- 21.05.2010, 09:51:57
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Die differenzierte Mittelstufe ist tot! - Es lebe das "Gymnasium für alle"
Rote PflichtschulgewerkschafterInnen unterstützen Frauenpower am Minoritenplatz
Wien (OTS/FSG) - - Eine gemeinsame Schule mit innerer
Differenzierung ist das Ziel diverser Schulmodelle von
sozialdemokratischen PflichtschullehrerInnen seit vielen Jahren:
Fordern, Fördern und Stützen, ganz demnach, was die Begabung eines
Kindes erfordert. "Eine LehrerInnenbildungsreform und ausreichende
Förderressourcen sind Stützpfeiler für diesen Weg", meint Thomas
Bulant, Vorsitzender der FSG PflichtschullehrerInnen.++++
Der Vorstoß aus dem Wissenschaftsministerium hat dem differenzierten
Schulwesen auf der Sekundarstufe 1 nicht den Todesstoß versetzt,
sondern lediglich den Weg für eine Neuorientierung frei gemacht. Seit
geraumer Zeit ist das differenzierte Schulwesen auf der Mittelstufe
nämlich kaum mehr vorhanden: In ländlichen Gebieten entscheiden sich
die 10- bis 14-jährige SchülerInnen annähernd zu 100 Prozent für die
leistungsdifferenzierte Hauptschule, wenn die nächste AHS zu weit vom
Wohnort entfernt ist. In Ballungsräumen hat die AHS Unterstufe
undifferenziert die Funktion der Pflichtschule übernommen.
Bildungspolitische Blockaden der ÖVP und die Missachtung dieser
Entwicklung haben die Arbeitsbedingungen an den Pflichtschulen,
insbesondere in den Ballungsräumen, immens verschlechtert.
"Unser Schulsystem ist zu teuer im Verhältnis zu seinen
Outputqualitäten. Nicht die LehrerInnen, sondern die pädagogisch
ineffizienten und ungerechten Strukturen des Systems sind die
Verursacher," kritisiert Thomas Bulant und verdeutlicht die Position
der roten PflichtschulgewerkschafterInnen:
"Die FSG steht auf der Seite der PflichtschullehrerInnen. Im
Unterschied zu den Spitzen der FCG in der GÖD treten wir nicht für
die Beibehaltung der jetzigen Schulorganisation ein. Dafür brauchen
wir aber die KollegInnen aus allen Schularten als Partner." Seiner
Meinung nach können die LehrerInnen vermehrt Anerkennung und
Wertschätzung in der Öffentlichkeit ernten, wenn sie sich gemeinsam
für die nächste Generation verantwortlich zeigen:
"Zuständigkeitsdiskussionen und defensives Beharren auf einem
Schulsystem, das es gar nicht mehr gibt, schaden den KollegInnen."
Rückfragehinweis:
MMag. Dr. Thomas Bulant
FSG-Bundesvorsitzender und Vorsitzender Stellvertreter in der PflichtschullehrerInnengewerkschaft
1010 Wien, Schenkenstraße 4 / 5. Stock
Mail: thomas.bulant@goed.at
Handy: 069919413999
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