• 21.05.2010, 12:05:13
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Bildungspolitik braucht Ziele ohne ideologische Scheuklappen

ÖGV fordert zuerst eine offene Diskussion da die Systemmängel unübersehbar sind.

Wien (OTS) - "Die Überwindung ideologischer Barrieren im Sinne
einer zielorietierten Bildungsdiskussion ist überfällig", kommentiert
Stephan Blahut, Generalsekretär des Österreichischen Gewerbevereins
(ÖGV) den gestrigen Vorstoß der Wissenschaftsministerin. "Wenn wir
uns reihenweise mit Lehrstellensuchenden herumschlagen, die weder
lesen, noch rechnen können, erübrigt sich die Frage, ob die Schule
reformiert gehört." Blahut verweist aber darauf, dass zuerst ein
Konsens darüber gefunden werden muss, welche Bildungsziele in den
Schulen überhaupt erreicht werden müssen, bevor man sich auf
Schultypen festlegt.

Der ÖGV vertritt die mittelständischen Betriebe, die gute und
lange Erfahrungen bei Optimierungen und erfolgreicher
Personalentwicklung haben. "Nicht zuletzt deshalb bilden diese
Betriebe das Rückgrat des Wirtschaftsstandortes Österreich", hält
Blahut fest: "Aufgrund der Beobachtungen rund um Mitarbeiteraufnahmen
und hier besonders bei der Aufnahme von Lehrlingen bieten wir
konkrete Empfehlungen an."

Zwtl. Von Bildungsstandards zu Kompetenzstandards als verbindlicher
Qualitätsmaßstab

Die kürzlich eingeführten Bildungsstandards gehören rasch auf den
gesamten Fächerkanon ausgeweitet, wobei aus unternehmerischer Sicht
dringend auch Schwerpunkte im Wissen über technologische und
wirtschaftliche Zusammenhänge als Antriebskraft für
Unternehmensgründungen und Innovationsprozesse gesetzt werden müssen.
Weiters sind sie im Interesse des sozialen Zusammenhaltes mit der
verpflichtenden Ausformung sozialer Fähigkeiten zu Kompetenzstandards
zu erweitern.

Zur Sicherung der Bildungsqualität, der Kompetenzen und der
Zukunftschancen der einzelnen SchülerInnen sind objektive,
einheitliche und verbindliche Überprüfungen an den Schnittstellen von
Kindergarten, Volksschule, Unterstufe, Oberstufe und Universität
unabdingbar. Ein verbindlicher Abschluss der heutigen
Unterstufe/Hauptschule als Mittlere Reife wäre erst dann ein
umsetzbarer Meilenstein auf den Weg die Zukunftschancen der Jugend zu
verbessern.

Zwtl. Eltern als Bildungsinstitution

Für den ÖGV sind die Eltern zentraler Bestandteil eines
erfolgreichen Bildungsprozesses. Die Vernachlässigung dieser
Bildungsleistungen wirken sich unmittelbar auf den schulischen Erfolg
aus und schmälern die Zukunftschancen des einzelnen Kindes erheblich.
Bislang bleibt aber mangelnde Elternleistung im Bildungsprozess ohne
weitere Folgen.

Es obliegt im Wesentlichen der Verantwortung der Eltern, ihren
Kindern die Notwendigkeit und den Nutzen von Bildung und sozialen
Kompetenzen bewusst zu machen. Eine Koppelung der Erfüllung der
elterlichen Bildungsleistungen an Transferzahlungen ist daher wichtig
und richtig.

Zwtl. Migration als demografische Notwendigkeit

Die demografische Entwicklung lässt erkennen, dass mit weniger als
80.000 Geburten im Jahr der "Generationenvertrag" schon heute nicht
mehr eingehalten wird. Zuwanderung ist daher simpel notwendig. Dabei
ist es für alle Bevölkerungsgruppen nützlich über Sitten, Kulturen
und Religion der anderen informiert zu sein. Nur gegenseitiges
Verstehen fördert das gedeihliche Miteinander, gerade auch in
Schulen, wo diese Gruppen aufeinandertreffen.

Die Förderung der Muttersprache und ein verpflichtender,
gemeinsamer Ethikunterricht neben dem Religionsunterricht ist dabei
eine zentrale Forderung des ÖGV.

Zwtl. Netzwerke nutzen

Der Ausbildungsprozess kann nicht nur auf die Schule beschränkt
und eindimensional (Richtung SchülerInnen) gesehen werden. Die
Zusammenarbeit mit der Wirtschaft ist intensiv zu fördern. Nicht nur
SchülerInnen sollen an Schnuppertagen in den Betrieben teilnehmen,
auch LehrerInnen des Pflichtschulbereiches sollten verpflichtend
Praxiswochen in Unternehmen absolvieren, um den Unterricht lebensnah
und praxisgerecht gestalten zu können.

Zwtl. Arbeitsplatz Schule, Personal- & Budgethoheit

Das Potenzial des Systems Schule kann dauerhaft nur ausgeschöpft
werden, wenn jeder Schulstandort im Sinne eines selbstgewählten
Schulprofils frei in seiner Methodenwahl zur Erreichung der
Bildungsstandards ist. Daraus resultiert, dass die Ausstattung an
Lehr- und Hilfsmitteln, die Auswahl der Mitarbeiter und der Schüler
sowie die Verfügungsgewalt über ein Globalbudget nur in der
Verantwortung und Entscheidung der Schulleitung liegen kann - eine
entsprechende Ausbildung der Direktion vorausgesetzt. Eine rasche
Anpassung an sich stets ändernden Bedingungen ist anders nicht zu
realisieren.

Die vorliegenden Empfehlungen sind Ergebnis langjähriger Erfahrung
und Beobachtungen unserer Mitgliedsunternehmen. Eine ausführliche
Zusammenfassung und alle Forderungen des ÖGV kann kostenfrei
angefordert werden.

Der Österreichische Gewerbeverein fordert ihre umgehende
Realisierung im Sinne des Erhalts der Wettbewerbsfähigkeit des
Wirtschaftsstandorts Österreich und zur Sicherung der Zukunftschancen
unserer Jugend.

Zwtl. Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV)

Der Österreichische Gewerbeverein ist als freie
Interessenvertretung die Plattform für inhabergeführte Unternehmen
vom Gründer über Familienunternehmer bis zum Weltmarktführer. Unsere
3.500 Mitglieder stehen für ein langfristiges, verantwortungsvolles
und nachhaltiges unternehmerisches Engagement. Sie stehen mit Namen
und Person für die Konsequenzen des eigenen Handelns ein und
übernehmen somit vorbildlich eine gesellschaftliche Verantwortung.

Der ÖGV ist dem freien Unternehmertum und individueller Freiheit
seit 1839 verpflichtet. Wir leben Leistungsbereitschaft und
Eigenverantwortung als Voraussetzungen für privates Eigentum. Unsere
Mitgliedsfirmen sind sich der besonderen Verantwortung für ihr Umfeld
bewusst!

Rückfragehinweis:

Österreichischer Gewerbeverein
   Generalsekretär Mag. (FH) Stephan Blahut
   Tel: 01/587 3633
   Fax: 01/587 0192
   mailto: [email protected]
   http://www.gewerbeverein.at

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