• 02.06.2010, 10:07:49
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Österreichische Ophtalmologische Gesellschaft: Viel versprechende neue Therapien der diabetischen Retinopathie

Wien (OTS) - Anlässlich des Tages der Sehbehinderten am 6. Juni
2010 betont die Österreichische Ophtalmologische Gesellschaft die
Wichtigkeit regelmäßiger augenfachärztlicher Untersuchungen bei
bestimmten Patientengruppen. Personen, die über mehrere Jahre an
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) leiden, sind besonders gefährdet,
an einer diabetischen Retinopathie (Netzhautschädigung) zu erkranken.

Diabetische Retinopathie (DR) zählt zu den häufigsten
Erblindungsursachen in Erwachsenenalter. Die Krankheit kann sowohl
bei Typ-1 als auch bei Typ-2 Diabetikern auftreten. Ein dauerhaft
erhöhter Blutzuckerspiegel führt zu einer Schädigung der
Netzhautgefäße. An manchen Stellen entstehen Ausbuchtungen, die
undicht werden können. Durch einen vermehrten Austritt von
Flüssigkeit unter die Netzhaut kommt es zu einem so genannten
Makulaödem. Für den Betroffenen resultiert dies in einer
Beeinträchtigung der Sehschärfe. Im weiteren Krankheitsverlauf
verstopfen auch die kleinsten Gefäße, was zu einem Absterben von
Netzhautgewebe im entsprechenden Versorgungsgebiet führt. Bei der
proliferativen Rethinopathie wachsen die kleinen Blutgefäße innerhalb
der Netzhaut (Retina). Diese wird regelrecht überwuchert und so in
ihrer Funktion beeinträchtigt. Diese schwerwiegendere Entwicklung der
Erkrankung ist wesentlich seltener, kann jedoch bis zur Erblindung
führen. "Die proliferative diabetische Retinopathie gilt daher trotz
verstärkter Therapiestrategien noch immer als eine der häufigsten
Erblindungssachen in der Altersgruppe der 20- bis 60-Jährigen.
Aufgrund der bestehenden Diabetes-Pandemie wird sich die Zahl der
Patienten bis zum Jahr 2030 nahezu verdoppeln", erklärt OA Dr. Simon
Brunner, Facharzt für Augenheilkunde und Optometrie in Wien.

Regelmäßige Augenvorsorgeuntersuchungen für Diabetiker besonders
wichtig

Um eine schwerwiegende Entwicklung der Krankheit zu verhindern,
sollte die Therapie der diabetischen Retinopathie möglichst
frühzeitig einsetzen. Eine gute Einstellung der Blutzuckerwerte ist
hierbei Voraussetzung. Bei Typ-2-Diabetikern sollte der HbA1c-Wert
(Maß für den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel) unter sieben
Prozent liegen. Auch bei Typ-1-Diabetikern ist ein HbA1c-Wert
möglichst nahe am Normbereich wichtig. "Jeder Diabetespatient sollte
eine einmal jährliche Untersuchung des Augenhintergrundes durch einen
Augenfacharzt durchführen lassen. Veränderungen der Netzhaut können
so bereits vor dem Auftreten von Sehbeeinträchtigungen diagnostiziert
und behandelt werden", betont Univ.-Prof. Dr. Susanne Binder,
wissenschaftliche Sekretärin der Österreichischen Ophthalmologischen
Gesellschaft und Vorstand der Augenabteilung am Krankenhaus
Rudolfstiftung, die Wichtigkeit einer regelmäßigen
Vorsorgeuntersuchung.

Innovative Therapiemaßnahmen bei diabetischer Retinopathie

Die so genannte Laserkoagulation ist eine Methode zur Behandlung
einer bestehenden DR. Dabei werden mit Hilfe von gebündeltem Licht
schlecht durchblutete Bereiche und krankhafte Wucherungen im Auge
zerstört. "Diese Therapie kann, zusammen mit guter Blutzucker- und
Blutdruckkontrolle, in etwa 50 Prozent der Krankheitsfälle einen
massiven Sehverlust verhindern", hebt OA Dr. Simon Brunner die
Wirksamkeit dieser Behandlungsmethode hervor. Mittlerweile kommen
bereits computergesteuerte Laser zum Einsatz. Diese arbeiten viel
schonender und rascher und belasten den Patienten weniger. Eine
weitere Form der Behandlung stellt die Netzhaut- und
Glaskörper-Chirurgie dar. Diese Methode bringt erhebliche
Fortschritte in der Behandlung massiver diabetischer
Glaskörperblutungen, bei Netzhautablösungen und diabetischer
Makulaödeme, also der Ansammlung von Flüssigkeit im Bereich des
gelben Flecks.

Ein viel versprechender neuer Ansatz liegt in der Behandlung mit
Medikamenten, die direkt im Glaskörper Anwendung finden. Im Rahmen
laufender Studien werden hier Suspensionen von Cortison und
Antikörpern zur Behandlung bei proliferativer DR mit
Glaskörpereinblutung oder Sekundärglaukom eingesetzt.

Prim. Univ.-Prof. Dr. Günther Grabner, Präsident der
Österreichischen Ophtalmologischen Gesellschaft, merkt abschließend
an: "Das Heimtückische an der diabetischen Retinopathie ist, dass der
Betroffene lange Zeit keine Symptome merkt. Sehstörungen treten erst
auf, wenn die DR bereits fortgeschritten ist. Das Risiko, an einer DR
zu erkranken, lässt sich deutlich senken, wenn Blutzucker und
Blutdruck langfristig gut eingestellt sind. Darum sollten Diabetiker,
auch wenn sie keine Einschränkungen der Sehschärfe verspüren,
regelmäßig ihre Augen untersuchen lassen."

Den Pressetext zum Download sowie die Fachanzeige "Diabetische
Retinopathie" finden sie unter
http://www.welldone.at/welldone_deb/content/page.asp?id=1437

Rückfragehinweis:
Welldone GmbH, Werbung und PR
Public Relations I Mag. Sabine Sommer
Lazarettgasse 19/4. OG, 1090 Wien
Tel.: 01/402 13 41- 12 | E-Mail: [email protected]

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