Regieverband ADA zur aktuellen SVA-Misere: ... wenn einem das letzte Hemd ausgezogen wird

Wien (OTS) - Vollmundig hat die österreichische Politik (Schwarz und Rot) anlässlich der Oscar-Verleihungen den österreichischen Filmschaffenden eine Budgeterhöhung versprochen. Erhöht ist bis jetzt nichts geworden und geliefert hat sie uns einen ramponierten ORF, der durch das fehlende Gesetz kaum mehr Aufträge vergibt. Zum Drüberstreuen gibt es einen vertraglosen Zustand zwischen SVA und Ärztekammer, der vielen Filmschaffenden das letzte Hemd ausziehen wird.

Der Streit zwischen Ärztekammer und SVA, beides von wohlbetuchte Funktionären geführt, wird nun auf dem Rücken einer der schwächsten Gruppen, der Kunstschaffender ausgetragen - wobei die Frage sich stellt, wie lange diese das noch tragen können. So kommt es zu einer weiteren massiven sozialen Verschlechterung vieler Regisseure, von denen viele als Einzelunternehmer oder "Neue Selbstständige" in die Selbstständigkeit gedrängt wurden und sich mit einer minimalen sozialen Absicherung abfinden müssen.

Regisseure sollten nach dem Gesetz angestellt werden, was aber in der Filmbranche nur mehr selten vorkommt. Das hängt je nach dem Budget oder dem persönlichen Befinden der jeweiligen Filmproduktion ab, in dem sie Regisseure anmeldet oder einfach auf Honorarnotenbasis arbeiten lässt. Viele KollegInnen haben schon die Konsequenzen gezogen, und sich als Künstler - als Neue Selbständige, "Ein-Mann-Unternehmen", oder als Filmproduktion bei der SVA zwangsversichert und werden auch steuerlich wie Unternehmer behandelt. Nun werden sie doppelt getroffen.

Durch die neuen Belastungen, wo die Behandlungsbeträge vorfinanziert, oder im schlimmsten Fall nur mehr zum Teil zurückerstattet werden, kommt die SVA nur zum Teil für alle überhöhte Honorare der künftigen Privatpatienten auf. Also werden wieder Künstler auf Kosten sitzen bleiben, und es zu einer weiteren drastischen Einkommensreduktion kommen.

Wer Schuld an der verfahrenen Situation ist, ist im Moment nebensächlich. So ein sozialer Supergau, wo eine Zweiklassengesellschaft entsteht, und ein Teil der Versicherten trotz einbezahlter Beiträge weniger an Leistung erhalten wird, darf in einem Sozialstaat nicht passieren. - Eine unverantwortliche Vorgangsweise von beiden Seiten und den politischen Parteien, die das nicht verhindert haben! - Wer braucht in einem kleinen Land wie Österreich noch 22 Sozialversicherungsträger?

Wir fordern für die Zukunft, dass sich Regisseure als Neue Selbstständige oder Einpersonenunternehmen mit einer Umsatzsumme bis zu 100.000 Euro auch bei der Gebietskrankenkasse versichern können, und so jeder selbst entscheiden kann, ob er noch weiter bei einer Krankenkasse bleiben will, die eigentlich einen politischen Konflikt auf dem Rücken ihrer Versicherten austrägt.

Persönlicher Kommentar: Franz Leopold Schmelzer (Obmann-Stellvertreter)

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