- 19.05.2010, 11:00:13
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Präsentation Erster Österreichischer Patientenbericht Osteoporose - Umfrage zeigt hohe Defizite bei der Versorgung der Patienten - BILD

Wien (OTS) - In Österreich leiden etwa 740.000 Menschen an
Osteoporose. Der Verlust an Knochenmasse, sowie die verringerte
Knochendichte führen zu einer stark erhöhten Frakturanfälligkeit.
Laut Umfrage geht es knapp einem Viertel der Patienten schlecht bis
sehr schlecht mit ihrer Erkrankung. 55 Prozent der über 50-Jährigen
haben bereits einmal einen Knochenbruch erlitten. Betroffene sind in
ihrer Mobilität und Selbstständigkeit stark eingeschränkt, was zu
einer drastischen Minderung der Lebensqualität führt. Der Erste
Österreichische Patientenbericht Osteoporose 2010 hat die subjektiv
empfundenen Wünsche und Bedürfnisse der Patienten ermittelt und
spiegelt die aktuelle Situation der Betroffenen wider.
Osteoporose betrifft vorwiegend Frauen ab dem 50. Lebensjahr,
dennoch können auch Männer von dieser Knochenstoffwechselerkrankung
betroffen sein. Durch einen beschleunigten Abbau der Knochensubstanz
und einer daraus resultierenden Zerstörung der
Knochenmikroarchitektur kommt es zu einer erhöhten Anfälligkeit für
Knochenbrüche. "Zu den häufigsten Risikofaktoren zählen genetische
Ursachen, die Einnahme bestimmter Medikamente, falsche Ernährung,
Vitamin D-Mangel, Alkohol- und Tabakkonsum, sowie hormonelle
Veränderungen", erklärt Univ.-Prof. Dr. Harald Dobnig, Präsident der
Österreichischen Gesellschaft zur Erforschung des Knochens- und
Mineralstoffwechsels. Osteoporose ist weltweit unterdiagnostiziert
und trotz wirksamer und kosteneffektiver Therapien werden diese oft
nicht angewandt. Gesundheitsökonomischen Schätzungen zu Folge werden
sich die osteoporosebedingten Kosten bis zum Jahr 2050 verdoppeln.
"Für Europa bedeutet dies einen Anstieg von etwa 40 Milliarden Euro
im Jahr auf fast 80 Milliarden Euro im Jahr 2050", schildert Prof.
Dr. Rudolf Müller, Chefarzt der Pensionsversicherungsanstalt. Dennoch
hat die Krankheit in der Öffentlichkeit noch nicht den Stellenwert,
der ihr angesichts ihrer Häufigkeit zukommen sollte. Der erste
Österreichische Patientenbericht Osteoporose 2010 hat in einer
landesweiten Umfrage die subjektiven Empfindungen und Bedürfnisse von
Betroffenen ermittelt. Patienteninteressen sollen berücksichtigt
werden, um gemeinsam mit den wesentlichen Akteuren des
österreichischen Gesundheitssystems an der Versorgungsstruktur und an
Therapieoptionen für chronisch kranke Menschen zu arbeiten.
Osteoporose ist keine Krankheit des Rentenalters
Laut Patientenbericht haben mehr als 50 Prozent der über
50-jährigen Befragten bereits einmal einen Knochenbruch erlitten.
Angesichts der laufenden Erhöhung des Pensionsantrittsalters wird der
Knochenschwund zunehmend auch zu einem Problem der arbeitenden
Bevölkerung. "Aufgrund der demographischen Entwicklung werden in
Zukunft immer mehr Menschen von den Folgen der Osteoporose betroffen
sein", so Prof. Dr. Rudolf Müller. Oftmals wird die Erkrankung erst
durch einen Knochenbruch diagnostiziert. Immobilität und
Pflegebedürftigkeit können die Folge sein. "Von der Diagnose bis zum
Beginn der Behandlung vergehen laut Patientenbericht durchschnittlich
10 Monate, ein Zeitraum der verkürzt werden muss", betont Univ.-Prof.
Dr. Harald Dobnig. Darüber hinaus verursachen eine zu geringe
Therapie-Compliance, sowie fehlende Präventionsmaßnahmen erhebliche
Kosten für das Gesundheitssystem und die Volkswirtschaft. Lange Zeit
wurde der Erkrankung ein zu geringer gesundheitsökonomischer
Stellenwert eingeräumt, doch insbesondere die Spätfolgen der
Osteoporose sind mit hohen Folgekosten behaftet. "Neben hohen
direkten und indirekten Kosten, wie Behandlungs- und Pflegekosten,
sowie Arbeitsunfähigkeitszeiten, setzen sich diese vor allem aus
intangiblen Kosten durch einen Verlust an Lebensqualität, bleibenden
Funktionseinschränkungen und Abhängigkeit von Fremdhilfe zusammen",
weiß Dr. Maria Parzer vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und
Konsumentenschutz. Daher sollte versucht werden, die
Therapie-Compliance zu erhöhen und das Frakturrisiko mithilfe von
Präventionsmaßnahmen zu senken.
Die Wahl der richtigen Therapie bestimmt den Behandlungserfolg
Um den erwünschten Erfolg in der Osteoporose Therapie zu erhalten,
ist die Wahl der geeigneten Behandlungsform entscheidend. Eine
Vielzahl von Therapiemöglichkeiten kann Krankheitssymptome lindern
und ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern. Jeder Patient
reagiert individuell auf Behandlungsschemata. Oftmals erzielt die
gewählte Behandlungsform jedoch nicht die erwünschte Wirkung. Bei 46
Prozent der 513 Befragten ist die Therapie bereits einmal wegen
Medikamentenunverträglichkeit oder mangelnder Wirkung geändert
worden. Folglich ist für 49 Prozent der Patienten die Verträglichkeit
der verschriebenen Osteoporosemedikamente von zentraler Bedeutung.
Univ.-Prof. Dr. Harald Dobnig erklärt weiters, dass laut Umfrage 45
Prozent der Patienten einer Behandlung mit erst seit kurzem
verfügbaren Medikamenten zustimmen würden, um so ihren
Gesundheitszustand zu verbessern und ihre Lebensqualität erhöhen zu
können. 45 Prozent der Befragten wollen außerdem über mögliche
Therapien, sowie deren Wirksamkeit und Risiken in Kenntnis gesetzt
werden.
Gut informierte Ärzte stehen im Vordergrund
Ebenso wie eine wirksame und gut verträgliche Therapie ist auch
die Wahl des richtigen Arztes ein wesentlicher Faktor für den
Behandlungserfolg. Um der Krankheit effektiv entgegenzuwirken, bedarf
es einer adäquaten Aufklärung über Krankheitsverlauf und
Behandlungsoptionen. Der Hausarzt ist in diesem Fall für viele
Patienten die wichtigste Ansprechperson. "Der Hausarzt ist neben
Osteoporoseambulanz und Gynäkologe bei 33 Prozent der Befragten vor
allem für die Weiterverordnung der Osteoporosetherapie verantwortlich
und gilt bei 44 Prozent der Erkrankten als erste Anlaufstelle, die
Informationen zur Erkrankung und deren Auswirkungen auf den Alltag
vermittelt", hält Univ.-Prof.
Dr. Harald Dobnig fest. Ein ebenso hoher Prozentsatz der Betroffenen
fordert gut informierte Fachärzte, die ihr Wissen über die Krankheit
und ihre Folgen an die Patienten weitergeben.
Osteoporosevorbeugung soll stärker forciert werden
Nach wie vor wird der Krankheit in der Öffentlichkeit zu wenig
Bedeutung zugemessen. Symptome, Folgen der Erkrankung und
Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen werden noch immer
verharmlost. "Zum Zeitpunkt der Umfrage ging es knapp einem Viertel
der befragten Patienten eher schlecht bis sehr schlecht mit ihrer
Erkrankung, ein Ergebnis das uns zu raschem Handeln bewegen sollte",
gibt Dkfm. Elvira Kopal, Präsidentin der Osteoporose Selbsthilfe
Wien, zu bedenken. Der Patientenbericht zeigt weiters, dass sich 49
Prozent der Befragten für die Aufnahme einer Osteoporoseabklärung im
Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung ab dem 50. Lebensjahr aussprechen.
Akzeptanz und Prävention stehen bei den Patienten an vorderster
Stelle und sollten von der Öffentlichkeit verstärkt wahrgenommen
werden. "Einige unserer wichtigsten Aufgaben sind, Betroffene mit
unabhängigen und validierten Informationen zu versorgen, ihnen
Unterstützungen und Schulungen anzubieten und uns international mit
anderen Organisationen zu vernetzen", betont Elisabeth Feichter,
Präsidentin des Dachverbandes der österreichischen Osteoporose
Selbsthilfegruppen. Mag. Martin Munte, Geschäftsführer von AMGEN
Österreich, hebt hervor, dass die Patienten im Mittelpunkt aller
Bemühungen stehen sollten: "Der Erste Österreichische
Patientenbericht Osteoporose ist eine wichtige Informationsquelle,
die unter anderem dazu dienen wird, unsere Forschungsanstrengungen
den Wünschen und Bedürfnissen der Betroffenen anzupassen. Für uns
sind die Patienten die wichtigsten Partner, wir messen ihnen in jeder
Hinsicht große Bedeutung zu. Aus diesem Grund haben wir das Projekt
'Österreichischer Patientenbericht Osteoporose' von Beginn an
unterstützt."
Die Initiative "Österreichischer Patientenbericht"
Die Initiative "Österreichischer Patientenbericht" wurde von PERI
Consulting erstmals im Jahr 2005 umgesetzt. Ziel der Umfragen ist es,
Patienten die Möglichkeit zu geben ihre subjektiven Empfindungen,
Wünsche und alltäglichen Bedürfnisse transparent zu artikulieren.
Durch anonymisierte Patientenumfragen zu chronischen Erkrankungen,
sollen bundesweit die Anliegen von Patienten eruiert,
Optimierungspotenziale im österreichischen Gesundheitssystem erhoben
und die Ergebnisse den zentralen Akteuren und Entscheidungsträgern
des Gesundheitswesens übermittelt werden. Speziell chronisch Kranke
haben oftmals ein genaues Bild davon, wie sie mit ihrer Krankheit
leben und umgehen wollen und was sie sich von einem solidarischen
Gesundheitssystem wünschen. "Uns von PERI Consulting ist es wichtig,
den Patienten die Möglichkeit zu geben, ihre Wünsche, Bedürfnisse und
Anliegen auszudrücken und diese als Grundlage dafür zu nehmen,
Impulse zur Verbesserung des österreichischen Gesundheitssystems zu
setzen", so Mag. Hanns Kratzer, Geschäftsführer von PERI Consulting
über das einzigartige Projekt. Weitere Informationen zu den Zielen
und Ergebnissen des Patientenprojekts sind auf der Homepage
www.patientenbericht.at erhältlich.
Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=201005&e=20100519_w&a=event
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Welldone Werbeagentur GmbH
Mag. Elisabeth Kranawetvogel | DI (FH) Elena Bertolini
Public Relations
Lazarettgasse 19/4. OG, 1090 Wien
Tel.: 01/402 13 41-40 bzw. 37 | e-Mail: [email protected]
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