- 21.05.2010, 14:57:24
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Jetzt geht es hinein in den Berg!
Bergmännischer Tunnelanschlag beim Koralmtunnel 1 in Frauental erfolgt
Graz (OTS) - Und jetzt geht es hinein in den Berg! Mit der
weitgehenden Fertigstellung der etwa 3,2 Kilometer langen Freistrecke
im Baulos Koralmtunnel 1 (KAT 1) Ende April, kann nun der
bergmännische Vortrieb vom Ostportal in Frauental in Richtung Kärnten
beginnen. Der offizielle Tunnelanschlag erfolgte heute, Freitag, mit
einem Festakt im Sinne der bergmännischen Tradition mit Dr
Georg-Michael Vavrovsky (ÖBB-Infrastruktur-Vorstand AG) und Siegfried
Currle (Vorstandsvorsitzender Wayss & Freytag). EU-Abgeordnete Hella
Ranner übernahm dabei die Tunnelpatenschaft für den "Hella Tunnel".
"Ein Freudentag" war der Freitag auch für die steirische Politik, wie
Landeshauptmann Franz Voves und Verkehrslandesrätin Kristina
Edlinger-Ploder unisono betonten.
Gebirge wurde sechs Jahre auf Herz und Nieren erkundet
Das bergmännische Tunnelbaulos hat eine Länge von 2,3 Kilometern,
errichtet werden zwei Tunnelröhren mit einem Durchmesser von etwa
zehn Meter.Mehr als sechs Jahre lang wurden die geologischen
Verhältnisse von den Experten erkundet, um eine sichere,
wirtschaftliche und umweltfreundliche Durchführung der Tunnelarbeiten
zu gewährleisten. Die Vorarbeiten für dieses Baulos begannen bereits
im Dezember 2008 mit Arbeiten an der Freistrecke im Baulos KAT 1.
Jetzt wird der erste Tunnelabschnitt des Koralmtunnels vom Ostportal
bei Frauental aus bis in den Bereich Leibenfeld in den Berg
vorgetrieben. Der Vortrieb erfolgt überwiegend nach der so genannten
Neuen Österreichischen Tunnelbauweise (NÖT) hauptsächlich durch
Baggervortrieb. Das Ausbruchmaterial wird für Dammschüttungen und
Landschaftsgestaltung verwendet, nicht verwendbares Material kann
ohne Benützung öffentlicher Strassen auf der trassennahen
Bodenaushubdeponie Grub gelagert werden.
Die bisherigen Meilensteine bei der Koralmbahn in der Steiermark
? Ausbau der Südbahn-Bestandsstrecke von Graz bis Werndorf
? Seit 2006 Errichtung der rd. 15 km langen zweigleisigen
Neubaustrecke von Werndorf mit dem Hengsbergtunnel bis
Wettmannstätten - diese Strecke wird aktuell auf Hochdruck
finalisiert und soll ab Dezember 2010 bereits eingleisig und nicht
elektrifiziert in Betrieb gehen und als "S 6" ins S-Bahnsystem der
Steiermark integriert werden.
? Seit 2007 Errichtung des Abschnitts Wettmannstätten - St. Andrä. In
diesem Abschnitt, der rd. 10 km Freilandstrecke sowie den
Koralmtunnel umfasst,
+ wurden bereits die Wasserbauarbeiten Gussendorf/Laßnitztal im Mai
2009 fertig gestellt. (Verlegung der Laßnitz auf 1,8 Kilometer Länge,
Hochwasserschutz- und ökologische Ausgleichsmaßnahmen),
+ erfolgte im Sommer 2008 - als Teil der zukünftigen Anbindung des
IC-Bahnhofs Weststeiermark - die Errichtung der
Baustellenzufahrtstrasse zum Baulos KAT1
+ erfolgte die Umlegung der 110kV-Leitung im Winter 2008/2009
+ erfolgte im Dezember 2008 der Baubeginn für das Baulos KAT1; die
Arbeiten an der 3,2 Kilometer langen Freistrecke von Groß St. Florian
und Unterbergla, wo auch der künftige Intercity-Bahnhof
Weststeiermark entstehen wird, bis zum Ostportal des Tunnels, sind
bereits weitgehend fertiggestellt.
? Vortrieb eines Systems von Erkundungstunnel und -schächten (in
Kärnten und der Steiermark) mit 10 Kilometer Gesamtlänge zur
detaillierten Erkundung des Koralmmassivs bis Frühjahr 2010
? Start für den Um- und Ausbau des Hauptbahnhofs Graz, der als
Drehscheibe für den Personen- und Güterverkehr fit für die
Anforderungen der Zukunft gemacht wird und bedingt durch die
Inbetriebnahme der Koralmbahn dann künftig eine deutlich höhere
Zugfrequenz abwickeln können wird.
Der Bau des Koralmtunnels
Der Rohbau des Haupttunnels erfolgt in drei Hauptbaulosen:
? Baulos Koralmtunnel 1 (KAT1) vom Ostportal bei Frauental bis in den
Bereich Leibenfeld
? Baulos Koralmtunnel 2 (KAT2) von Leibenfeld bis zum Durchschlag zu
den Baulosen KAT1 und KAT3 über die Lan?desgrenze Steiermark/Kärnten
? Baulos Koralmtunnel 3 (KAT3) vom Westportal bei Mitterpichling bis
zum Durchschlag mit dem Baulos KAT2
Der insgesamt 32,9 Kilometer lange Tunnel durchquert das
Gebirgsmassiv der Koralpe mit einer maximalen Überdeckung von etwa
1250 Metern. Die beiden Tunnelröhren verlaufen in einem Achsabstand
von ca. 40 Metern und sind alle 500 Meter durch so genannte
Querschläge miteinander verbunden. In diesen Querschlägen sind
bahntechnische Einrichtungen enthalten, sie dienen im Gefahrenfall
aber auch als Fluchtwege in die jeweils andere Röhre. In der
Tunnelmitte wird sich eine Nothaltestelle befinden.
Die Koralmbahn im Überblick
Mit der Koralmbahn als Teil der Neuen Südbahn und des
Baltisch-Adriatischen Achse entsteht eine neue 130 Kilometer lange,
zweigleisige Hochleistungstrecke zwischen Graz und Klagenfurt.
Reisezüge werden künftig nur mehr knapp eine Stunde Reisezeit
benötigen, aktuell dauert die Fahrt drei Stunden. Die Koralmbahn ist
Teil der Baltisch-Adriatischen Achse, die von Danzig über Warschau
und Wien nach Triest, Venedig und Bologna führt und somit die Ostsee
mit dem Mittelmeer verbindet. Das Herzstück der in sieben Abschnitte
unterteilten Koralmbahn bildet der 32,9 Kilometer lange Koralmtunnel.
Die Gesamtkosten der 130 km langen Koralmbahn belaufen sich auf etwa
5,2 Milliarden Euro. Rund 65 km der Koralmbahn sind in Bau bzw. in
Teilen fertig gestellt. Darüber hinaus wurden seit 2001 acht Bahnhöfe
und Haltestellen, 87 Eisenbahnbrücken bzw. Straßenunter-
/überführungen umgebaut bzw. neu errichtet und insgesamt 16,4 km
Tunnel vorgetrieben.
Zitate:
Georg-Michael Vavrovsky, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG
"Die Koralmbahn wird für Österreich, aber auch für Europa große
Bedeutung haben, weil sie den Süden Österreichs mit dem starken
Wirtschaftsraum rund um Wien und darüberhinaus den starken
Wirtschaftsraum Norditalien mit den Wachstumsregionen in Polen und im
Baltikum vernetzt."
Siegfried Currle, Vorstandsvorsitzender Wayss & Freytag
"Zurzeit haben wir 15 Tunnelprojekte in der Ausführung, allein 2009
war Wayss & Freytag bei Tunnelvortrieben von ca. 30.000 Metern
maßgeblich beteiligt. Und bei diesem Tunnel wird der Tunnelvortrieb
etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen.""
Kristina Edlinger-Ploder, Landesrätin für Verkehr
"Die Koralmbahn ist ein wesentlicher Bestandteil der
Baltisch-Adriatischen Achse und natürlich auch ein wichtiges Glied in
der Kette der Versorgung der Steirer mit einem leistungsstarken
Nahverkehrsmittel, ab Dezember wird ein Teil der Neubaustrecke ja
bereits als neue S 6 in unserem S-Bahnsystem integriert sein."
Franz Voves, Landeshauptmann
"Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind solche Projekte
immens wichtig. Infrastruktur-Investitionen sind ja schnell
konjunkturwirksam und haben nachhaltig positive Effekte. Erstklassige
Infrastruktur ist also ein wesentlicher Faktor, wenn es um die
Sicherung von Betriebsstandorten und vor allem die Neuansiedlung
geht."
ÖBB: Österreichs größter Mobilitätsdienstleister
Als umfassender Mobilitätsdienstleister sorgt der ÖBB-Konzern
österreichweit für die umweltfreundliche Beförderung von Personen und
Gütern. Mit rd. 45.000 MitarbeiterInnen und Gesamterträgen von rd.
5,7 Mrd. EUR ist der ÖBB-Konzern ein wirtschaftlicher Impulsgeber des
Landes. Im Jahr 2009 wurden von den ÖBB 453 Mio. Fahrgäste und 120,3
Mio. Tonnen Güter transportiert. Strategische Leitgesellschaft des
Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.
Rückfragehinweis:
Walter Mocnik
ÖBB-Holding AG, Konzernkommunikation
Pressesprecher Steiermark
Tel.: +43 664 960 32 35
walter.mocnik@oebb.at
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