Grüne Wien: Dringliche Anfrage - Stadtaktionsplan gegen Armut

Kinderarmut in Wien zehn Mal so hoch wie in Dänemark

Wien (OTS) - Die Grünen Wien machen heute im Rahmen einer Dringlichen Anfrage die Kinderarmut in Wien zum Thema. 100.000 Kinder in Wien leben in armutsgefährdeten Haushalten. Das sind doppelt so viele wie vor fünf Jahren. "Die hohe Kinderarmut in der Stadt Wien, einer der reichsten Städte der Welt, ist mehr als Besorgnis erregend", betont die Klubobfrau der Grünen Wien, Maria Vassilakou. Während Dänemark, Finnland, Schweden und Norwegen die Kinderarmut auf weniger als vier Prozent reduzieren konnten, zeigt Wien ein Kinderarmuts-Risiko von erschreckenden 24 Prozent auf.

"Kinderarmut muss in Wien endlich ernst genommen und die Sozialpolitik nach den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen ausgerichtet werden. Beste Bildungschancen und komplette Gesundheitsvorsorge müssen endlich für alle Kinder sicher gestellt werden", ergänzt Stadtrat David Ellensohn.

Die Grünen Wien fordern die Erstellung eines Stadtaktionsplanes zur Halbierung der Kinderarmut bis zum Jahr 2015 sowie die Erstellung eines jährlichen Monitoringberichts über die finanzielle und soziale Lage von Kindern und Jugendlichen in Wien (Wiener Kinderarmutsbericht). Weiters fordern die Grünen geförderte Kinderbetreuungsstunden für Alleinerzieherinnen. Vassilakou: Jede zweite Alleinerzieherin in Wien lebt unter der Armutsgrenze. Neben dem chronischen Geldmangel verfügen Alleinerzieherinnen auch über fast keine freie Zeit für Weiterbildung oder Freizeitaktivitäten. Hier könnte die Stadt Wien ausgebildete Tagesmütter oder -väter und qualifizierte BabysitterInnen zur Verfügung stellen, um AlleinerzieherInnen unter die Arme zu greifen".

Bei der Grundsicherung muss die Stadt Wien vorangehen. "Alle Menschen haben das Recht auf ein Leben in Würde. Kein Mensch soll in Armut leben müssen. Daher braucht es in Wien eine Grundsicherung, die über der Armutsgrenze (aktuell: 950 Euro im Monat) liegt statt der Armutsfalle Minisicherung (744 Euro), die zum Leben nicht ausreicht", fordert Vassilakou abschließend.

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