziell chronisch kranke Patienten haben oft ein
genaues Bild davon, wie sie mit ihrer Krankheit leben und umgehen
wollen und was sie sich von einem solidarischen Gesundheitssystem
erwarten. "Uns von PERI Consulting ist es wichtig, den Patienten die
Möglichkeit zu geben, ihre Wünsche, Bedürfnisse und Anliegen
auszudrücken und diese als Grundlage dafür zu nehmen, Impulse zur
Verbesserung des österreichischen Gesundheitssystems zu setzen", so
Mag. Hanns Kratzer, Geschäftsführer von PERI Consulting über dieses
Projekt. Weitere Informationen zu den Zielen und Ergebnissen des
Patientenberichts finden Sie auf der Homepage
www.patientenbericht.at.

Über Pfizer Corporation Austria

Pfizer Corporation Austria ist die österreichische Niederlassung
von Pfizer Inc., des weltweit größten biopharmazeutischen
Unternehmens. Pfizer ist heute in über 150 Ländern mit
Niederlassungen präsent und erforscht, entwickelt, produziert und
vermarktet verschreibungspflichtige Medikamente für Mensch und Tier.
Pfizer Inc. investiert mehr als US$7 Milliarden jährlich in Forschung
und Entwicklung innovativer, lebensrettender und die Lebensqualität
verbessernder Medikamente der verschiedensten therapeutischen
Bereiche wie Herz-Kreislauf, Infektionskrankheiten, Neurologie,
Onkologie, Augenheilkunde, Urologie und Atemwegserkrankungen. Pfizer
Corporation Austria ist ein wichtiger Partner der medizinischen
Forschung und Entwicklung in Österreich.

Pfizer ist das weltweit führende Pharmaunternehmen. Unser Ziel ist
es, Menschen und Tieren ein längeres, gesünderes und zufriedeneres
Leben zu ermöglichen.

Die in diesem Pressetext verwendeten Personen- und
Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in
einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide
Geschlechter bezogen.

(1) Berechnung lt. Statistik Austria X/2007; angenommene Prävalenz
0,75%/Prävalenz 0,5 - 1%. Rheumatologie in Kürze, Hrsg.: Villinger P,
Seitz M, S. 572006, Thieme Verlag

(2) Woolf, Anthony D. (2007): Musculoskeletal Conditions. In:
Europäische Kommission / Task Force on Major and Chronic Diseases
(TFMCD) (2007): Major and Chronic Diseases Report 2007, S.27.

Rückfragehinweis:
Welldone Werbeagentur GmbH
Mag. Elisabeth Kranawetvogel | Public Relations
Lazarettgasse 19/4. OG, 1090 Wien
Tel.: 01/402 13 41-40 | e-Mail: [email protected]

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