- 19.05.2010, 10:15:14
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Gallup-Umfrage: Wien-Gäste wollen einkaufen
Wer einkaufen kann, bleibt länger - doch immer weniger empfehlen Einkaufsstadt Wien weiter.

Wien (TP/OTS) - Während Shopping als Reisemotiv immer wichtiger
wird, setzt Wien nach wie vor auf eine äußerst rigide Regelung der
Ladenschlusszeiten. Die Zufriedenheit der Gäste sinkt. Die
Sonntagsöffnung brächte dem Wiener Handel 50 Mio. Euro und der
Hotellerie 325.000 Nächtigungen.
"Die gute Nachricht: Unsere Gäste wollen viel mehr Geld ausgeben.
Die schlechte: Man lässt sie nicht. Das kostet Umsätze und
Arbeitsplätze in Handel, Gastronomie und Hotellerie", verweist Peter
Peer, Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), auf
eine aktuelle Gallup-Umfrage. Befragt wurden 300 Gäste, die in Wien
nächtigen. Der Ruf nach längeren Öffnungszeiten wird lauter, die
Kritik an der geltenden Regelung ebenso: "Bei der letzten Befragung
wurden die Öffnungszeiten mit 2,59 nach dem Schulnotensystem benotet.
Heuer war es gerade noch eine 3. Da besteht Handlungsbedarf", so
Peer.
61 % der Gäste wollen längere Öffnungszeiten
Die Umfrage zeigt auf, wo aus Sicht der Gäste besonderer
Handlungsbedarf besteht: Wünschten sich 2006 schon 53 % (Top-Box-Wert
) der Gäste längere Öffnungszeiten in Wien, waren es diesmal sogar 61
%.
2,8 Mio. Gäste würden sonntags einkaufen
Besonders stark profitieren würde der Handel von längeren
Öffnungszeiten: 63 % der Gäste (Top-Box-Wert) gaben an, die
Sonntagsöffnung nutzen zu wollen - das wären 2,8 Mio. potentieller
Kunden für den Wiener Handel. 47 % oder knapp 2 Mio. Gäste hätten
mehr eingekauft, wenn die Geschäfte auch sonntags geöffnet hätten.
Sonntagsöffnung brächte 325.000 zusätzliche Nächtigungen
"Bei der Befragung gab jeder fünfte Gast an, seinen Aufenthalt im
Falle einer Sonntagsöffnung verlängern zu wollen. Wenn wir nur die
Gäste herausfiltern, die einen Sonntag an den Aufenthalt anhängen
können, brächte das der Wiener Hotellerie 325.000 Nächtigungen mehr",
erklärt Peer, der daher die ÖHV-Forderung nach einer Tourismuszone in
Wien erneuert: "Österreichs Top-Destination braucht eine
Tourismuszone. Das erwarten unsere Gäste."
Sonntagsöffnung brächte Handel mehr als 50 Mio. Euro
Bei Ausgaben von 28 Euro pro Person (Durchschnittswert lt. T-MONA
Wien 2009) würden alleine die Gäste, die aufgrund der
Sonntags-Öffnung einen Tag länger bleiben, dem Handel Mehrumsätze in
der Höhe von 24,6 Mio. Euro bringen. Erhöht man diesen Wert um die
zusätzlichen Ausgaben jener Gäste, die auch bisher schon sonntags in
Wien waren, verdoppelt sich der Betrag etwa. Dem Wiener Handel würden
Öffnungszeiten auf internationalem Standard Mehreinnahmen in der Höhe
von 50 Mio. Euro bescheren.
Einkaufen in Wien wird seltener empfohlen
Gehandelt werden sollte aber rasch: Die meisten Gäste stimmen
überein, dass Wien als Kulturstadt zu empfehlen ist und wollen gerne
wieder kommen. Als Einkaufsstadt wurde Wien schon 2006 deutlich
seltener weiterempfohlen. Heuer ging dieser Wert noch weiter zurück:
"Diese Entwicklung ist überaus ernst zu nehmen. Einer Nielsen-Studie
unter 25.000 Internet-Usern weltweit zufolge vertrauen 90 % der Gäste
Empfehlungen von Verwandten und Bekannten. Damit liegt der
Stellenwert der persönlichen Empfehlung für die Reisesentscheidung
weit vor allen anderen Kommunikations- und Werbeformen", gibt Peer zu
denken.
"Return on Investment" muss gesichert sein
Die aktuelle Gallup-Studie beweise, dass die Reisedestination Wien
im internationalen Vergleich an Boden verliere. Zu diesem Schluss
kommt auch Dr. Andreas Braun, Geschäftsführer der swarovski tourism
service gmbh. Erst Ende vergangenen Jahres hatte das österreichische
Traditionsunternehmen mit 15 Mio. Euro Gesamtinvestition rund um die
neue Markenplattform Swarovski Wien in der Kärntnerstraße 24 eine
mutige Investition in die Theatralisierung des Kauferlebnisses
getätigt. Braun: "Für Swarovski war diese Investition ein klares
Bekenntnis zum Standort Österreich, andere internationale Konzerne
ohne diese starke Bindung zu unserer Heimat schrecken die
restriktiven Ladenöffnungszeiten allerdings ab", verweist Braun auf
einen weiteren wichtigen Aspekt in dieser Debatte. "Wien verliert mit
der gegenwärtigen Regelung nicht nur Nächtigungen und Umsatz, sondern
auch neue Einkaufsattraktionen bekannter Marken, die aufgrund der
Prämisse 'Return on Investment' auf Standorte mit liberaleren
Regelungen ausweichen."
Braun: Schluss mit unzeitgemäßem Ladenschluss
Österreichs Ladenöffnungszeiten, so Braun, seien in Summe weder
zeitgemäß noch wettbewerbsfähig. Mit den Konsummöglichkeiten in
internationalen Metropolen könne Wien nicht konkurrieren. Das zeigten
auch die Analysen der internationalen Geschäftsstandorte von
Swarovski. Braun: "Ins Hintertreffen kommt Wien aber auch im direkten
Vergleich, etwa mit Prag oder Budapest." So gäbe es in Polen, der
Slowakei, Tschechien oder Ungarn keinerlei Einschränkung der
Landeöffnungszeiten. Braun: "Während wir in unserer
Swarovski-Boutique in Prag von Montag bis Sonntag von 9 Uhr bis 22
Uhr offen halten, ist dies in Wien nicht möglich. Das ist nicht nur
ein klarer Wettbewerbs- und Standortnachteil, sondern auch für
Wien-Besucher nicht nachvollziehbar. Unsere Gäste in Wien wollen
internationale Standards - gerade auch beim Konsum." Dabei, so Braun,
müsse man auf Veränderungen reagieren. Beim heutigen Konsumenten
verschmelzen beispielsweise kulturelle Sehnsüchte immer öfter auch
mit profaner Shoppinglust. "Die Menschen suchen bei ihren
Aufenthalten nach Gesamtinszenierungen. Dabei steht der Besuch im
Museum gleichwertig neben dem Einkaufserlebnis. In Summe gibt es
einen legitimen Wunsch nach kreativer Verschmelzung von Kaufen und
Staunen." In diesem Sinne sei die Liberalisierung von Öffnungszeiten
nicht nur eine mögliche Reaktion auf geänderte Familienstrukturen und
flexiblere Arbeitszeiten, sondern eine unumgängliche Antwort auf
völlig veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen.
Die ÖHV vertritt die Interessen von 1.200 Betrieben der Ferien-,
Konzern- und Stadthotellerie. Das ist der höchste Mitgliederstand
seit der Gründung der ÖHV. Die Bettenkapazität der
ÖHV-Mitgliedsbetriebe entspricht damit über 63 % der Betten in der 4-
und 5-Sterne-Hotellerie. Diese Betriebe zeichnen sich durch
ausgeprägte Servicequalität, Spezialisierung und/oder nachhaltige
Innovationskraft aus. Die Mitgliedsbetriebe der ÖHV beschäftigen rund
30.000 Mitarbeiter, das sind 30 % aller Mitarbeiter in der
Beherbergung. Der Logisumsatz der ÖHV-Mitglieder beträgt ca. 900 Mio.
Euro.
Weitere Pressemeldungen und Infos finden Sie unter http://www.oehv.at
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Österreichische Hoteliervereinigung Hofburg A-1010 Wien Kontakt: Peter Peer, ÖHV-Präsident (Stadthotellerie) M/Gallery, Novotel und Mercure Österreich, Wien Tel.: +43 (0)1 599 01-550 mailto:[email protected] http://www.oehv.at
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