- 21.05.2010, 12:57:58
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"profil online": Erste Gespräche über Hypo zwischen Investor Berlin, BLB-Chef Schmidt und Hypo-Vorstand Kulterer bereits im August 2006
Brief widerlegt bisherigen Aussagen, wonach es keine Vorabsprachen zwischen München und Klagenfurt gab
Wien (OTS) - Wie "profil online" exklusiv berichtet, fanden die
ersten Gespräche über eine mögliche Übernahme der Kärntner Hypo Alpe
Adria-International durch die Bayerische Landesbank schon viel früher
statt, als die Beteiligten bisher zugaben. Das geht aus einem Brief
des Hamburger Vermögensberaters und späteren Hypo-Vorstandschef Tilo
Berlin an den vormaligen Chef der Bayerischen Landesbank, Werner
Schmidt, hervor.
Das Schreiben mit dem Vermerk "Persönlich/Vertraulich" ist datiert
mit 23. August 2006. Darin schreibt Berlin: "Wie bereits am Telefon
besprochen, halte ich die Veränderungen im Hause Hypo-Alpe-Adria-Bank
für beachtenswert. Das mit Blick auf die Wachstumsmärkte sehr gut
aufgestellte Institut ist durch die innerösterreichische Diskussion
möglicherweise in der Bewertung günstiger geworden, gleichzeitig
erscheinen mir Veränderungen im Gesellschafterkreis nicht mehr
unmöglich. Die Ertragskraft ist trotz des "Ausrutschers" im Jahr 2004
offenbar ungebrochen."
Und weiter: "Als Vorbereitung für unser Gespräch am 31.08. in
Kärnten übersende ich Ihnen eine Kurzfassung des aktualisierten
Business Plans, den mir Dr. Kulterer im Vertrauen und mit Gruß an Sie
überlassen hat." Und weiter: "Wir rechnen mit Ihnen und Ihrer Frau zu
einem Mittagessen ab 12.30 Uhr auf der Klockerhaube, danach setzen
wir uns mit Herrn Dr. Kulterer zusammen".
Bisher hatte Kulterer stets beteuert, erst Mitte Dezember
telefonisch bei Schmidt angefragt zu haben, ob seitens Bayerns
Interesse an der Hypo besteht. Auch Schmidt hatte bei seinen Aussagen
bei der Staatsanwaltschaft München 30.12.2009 angegeben, mit Kulterer
erst am 14. Dezember 2006 in dieser Causa telefoniert zu haben.
SPÖ-Landtagsabgeordneter Herwig Seiser, dem der Brief anonym
zugespielt worden war, sieht in dem Schreiben den "Beweis, dass der
Verkauf der Hypo von langer Hand vorbereitet war". Und er zweifelt
stark daran, "dass der damalige Landeshauptmannn Jörg Haider und
ÖVP-Landesrat Josef Martinz davon nichts gewusst haben".
Details auf www.profil.at
Rückfragehinweis:
"profil"-Redaktion, Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502
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