• 02.06.2010, 13:16:14
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Medizinische Versorgung der SVA Patienten funktioniert problemlos

NÖ Ärzte helfen sozial Schwächeren beim Ansuchen auf Arztkostenvorschuss - besser wäre ein Verzicht der SVA auf den Selbstbehalt

Wien (OTS) - "Wir haben den vertragslosen Zustand nicht
herausgefordert, aber da die SVA wortbrüchig war und ein bereits
verhandelte Ergebnis in ihren Gremien nicht umsetzen konnte, mussten
wir reagieren", erklärt der Präsident der NÖ Ärztekammer, OA Dr.
Christoph Reisner, wie es zur momentanen Situation gekommen ist. "Die
Rückmeldungen des ersten Tages der vertragsfreien Zeit zeigen
deutlich, die Ärzte kümmern sich selbstverständlich wie bisher um
ihre Patienten. Kein SVA Patient muss sich um seine medizinische
Versorgung Sorgen machen."

Dr. Johann Jäger, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte und
selbst Allgemeinmediziner im Waldviertel, geht noch einen Schritt
weiter: "In meiner Ordination gibt es natürlich auch sozial
schwächere SVA Patienten. Ihnen helfen wir gerne beim Ausfüllen des
Antrages auf Arztkostenvorschuss." Damit bekommen Patienten die
voraussichtlichen Arztkosten zwar vorgestreckt, allerdings mit großem
administrativen Aufwand. Unverständlicher, dass die SVA nicht einmal
in dieser Situation soziale Größe und soziales Engagement für ihre
Patienten zeigt und in sozialen Härtefällen den Selbstbehalt
unbürokratisch erlässt.

Kein Stecken der e-card ohne Gesamtvertrag

Völlig unverständlich ist die Aufforderung der SVA an ihre
Patienten, von den Ärzten das Stecken der e-card zu verlangen.
Selbstverständlich ist das Stecken der e-card während einer
vertragsfreien Zeit, also solange es keinen Gesamtvertrag gibt,
abzulehnen. Die Behandlung wird wie bei einem Wahlarzt per
Honorarnote abgerechnet. Zahlreiche niedergelassene Ärzte berichten,
dass ihre SVA Patienten Verständnis für die Ärzteschaft zeigen und
verlangen von ihrer Versicherung ein Abgehen der starren Sichtweise.
Immerhin müssen die Patienten weiterhin gleich hohe
Krankenversicherungsbeiträge bezahlen.

Letzte Erhöhung der ärztlichen Honorare liegt sieben Jahre zurück

"Es gibt wohl kaum eine Berufsgruppe, die ihre letzte
tarifwirksame Erhöhung 2003 erhalten hat. Die SVA Vertragsärztinnen
und -ärzte gehören leider dazu. Und das, obwohl die SVA 2009 in der
Krankenversicherung einen Gewinn von 36,2 Millionen Euro erzielt hat
und für die SVA Pensionisten aus Steuergeldern wesentlich höhere
Zuschüsse bekommt als beispielsweise die Gebietskrankenkassen", ist
Dr. Jäger verärgert.

SVA muss die Verantwortung für ihren Zick-Zack-Kurs selbst tragen

Die SVA bietet einzelnen Ärzten einen Bonus von vier Prozent
Honorarerhöhung an, wenn diese sich gegen ihre Standesvertretung
richten und mit der SVA weiterhin abrechnen. Im Gegenzug werden
andere Leistungen wie beispielsweise die Tarife der Laborfachärzte um
22 Prozent reduziert. Das sind genau die Zahlen der Verhandlungen vom
Herbst, die der Vorstand der SVA damals abgelehnt hat und zu denen
die Österreichische Ärztekammer bis heute steht. Als Inhalt für einen
neuen Gesamtvertrag für alle Vertragsärzte unterschreibt die SVA es
allerdings nicht! "Wenn man sich nicht mehr darauf verlassen kann,
dass ein mit einem Vertragspartner zu Ende verhandeltes Ergebnis
hält, muss dieser die Verantwortung und die Konsequenzen tragen",
meint Präsident Dr. Reisner abschließend. (bj)

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Ärztekammer für Niederösterreich
Mag. Birgit Jung
Tel.: 01/53 751-623
mailto:[email protected]
www.arztnoe.at

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