- 02.06.2010, 15:55:24
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Zürcher Erklärung zum Lehrermangel
Wien (OTS) - Der massive Lehrermangel, der in allen Ländern des
deutschsprachigen Raumes erkennbar ist und sich zunehmend verschärft,
stand im Mittelpunkt des Treffens der Lehrerverbände LCH (Schweiz),
ASM (Südtirol), GÖD (Österreich) und VBE (Deutschland) am 31. Mai
2010 in Zürich. Die Arbeitgeber in Deutschland, in Österreich und in
der Schweiz verschleiern den Notstand, indem sie eindeutige Angaben
zum tatsächlichen Lehrerbedarf schuldig bleiben und zugleich in
hektischer Weise Notmaßnahmen ergreifen. Sie stellen z.B. immer mehr
nicht adäquat ausgebildete Kräfte in den Schuldienst ein. Dass, was
gegenüber der Öffentlichkeit als Notmaßnahme deklariert wird, droht
zunehmend die Regel zu werden. Ungenügend qualifizierte
Stellenbesetzungen beschädigen die Qualität der pädagogischen Arbeit.
Stattdessen sollte nach Auffassung der Lehrerorganisationen die
Attraktivität des Lehrerberufs nachhaltig erhöht werden.
Die Lehrerverbände GÖD, LCH und VBE haben deshalb beschlossen,
sich noch enger zu vernetzen, um den desolaten Zustand der
Lehrerversorgung im deutschsprachigen Raum offen legen zu können. Die
Lehrerverbände verwahren sich dagegen, dass die angeblichen
Notmaßnahmen immer mehr zur Regel werden. GÖD, LCH und VBE fordern:
Die Aufnahme von Seiteneinsteigern in den Schuldienst muss der
Verantwortung gegenüber den Schülerinnen und Schülern, der Qualität
des Unterrichts und des Anspruches an die Lehrerprofession gerecht
werden. Deshalb muss eine entsprechende pädagogische Qualifizierung
erfolgen, die durch die Arbeitgeber in den Ländern bzw. Kantonen zu
garantieren ist. Davon unberührt bleibt die Verantwortung der
Arbeitgeber, die Attraktivität des Lehrerberufs zu stärken.
Ausbildung, Bezahlung und Arbeitsbedingungen der Lehrerinnen und
Lehrer müssen dem hohen professionellen Anspruch, den die
Gesellschaft mit Recht stellt, adäquat gestaltet werden. Denn:
Qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer sind ein Eckpfeiler der
Demokratie und prosperierender Volkswirtschaften.
Rückfragehinweis:
APS, Walter Riegler, Handy: 0664/403 94 73
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