• 26.05.2010, 09:28:25
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Nur eine gerechte Politik fördert faire Chancen für Frauen und Männer!

"Abschied als Auftrag" - ein Abend in Erinnerung an Johanna Dohnal

Linz (OTS) - Ein Abend ganz im Zeichen und im Sinne von Johanna
Dohnal wurde gestern zu einer überaus gelungenen Veranstaltung der
SPÖ Frauen OÖ im bis auf den letzten Platz gefüllten Central-Kino in
Linz. Unter dem Motto "Abschied als Auftrag" konnten sich die
überwiegend weiblichen Besucherinnen noch einmal ein Bild dieser
großartigen Frau und Politikerin machen. Dabei ging es jedoch nicht
um ihr Wirken, das die österreichische Politik entscheidend geprägt
hat, sondern auch um ihr Leben. "Ihre politischen Werthaltungen und
Grundsätze haben nichts von ihrer Gültigkeit verloren, sie sind
aktueller denn je. Johanna Dohnal ist es nicht um Frauenpolitik
allein gegangen, sondern um eine gerechte Politik, die faire Chancen
für Frauen und Männern fördert. Sie verstand es, Widerstand zu
leisten, Bündnisse - auch mit Frauen außerhalb der SPÖ - zu
schmieden, Themen öffentlich zu machen und so große Fortschritte für
die Frauen in Österreich zu erreichen", betonte
Landesfrauenvorsitzende NRin Sonja Ablinger. Ohne sie gäbe es kein
Gleichbehandlungspaket, keine Fristenregelung, keine Frauenhäuser und
vieles mehr.

In einer Zeit, in der 290.000 Menschen in Österreich in Armut leben,
sei es ein Skandal, soziale Leistungen als fragwürdig hinzustellen
und jene, die sie beziehen, als faul oder selber schuld. "Es muss
aufrecht und ohne Kompromisse um eine Steuer- und Abgabenpolitik
gekämpft werden, die eine bessere Verteilung sichert, denn je
schmäler die Kluft zwischen Arm und Reich ist, desto besser geht es
allen, " lautete ihre Botschaft. Diese Passage aus einer
vorbereiteten Rede von Johanna Dohnal, die sie am 21. Februar, einen
Tag nach ihrem Tod, bei einer SPÖ-Jahreshauptversammlung halten hätte
wollen, las Univ.-Prof.in Dr.in Gabriella Hauch (in Vertretung der
erkrankten Irmtraut Karlsson). Die jahrzehntelange Beschäftigung mit
Geschlechterfragen hat Johanna Dohnals Sensibilität für
Ungerechtigkeiten geschärft und sie hat sich bis zu ihrem Tod immer
wieder dagegen zu Wort gemeldet.

"Es gibt nicht viele Menschen, die, wie Johanna Dohnal, in
Wertschätzung und mit untrüglicher Urteilskraft, Dinge so
zusammenfügen können, dass keine Unklarheit mehr herrscht, worum es
geht - nämlich um Gerechtigkeit. Es geht darum, dass sozialpolitische
Fragen, die Frauen besonders betreffen, so geregelt werden, dass sie
ihnen auch tatsächlich helfen, ohne als Stigmatisierung oder als
Demütigung empfunden zu werden", betonte Landesparteivorsitzender
LH-Stv. Josef Ackerl und versicherte, dass die SPÖ Oberösterreich
Geschlechterfragen ernst nimmt. Der Gedenkabend sei ihm ein
Herzensanliegen gewesen, im Sinne von Johanna Dohnal weiterzuwirken
ebenfalls. Die aktuelle Kampagne der SP OÖ für mehr
Verteilungsgerechtigkeit ist dafür ebenso ein Zeichen, wie die
Tatsache, dass die oö. SozialdemokratInnen bei Frauenthemen oftmals
vorangehen.

Ein Kurzfilm mit dem Titel "Johanna Dohnal (Ge-)denken)" von Michaela
Spiegel vermittelte, was die Doyenne der österreichischen
Frauenpolitik als politische Inhalte verstand, wie sie immer wieder
neue Anläufe nahm, diese in der praktischen Politik auch umzusetzen,
wie sie die Auseinandersetzung suchte und dabei doch immer deutlich
machte, dass Grundsatztreue und Kompromissfähigkeit keine Gegensätze
sein müssen.

Selbstbewusstsein kann man lernen

Mit einer Lesung von Auszügen aus der von ihr verfassten Biographie
machte Dr.in Susanne Feigl deutlich, dass Johanna Dohnal die von ihr
gelebten Werte wie Kritikfähigkeit und solidarisches Verhalten schon
in früher Kindheit von ihrer Großmutter vermittelt bekam. Nach einer
Lehre zur Industriekauffrau wurde sie im Kampf für die
Fristenregelung für die Politik sensibilisiert und konnte mit ihren
Seminaren "Selbstbewusstsein kann man lernen" viele Frauen ermutigen,
ihre Unzufriedenheit mit den herrschenden Verhältnissen zu
artikulieren, "aufzumucken" und sich letzten Ende zu fragen "Was
gehen mich seine Knöpfe an?" (so der Titel der Biographie.)

Bündnisse suchen

Was mehr Gerechtigkeit schafft und Solidarität fördert, war für
Johanna Dohnal der einzige Weg, um faire Lebenschancen für alle
Menschen zu sichern. "So gesehen muss ihr politisches Wirken als
Auftrag verstanden werden, Bündnisse - mit Frauen und Männern - zu
suchen, um Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen endlich abzustellen",
hob Sonja Ablinger in der Diskussion mit Annemarie Aufreiter, der
Lebenspartnerin von Johanna Dohnal und ihrer ehemaligen
Pressesprecherin Elisabeth Rosenmayr sowie der jungen
Landtagsabgeordneten Petra Müllner hervor.

"Johanna Dohnal war an anderen Menschen interessiert, sie suchte die
Kooperation. Diese Neugier, gepaart mit Selbstsicherheit, die frei
von jeder Arroganz und Gefallsüchtigkeit war, haben sie zu einer
großen Gesellschaftspolitikerin gemacht", erinnerte sich Annemarie
Aufreiter. "Sie wusste, nur wenn an vielen verschiedenen Stellen
angesetzt und vernetzt gedacht wird, kann Großes bewegt werden", so
Elisabeth Rosenmayr. In einem solchen Kontext müsse auch
Frauenpolitik passieren, damit sie nicht zum "Orchideenthema" werde
und auf der politischen Tagesordnung nicht nach hinten rutsche,
betonte Sonja Ablinger. In diesem Sinne sei auch das "Bündnis 8.
März" zu sehen, das Frauen unterschiedlicher politischer
Gruppierungen heuer in Oberösterreich anlässlich des Internationalen
Frauentages gegründet haben, um gemeinsame Anliegen besser
durchzusetzen.

In einem Filmausschnitt aus ihrer Rede zum Abschied von Johanna
Dohnal bedauerte die Autorin Christine Nöstlinger, dass Frauen die
Ungerechtigkeiten, die ihnen tagtäglich widerfahren, heutzutage so
resigniert hinnehmen. Johanna Dohnal habe auf dieses Bedauern mit
einem "Des wird scho wieder" reagiert. Die neuen Feministinnen würden
ganz neue Wege gehen und ihre Konsequenzen aus der Geschichte der
Frauenbewegung ziehen, war sie überzeugt.

Rückfragehinweis:
SPÖ Oberösterreich, Medienservice
Gerald Höchtler
Tel.: (0732) 772611-22
mailto:[email protected]

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