Null-Bock-Horst und die heimischen Steher (von Markus Kaufmann)

Ausgabe 2. Juni 2010

Klagenfurt (OTS) - Der Blitz-Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler hat Deutschland erschüttert. Medien des Nachbarlandes sprechen von einer "Situation der Destabilisierung", von einer "politischen Krise". Zugleich verspotten sie Köhler aber als "Null-Bock-Horst" und als "einen, der nicht mehr mitspielen will, weil man garstig zu ihm war". Seien wir uns ehrlich: Köhler hat mit dem Abgang ziemlich überzogen reagiert. Man stelle sich vor, Heinz Fischer hätte nach dem ersten Disput mit der Opposition das Handtuch geworfen. Er hätte kein Jahr im Amt durchgehalten. Dasselbe gilt für Kanzler Werner Faymann oder LH Gerhard Dörfler. Vor allem zu Letzterem ist die Opposition immer ganz garstig, weil er einen sechsten Sinn für die Fettnäpfchen dieser Welt hat und mit atemberaubender Treffsicherheit darin landet. Keiner von beiden hat sich aus der Bahn werfen lassen und so schnell kapituliert. Wo kämen wir auch hin, wenn im politischen Diskurs Kritik an den vermeintlich Mächtigen im Land nicht mehr erlaubt wäre.

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