• 04.06.2010, 08:00:13
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Internet Ombudsmann Jahresbericht 2009 und Trends 2010: 2009 Rekordjahr bei Online-Betrügern - mehr als 10.000 Beschwerden - BILD

Die häufigsten Gründe für Beschwerden von Online-Konsumenten beim Internet Ombudsmann im Jahr 2009: Probleme rund um Verträge und Vertragsrücktritte (81,9 Prozent) - auch vermeintliche "Gratis"-Angebote gehören dazu, Lieferprobleme wie verspätete Lieferung (7,3 Prozent), falsche Preisangaben bzw. überraschende Zusatzkosten (2,6 Prozent).

Wien (OTS) - Im Jahr 2009 bearbeitete der Internet Ombudsmann
erstmals mehr als 10.000 Beschwerden von Online-Konsumenten. Das geht
aus dem soeben präsentierten Jahresbericht der größten
Onlineberatungs- und Streitschlichtungsstelle Österreichs hervor.
Gegenüber 2008 bedeutet dies einen Anstieg von 36 Prozent. Und dieser
Trend hält weiter an, wie die Zahlen des ersten Quartals 2010 zeigen.
Rund drei Viertel aller Beschwerden gehen weiterhin im Zusammenhang
mit vermeintlichen "Gratis"-Angeboten im Internet ein. Knapp 90
Prozent aller Beschwerden können zu Gunsten des Konsumenten gelöst
werden.

Einkaufen im Internet wird immer unkomplizierter und
selbstverständlicher. Bereits mehr als die Hälfte aller Österreicher
ab 14 Jahren hat schon im Internet eingekauft. Die zunehmende
Beliebtheit des Online-Shoppings nützen aber auch immer häufiger
schwarze Schafe unter den Anbietern, die auf Kosten unvorsichtiger
Konsumenten verdienen wollen. Vielen Internet- bzw.
E-Commerce-Einsteigern fehlt auch das Wissen um mögliche Fallen beim
Online-Einkaufen. Zugleich mit dem Siegeszug des Online-Shoppings
wächst daher auch die Anzahl der Beschwerden. Das zeigt der aktuelle
Jahresbericht des Internet Ombudsmann für 2009 auf.

2009 wurden 10.009 Beschwerden bearbeitet

Insgesamt 10.009 Beschwerdefälle wurden 2009 beim Internet
Ombudsmann (http://www.ombudsmann.at ) mit der Bitte um Unterstützung
und außergerichtliche Streitschlichtung gemeldet. In 88 Prozent aller
Fälle gelingt dies den Experten des Internet Ombudsmann auch.
Insgesamt löste das Ombudsmann-Team im Jahr 2009 so Streitfälle im
Wert von 853.000 Euro. Mit 107 Euro war die durchschnittliche
Schadenshöhe pro Beschwerde im Jahr 2009 etwas niedriger als im Jahr
davor (2008: 151 Euro pro Fall).

Die meisten Beschwerden betrafen Probleme rund um Verträge und
Vertragsrücktritte (81,9 Prozent). In diese Kategorie fallen auch
vermeintliche "Gratis"-Angebote, die rund 75 Prozent der
Gesamtbeschwerden ausmachten. Lieferprobleme (verspätete Lieferung,
Lieferverweigerung) sind der zweithäufigste Beschwerdegrund mit 7,3
Prozent, gefolgt von falschen Preisangaben bzw. überraschenden
Zusatzkosten mit 2,6 Prozent.

"Die neuen Zahlen belegen wiederum eindrucksvoll, wie wichtig es
ist, dass es mit dem Internet Ombudsmann eine auf E-Commerce
spezialisierte Beratungs- und Streitschlichtungsstelle gibt, die
Konsumenten bei Problemen kostenlos und unkompliziert weiter hilft",
so Bernhard Jungwirth, Projektleiter Internet Ombudsmann.

Unerfreulicher Trend setzt sich im ersten Quartal 2010 fort: mehr als
1.000 Beschwerden in einem Monat

Auch im ersten Quartal 2010 stieg die Anzahl der beim Internet
Ombudsmann gemeldeten Probleme weiter stark an. Deutlich mehr als
1.000 Beschwerden muss der Internet Ombudsmann mittlerweile jeden
Monat bewältigen. Im gesamten ersten Quartal waren es mit 3.649
Beschwerden um 32 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des
Vorjahres (1. Quartal 2009: 2.757 Beschwerden).

Auch bei den 2010 bisher gemeldeten Beschwerdefällen führen
vermeintliche "Gratis"-Angebote im Internet vor Problemen mit dem
Vertragsrücktritt. "Leider tappen trotz der Informationsarbeit des
Internet Ombudsmann viele ahnungslose Konsumenten in diese Falle.
Nach wie vor tauchen immer wieder neue Unternehmen auf, die mit
dieser Masche ihr Unwesen treiben", bestätigt Jungwirth.

Die Tricks der Online-Betrüger mit vermeintlichen "Gratis"-Angeboten

Der Trick der Betrüger ist meist ähnlich: Eine attraktiv
gestaltete Website bietet angeblich Gratis-Download von Software,
Adressen für Fabrikverkauf, Routenplaner, Hausaufgaben etc. an. Die
Kostenhinweise werden von den Anbietern mehr oder weniger versteckt.
Der Konsument registriert sich bereitwillig, um das vermeintliche
"Gratis"-Angebot nutzen zu können. Einige Wochen später folgt dann
die böse Überraschung: Eine Rechnung flattert ins Haus und für den
Fall, dass man eine Zahlung ablehnt wird sofort mit Inkassobüro und
Rechtsanwalt gedroht. Viele lassen sich von den Drohungen
einschüchtern und bezahlen - unnötigerweise! Sogar Personen, die die
Website niemals besucht haben, können von den Zahlungsaufforderungen
betroffen sein.

Im vergangenen Jahr betraf die häufigste Betrugs-Masche
kostenpflichtige Download-Angebote von eigentlich kostenloser
Software (z.B. OpenOffice, Adobe Reader, Firefox). Auf der Hitliste
der Beschwerdeverursacher belegen solche Internetangebote die ersten
drei Plätze.

"Gerade bei 'Gratis'-Angeboten, die eine Registrierung mit Name
und Adresse erfordern, sollte man misstrauisch sein. Denn auch im
Internet hat niemand etwas zu verschenken. Wer unsicher ist, ob er es
mit einem seriösen Anbieter zu tun hat, kann sich jederzeit beim
Ombudsmann-Team erkundigen", so Jungwirth.

Als Orientierungshilfe und um weiteren Schaden zu verhindern führt
der Internet Ombudsmann eine eigene Watchlist verdächtiger Domains
bzw. Betreiber, die regelmäßig ausgebaut und aktualisiert wird. Auf
http://www.ombudsmann.at finden Hilfesuchende neben der Watchlist der
"schwarzen Schafe" unter den Online-Anbietern auch Musterbriefe für
den Rücktritt von solchen Angeboten und Tipps zu anderen häufigen
Problemen.

Internet Ombudsmann - Konsumentenschutz seit mehr als 10 Jahren

In den mehr als 10 Jahren ihres Bestehens hat die
außergerichtliche Streitschlichtungsstelle Internet Ombudsmann nicht
nur tausenden Konsumentinnen und Konsumenten geholfen, sondern auch
die öffentliche Hand und die Gerichte massiv entlastet.

Bundesminister Hundstorfer zur Bedeutung des Internet Ombudsmann
für den Konsumentenschutz in Österreich: "Der Internet Ombudsmann hat
heute einen festen Platz im österreichischen Konsumentenschutz. Das
konkrete Angebot des Vereins zur Unterstützung eines
konsumentenfreundlichen E-Commerce kann für andere Einrichtungen in
Europa Vorbild sein. Das Datenmaterial des Internet Ombudsmann
leistet dem Konsumentenschutzministerium immer wieder einen
gewichtigen Beitrag bei rechtlichen Forderungen im Bereich
Fernabsatzrecht, wie z.B. bei den Verhandlungen zur
Verbraucherrechte-Richtlinie."

Download des Jahresberichts 2009 des Internet Ombudsmann unter:
http://www.ombudsmann.at

Die Grafik zum Pressetext können Sie hier auch als pdf downloaden:
http://www.ots.at/redirect/Beschwerdegruende_2009

Über den Internet Ombudsmann

Der Internet Ombudsmann ist eine von der EU-Kommission anerkannte
außergerichtliche Streitschlichtungsstelle und wird vom
Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz sowie
von der Bundesarbeitskammer gefördert. Die außergerichtliche
Streitschlichtung durch den Internet Ombudsmann ist für alle
beteiligten Parteien kostenlos. Meldung von Beschwerde-Fällen oder
allgemeine Anfragen zu E-Commerce-Themen an den Internet Ombudsmann
unter http://www.ombudsmann.at .

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
ÖIAT
Mag. Bernhard Jungwirth
Tel: +43-1-595 2112
E-Mail: [email protected]
http://www.oiat.at

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