• 25.05.2010, 09:45:12
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Kulturministerin Claudia Schmied und Kommissär Eric Owen Moss präsentieren Österreich-Beitrag zur Architektur-Biennale 2010

AUSTRIA UNDER CONSTRUCTION: ÖSTERREICHISCHE ARCHITEKTUR IN DER WELT; INTERNATIONALE ARCHITEKTUR IN ÖSTERREICH

Wien (OTS) - "Eric Owen Moss ist der erste ausländische Kommissär
für den Österreich-Beitrag bei der Biennale di Venezia. Ich habe das
mit der Absicht gemacht, einen Blick von außen auf unsere Architektur
zu werfen. Das hilft uns, neue Blickwinkel einzunehmen", betont
Kulturministerin Claudia Schmied bei der Präsentation des Konzepts
des Österreich-Beitrags zur Architektur-Biennale 2010 in der
gemeinsamen Pressekonferenz mit Eric Owen Moss.

"Eric Owen Moss, international anerkannter Architekt und Direktor des
Southern California Institute of Architecture (SCI-Arc), ist durch
seine Verbundenheit mit der MAK-Schindler-Initiative, seine
Aufenthalte in Österreich sowie durch Teilnahmen an
Wettbewerbsausschreibungen auch ein exzellenter Kenner der
Architekturszene in Österreich. Durch die MAK-Schindler-Initiative
gibt es eine traditionelle Verbindung der österreichischen
Architektur mit jener von Los Angeles. Seit 1995 haben bereits über
150 KünstlerInnen, ArchitekturstudentInnen und ArchitektInnen durch
ein Stipendiatenprogramm in Los Angeles gearbeitet und eine
internationale Perspektive entwickelt", hebt Kulturministerin Claudia
Schmied hervor.

Am 29. August 2010 startet die 12. Architektur-Biennale unter dem
Generaltitel "People meet in architecture" in Venedig und wird bis
21. November 2010 geöffnet sein. Es beteiligen sich 55 Nationen von
Albanien bis Venezuela. 2010 ist zum ersten Mal eine Frau als
Direktorin der Architektur-Biennale vom Board der Architektur
Biennale nominiert worden. Es ist dies die Pritzker-Preisträgerin
2010 Kazuyo Sejima aus Japan.

Unter dem Titel "AUSTRIA UNDER CONSTRUCTION: ÖSTERREICHISCHE
ARCHITEKTUR IN DER WELT; INTERNATIONALE ARCHITEKTUR IN ÖSTERREICH"
zeigt Eric Owen Moss bei der diesjährigen Biennale österreichische
Architektinnen und Architekten, die im Ausland bauen und/oder lehren,
sowie ausländische ArchitektInnen, die in Österreich wirken. Es sind
insgesamt 64 Positionen, die er als repräsentative Auswahl vorstellt.

Kommissär Eric Owen Moss beschreibt sein Konzept als
"These/Antithese. Trajan und Nero. Das Introvertierte - Mitte des 20.
Jahrhunderts mitteleuropäische Österreich. Das Extrovertierte -
Österreich am Beginn des 21. Jahrhunderts: Mitteleuropa steht nun im
Zentrum des internationalen Architekturdiskurses."

Der österreichische Pavillon präsentiert sich bei der
Architektur-Biennale in Venedig 2010 als Gebäude mit Baugerüsten. Ein
offenes Gerüst mit Baukastensystem wird über die gesamte Länge des
erhöhten Vorbaus am Eingang des Pavillons errichtet, um den Eindruck
eines sich im Bau befindlichen Gebäudes zu erwecken. Auf ähnliche
Weise wird auch im Inneren des Pavillons im Eingangsraum und den
beiden angrenzenden Flügeln ein offenes Gerüst aufgestellt.

Dieses sich "im Bau" befindende Gebäude spricht damit internationales
Design und einen laufenden Baudiskurs an: An der Außenseite des
Hoffmann-Pavillons zeigen die Vorhänge Aufdrucke von aktuellen
Projekten österreichischer ArchitektInnen im Ausland (z.B.
AllesWirdGut, Coop Himmelb(l)au, Atelier Hollein, Carl Pruscha). Die
Vorhänge im Inneren zeigen Bilder von Projekten ausländischer
ArchitektInnen, die gerade in Österreich umgesetzt werden (z.B.
Atelier Hitoshi Abe, Zaha Hadid Architects, Matteo Thun & Partners).
Außerdem werden im Inneren des Pavillons und auf dem äußeren Gerüst
Sitzplätze eingerichtet, auf denen die von den eingeladenen
ArchitektInnen geschaffenen Objekte als "Publikum" sitzen.

Moss will mit dieser Inszenierung eine Synthese schaffen, die durch
Thesen und Antithesen entsteht. "Hoffmann" ist die These des
österreichischen Pavillons und die Gerüste die Antithese dazu. Die
Vorhänge schließlich sind die Antithese zur Antithese. Im Weiteren
sind die Auditorien eine These, zu der das "Publikum aus Objekten"
die Antithese darstellt.

Das kuratorische Ziel beim österreichischen Pavillon ist, mit
kreativem Design zeitgenössische österreichische Architektur und
globales urbanes Design gemeinsam zu kommunizieren. Österreich zeigt
seine Architektur in der Welt und präsentiert sich als
aufgeschlossenes Kulturland, das ausländischen ArchitektInnen
ausreichend Raum zur Entwicklung gibt.

"Die Architektur-Biennale in Venedig und der österreichische Beitrag
stellen einen Kristallisationspunkt für die Aufmerksamkeit zu Kunst
und Architektur dar. Österreich präsentiert sich als weltoffenes, dem
Diskurs verpflichtetes Kulturland und nimmt seit 1991 mit einem
eigenen Länderbeitrag an der Architektur-Biennale in Venedig teil",
so Kulturministerin Claudia Schmied.

Der Österreich-Pavillon wurde 1934 vom Architekten Josef Hoffmann
erbaut und ist seither Sitz unserer Kunst- und
Architekturpräsentation in Venedig. Seit Beginn der
Architektur-Biennale 1991 stellt Österreich folgende Kommissäre: Hans
Hollein, er war Kommissär für die ersten drei Österreich-Beiträge in
den Jahren 1991, 1996 und 2000. Darüber hinaus war er 1996 auch
Direktor der Gesamtbiennale. Es folgten Dietmar Steiner (2002), Marta
Schreieck (2004), Wolf D. Prix (2006), Bettina Götz (2008) und 2010
der amerikanische Architekt Eric Owen Moss.

Eric Owen Moss wurde 1943 in Los Angeles geboren. 1965 graduierte er
mit dem Titel Bachelor of Arts an der Universität von Kalifornien in
Los Angeles, er absolvierte ein weiterführendes Studium zum Master of
Architecture am College für Industriedesign der Universität von
Kalifornien in Berkeley und schloss 1972 mit dem Master of
Architecture der Harvard University Graduate School of Design ab.
Eric Owen Moss hat an verschiedenen bedeutenden Universitäten
gelehrt, unter anderem auch in Harvard, Yale, Columbia, an der
Universität für angewandte Kunst in Wien und der Königlichen Akademie
in Kopenhagen. Lange Jahre hielt er auch einen Lehrstuhl am Southern
California Institute of Architecture (SCI-Arc), einer universitären
Ausbildungsstätte für Architektinnen und Architekten in Los Angeles,
wo er seit sechs Jahren Direktor ist. Moss leitet auch das
Architekturbüro EOMA (Eric Owen Moss Architectures) in Los Angeles.
Im Laufe der letzten 37 Jahre war sein Büro "Eric Owen Moss
Architects" an der Errichtung einer Vielzahl von preisgekrönten
Gebäuden beteiligt und prägte den Architekturdiskurs weltweit. Dieser
Diskurs manifestiert sich in Form von innovativen Baustrukturen, in
Vorlesungen, Ausstellungen, Publikationen und Lehrveranstaltungen
rund um die Welt.
Realisierte Bauwerke sind beispielsweise Bauten im "Hayden-Tract",
dem ältesten Industrieareal in Culver City, die "Sony Offices" oder
das Konferenzzentrum "Beehive" in Culver City, das "Caterpillar",
eine Kunstinstallation für Kinder im Los Angeles County Museum of
Art, oder das "Morgenstern Warehouse" in Los Angeles.
Eric Owen Moss Architects hat mehr als 90 lokale, nationale und
internationale Auszeichnungen für Design erhalten. Er ist Mitglied
des American Institute of Architecture und wurde 2003 mit dem
Distinguished Alumni Award der Universität von Kalifornien in
Berkeley ausgezeichnet. 2007 erhielt er den Arnold W. Brunner
Memorial Prize, in Anerkennung der Bedeutung seines architektonischen
Designs.

Alle Informationen zur Architektur-Biennale 2010 finden Sie unter
www.labiennale.at.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Mag. Petra Hafner
Tel.: (++43-1) 53 120-5031

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