Zürcher Erklärung zum Lehrermangel

Wien (OTS) - Der massive Lehrermangel, der in allen Ländern des deutschsprachigen Raumes erkennbar ist und sich zunehmend verschärft, stand im Mittelpunkt des Treffens der Lehrerverbände LCH (Schweiz), ASM (Südtirol), GÖD (Österreich) und VBE (Deutschland) am 31. Mai 2010 in Zürich. Die Arbeitgeber in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz verschleiern den Notstand, indem sie eindeutige Angaben zum tatsächlichen Lehrerbedarf schuldig bleiben und zugleich in hektischer Weise Notmaßnahmen ergreifen. Sie stellen z.B. immer mehr nicht adäquat ausgebildete Kräfte in den Schuldienst ein. Dass, was gegenüber der Öffentlichkeit als Notmaßnahme deklariert wird, droht zunehmend die Regel zu werden. Ungenügend qualifizierte Stellenbesetzungen beschädigen die Qualität der pädagogischen Arbeit. Stattdessen sollte nach Auffassung der Lehrerorganisationen die Attraktivität des Lehrerberufs nachhaltig erhöht werden.

Die Lehrerverbände GÖD, LCH und VBE haben deshalb beschlossen, sich noch enger zu vernetzen, um den desolaten Zustand der Lehrerversorgung im deutschsprachigen Raum offen legen zu können. Die Lehrerverbände verwahren sich dagegen, dass die angeblichen Notmaßnahmen immer mehr zur Regel werden. GÖD, LCH und VBE fordern:
Die Aufnahme von Seiteneinsteigern in den Schuldienst muss der Verantwortung gegenüber den Schülerinnen und Schülern, der Qualität des Unterrichts und des Anspruches an die Lehrerprofession gerecht werden. Deshalb muss eine entsprechende pädagogische Qualifizierung erfolgen, die durch die Arbeitgeber in den Ländern bzw. Kantonen zu garantieren ist. Davon unberührt bleibt die Verantwortung der Arbeitgeber, die Attraktivität des Lehrerberufs zu stärken. Ausbildung, Bezahlung und Arbeitsbedingungen der Lehrerinnen und Lehrer müssen dem hohen professionellen Anspruch, den die Gesellschaft mit Recht stellt, adäquat gestaltet werden. Denn:
Qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer sind ein Eckpfeiler der Demokratie und prosperierender Volkswirtschaften.

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