Österreichische Ophtalmologische Gesellschaft: Viel versprechende neue Therapien der diabetischen Retinopathie

Wien (OTS) - Anlässlich des Tages der Sehbehinderten am 6. Juni 2010 betont die Österreichische Ophtalmologische Gesellschaft die Wichtigkeit regelmäßiger augenfachärztlicher Untersuchungen bei bestimmten Patientengruppen. Personen, die über mehrere Jahre an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) leiden, sind besonders gefährdet, an einer diabetischen Retinopathie (Netzhautschädigung) zu erkranken.

Diabetische Retinopathie (DR) zählt zu den häufigsten Erblindungsursachen in Erwachsenenalter. Die Krankheit kann sowohl bei Typ-1 als auch bei Typ-2 Diabetikern auftreten. Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel führt zu einer Schädigung der Netzhautgefäße. An manchen Stellen entstehen Ausbuchtungen, die undicht werden können. Durch einen vermehrten Austritt von Flüssigkeit unter die Netzhaut kommt es zu einem so genannten Makulaödem. Für den Betroffenen resultiert dies in einer Beeinträchtigung der Sehschärfe. Im weiteren Krankheitsverlauf verstopfen auch die kleinsten Gefäße, was zu einem Absterben von Netzhautgewebe im entsprechenden Versorgungsgebiet führt. Bei der proliferativen Rethinopathie wachsen die kleinen Blutgefäße innerhalb der Netzhaut (Retina). Diese wird regelrecht überwuchert und so in ihrer Funktion beeinträchtigt. Diese schwerwiegendere Entwicklung der Erkrankung ist wesentlich seltener, kann jedoch bis zur Erblindung führen. "Die proliferative diabetische Retinopathie gilt daher trotz verstärkter Therapiestrategien noch immer als eine der häufigsten Erblindungssachen in der Altersgruppe der 20- bis 60-Jährigen. Aufgrund der bestehenden Diabetes-Pandemie wird sich die Zahl der Patienten bis zum Jahr 2030 nahezu verdoppeln", erklärt OA Dr. Simon Brunner, Facharzt für Augenheilkunde und Optometrie in Wien.

Regelmäßige Augenvorsorgeuntersuchungen für Diabetiker besonders wichtig

Um eine schwerwiegende Entwicklung der Krankheit zu verhindern, sollte die Therapie der diabetischen Retinopathie möglichst frühzeitig einsetzen. Eine gute Einstellung der Blutzuckerwerte ist hierbei Voraussetzung. Bei Typ-2-Diabetikern sollte der HbA1c-Wert (Maß für den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel) unter sieben Prozent liegen. Auch bei Typ-1-Diabetikern ist ein HbA1c-Wert möglichst nahe am Normbereich wichtig. "Jeder Diabetespatient sollte eine einmal jährliche Untersuchung des Augenhintergrundes durch einen Augenfacharzt durchführen lassen. Veränderungen der Netzhaut können so bereits vor dem Auftreten von Sehbeeinträchtigungen diagnostiziert und behandelt werden", betont Univ.-Prof. Dr. Susanne Binder, wissenschaftliche Sekretärin der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft und Vorstand der Augenabteilung am Krankenhaus Rudolfstiftung, die Wichtigkeit einer regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung.

Innovative Therapiemaßnahmen bei diabetischer Retinopathie

Die so genannte Laserkoagulation ist eine Methode zur Behandlung einer bestehenden DR. Dabei werden mit Hilfe von gebündeltem Licht schlecht durchblutete Bereiche und krankhafte Wucherungen im Auge zerstört. "Diese Therapie kann, zusammen mit guter Blutzucker- und Blutdruckkontrolle, in etwa 50 Prozent der Krankheitsfälle einen massiven Sehverlust verhindern", hebt OA Dr. Simon Brunner die Wirksamkeit dieser Behandlungsmethode hervor. Mittlerweile kommen bereits computergesteuerte Laser zum Einsatz. Diese arbeiten viel schonender und rascher und belasten den Patienten weniger. Eine weitere Form der Behandlung stellt die Netzhaut- und Glaskörper-Chirurgie dar. Diese Methode bringt erhebliche Fortschritte in der Behandlung massiver diabetischer Glaskörperblutungen, bei Netzhautablösungen und diabetischer Makulaödeme, also der Ansammlung von Flüssigkeit im Bereich des gelben Flecks.

Ein viel versprechender neuer Ansatz liegt in der Behandlung mit Medikamenten, die direkt im Glaskörper Anwendung finden. Im Rahmen laufender Studien werden hier Suspensionen von Cortison und Antikörpern zur Behandlung bei proliferativer DR mit Glaskörpereinblutung oder Sekundärglaukom eingesetzt.

Prim. Univ.-Prof. Dr. Günther Grabner, Präsident der Österreichischen Ophtalmologischen Gesellschaft, merkt abschließend an: "Das Heimtückische an der diabetischen Retinopathie ist, dass der Betroffene lange Zeit keine Symptome merkt. Sehstörungen treten erst auf, wenn die DR bereits fortgeschritten ist. Das Risiko, an einer DR zu erkranken, lässt sich deutlich senken, wenn Blutzucker und Blutdruck langfristig gut eingestellt sind. Darum sollten Diabetiker, auch wenn sie keine Einschränkungen der Sehschärfe verspüren, regelmäßig ihre Augen untersuchen lassen."

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