Medizinische Versorgung der SVA Patienten funktioniert problemlos

NÖ Ärzte helfen sozial Schwächeren beim Ansuchen auf Arztkostenvorschuss - besser wäre ein Verzicht der SVA auf den Selbstbehalt

Wien (OTS) - "Wir haben den vertragslosen Zustand nicht herausgefordert, aber da die SVA wortbrüchig war und ein bereits verhandelte Ergebnis in ihren Gremien nicht umsetzen konnte, mussten wir reagieren", erklärt der Präsident der NÖ Ärztekammer, OA Dr. Christoph Reisner, wie es zur momentanen Situation gekommen ist. "Die Rückmeldungen des ersten Tages der vertragsfreien Zeit zeigen deutlich, die Ärzte kümmern sich selbstverständlich wie bisher um ihre Patienten. Kein SVA Patient muss sich um seine medizinische Versorgung Sorgen machen."

Dr. Johann Jäger, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte und selbst Allgemeinmediziner im Waldviertel, geht noch einen Schritt weiter: "In meiner Ordination gibt es natürlich auch sozial schwächere SVA Patienten. Ihnen helfen wir gerne beim Ausfüllen des Antrages auf Arztkostenvorschuss." Damit bekommen Patienten die voraussichtlichen Arztkosten zwar vorgestreckt, allerdings mit großem administrativen Aufwand. Unverständlicher, dass die SVA nicht einmal in dieser Situation soziale Größe und soziales Engagement für ihre Patienten zeigt und in sozialen Härtefällen den Selbstbehalt unbürokratisch erlässt.

Kein Stecken der e-card ohne Gesamtvertrag

Völlig unverständlich ist die Aufforderung der SVA an ihre Patienten, von den Ärzten das Stecken der e-card zu verlangen. Selbstverständlich ist das Stecken der e-card während einer vertragsfreien Zeit, also solange es keinen Gesamtvertrag gibt, abzulehnen. Die Behandlung wird wie bei einem Wahlarzt per Honorarnote abgerechnet. Zahlreiche niedergelassene Ärzte berichten, dass ihre SVA Patienten Verständnis für die Ärzteschaft zeigen und verlangen von ihrer Versicherung ein Abgehen der starren Sichtweise. Immerhin müssen die Patienten weiterhin gleich hohe Krankenversicherungsbeiträge bezahlen.

Letzte Erhöhung der ärztlichen Honorare liegt sieben Jahre zurück

"Es gibt wohl kaum eine Berufsgruppe, die ihre letzte tarifwirksame Erhöhung 2003 erhalten hat. Die SVA Vertragsärztinnen und -ärzte gehören leider dazu. Und das, obwohl die SVA 2009 in der Krankenversicherung einen Gewinn von 36,2 Millionen Euro erzielt hat und für die SVA Pensionisten aus Steuergeldern wesentlich höhere Zuschüsse bekommt als beispielsweise die Gebietskrankenkassen", ist Dr. Jäger verärgert.

SVA muss die Verantwortung für ihren Zick-Zack-Kurs selbst tragen

Die SVA bietet einzelnen Ärzten einen Bonus von vier Prozent Honorarerhöhung an, wenn diese sich gegen ihre Standesvertretung richten und mit der SVA weiterhin abrechnen. Im Gegenzug werden andere Leistungen wie beispielsweise die Tarife der Laborfachärzte um 22 Prozent reduziert. Das sind genau die Zahlen der Verhandlungen vom Herbst, die der Vorstand der SVA damals abgelehnt hat und zu denen die Österreichische Ärztekammer bis heute steht. Als Inhalt für einen neuen Gesamtvertrag für alle Vertragsärzte unterschreibt die SVA es allerdings nicht! "Wenn man sich nicht mehr darauf verlassen kann, dass ein mit einem Vertragspartner zu Ende verhandeltes Ergebnis hält, muss dieser die Verantwortung und die Konsequenzen tragen", meint Präsident Dr. Reisner abschließend. (bj)

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