Schönborn: Der Mission verdanken wir "unverzichtbare Grundwerte"

Kardinal im ORF-Radio: Krise soll nicht davon abhalten, Werte wie Nächstenliebe, Solidarität und Gottvertrauen zu vermitteln

Wien, 22.05.10 (KAP) Es ist "einseitig", an Mission nur negative Seiten zu sehen - trotz der unleugbaren religionsgeschichtlichen "Belastung" dieses Begriffes. Darauf hat Kardinal Christoph Schönborn am Pfingstsamstag im Ö1-"Mittagsjournal" hingewiesen. Durch die Mission sei das Evangelium in die ganze Welt gekommen, "zum Beispiel zu uns", erinnerte Schönborn in der Reihe "im Journal zu Gast". Dies habe Europa Grundwerte vermittelt, die auch heute noch für die Gesellschaft "unverzichtbar" seien.

Die gegenwärtige Kirchenkrise solle nicht davon abhalten, Werte wie Nächstenliebe, Solidarität und Gottvertrauen zu vermitteln. Dies sei gerade in einer Gesellschaft, die selbst "in eine krisenhafte Zeit hineingeht", umso wichtiger. Dass nach den Ereignissen der letzten Wochen auch Missbrauchsfälle von den Menschen angesprochen würden, sei "völlig verständlich", aber - so der Wiener Erzbischof - die katholische Kirche habe diesbezüglich einen "klaren, entschiedenen" Weg der Transparenz und der Aufarbeitung eingeschlagen, "zu dem wir stehen können".

Auch der jetzige Papst, den er noch gut aus dessen Zeit als "Professor Ratzinger" kenne und viel mit ihm zusammengearbeitet habe, sei "alles andere als ein Vertuscher". Über die Rolle des damaligen Präfekten der Glaubenskongregation in der "Causa Groer" 1995 sagte Schönborn wörtlich: "Da lasse ich nichts über meinen Lehrer kommen."

Bei den innerkirchlichen "heißen Eisen" wie der Zölibatsdebatte gelte es einleuchtende Argumente auch einmal "gegen den Strich zu bürsten", sagte der Kardinal: Schönborn erwähnte einen Brief, den er jüngst von einer evangelischen Pfarrerin bekommen habe, die die Vorsicht gegenüber einer Beendigung des Pflichtzölibats riet. Die "Doppelbelastung", für eine Familie und eine Pfarrgemeinde verantwortlich zu sein, sei "enorm", so die Schreiberin.

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