"trend": Palmers überlegt, Lejaby-Deal rückgängig zu machen

Palmerschef klagt den Vorbesitzer der neuen Frankreichtochter Lejaby auf Reduzierung des Kaufpreises.

Wien (OTS) - Der vor zwei Jahren gekaufte französische Dessoushersteller Lejaby entpuppt sich für den heimischen Wäscheriesen Palmers als belastender Sanierungsfall: Palmers fühlt sich vom Vorbesitzer, dem börsenotierten amerikanischen Bekleidungskonzern Warnaco (u.a. Calvin Klein), über die wahren wirtschaftlichen Verhältnisse getäuscht und klagt nun auf nachträgliche Reduzierung des Kaufpreises (45 Millionen Euro), berichtet das Wirtschaftmagazin "trend" in seiner am Dienstag erscheinenden Ausgabe. Notfalls, so Palmerschef Thomas Weber, wolle man den Deal sogar wieder rückgängig machen.
Die Probleme bei der französischen Tochtergesellschaft könnten den im Vorjahr erfolgten Turnaround und die zaghaften Gewinne in Österreich gefährden, vermuten Branchenkenner. Während die Kernmarke Palmers im Umsatz auf ihrem Heimmarkt leicht zulegen konnte, sackte Lejaby um rund 25 Prozent ab (63 Millionen Euro) und hielt die Bilanz des gesamten Konzerns auch 2009/10 tief im Minus. Der Jahresfehlbetrag beträgt nach vorläufigen Schätzungen bei 170 Millionen Euro Umsatz rund vier Millionen Euro, nach 161 Millionen Euro Umsatz und 8,2 Millionen Euro Jahresfehlbetrag im Jahr zuvor. Der "trend" zitiert Palmerschef Weber: "Klar war es Pech, dass wir kurz vor der weltweiten Konsumkrise, welche die Wäschebranche besonders hart getroffen hat, Lejaby übernommen hatten, so etwa wie, wenn man kurz vor der Aschewolke noch ins Flugbusiness eingestiegen wäre." Hauptursache der Probleme bei Lejaby sei der hohe europäische Eigenfertigungsgrad und Qualitätsmängel in der Produktion, heißt es bei Palmers. Folgerichtig hat man die Schließung von drei der vier in Frankreich angesiedelten Fabriken und Kündigung von rund 200 Mitarbeitern angekündigt - und sich prompt massiven Protest der farnzösischen Gewerkschaften eingehandelt. In Österreich selbst wird das zuvor aufwendig ausgeweitete Eigenmarkenportolio wieder gestrafft. Nach dem Aus für "Paradise" soll im Herbst auch die Premiumlinie "Selezione" gecancelt und deren Produkte unter das Markendach "Palmers" zurückgeführt werden.

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