APA-OnlineTag: AOM als Social Network professioneller User

Kropsch: 8.000 bis 9.000 Profinutzer miteinander vernetzen - Auch Rechtehandel - Alpha-Blogger Basic ruft zu mehr Engagement im Onlinebereich auf

Wien (OTS) - Die APA - Austria Presse Agentur wird sich künftig
dem Netzwerkgedanken stärker öffnen. In seiner Begrüßungsrede am APA-OnlineTag sprach sich APA-Geschäftsführer Peter Kropsch am Dienstag für vernetzteres Denken im Angebot der APA aus. "Wir müssen manche Dinge, die wir immer getan haben, einfach neu sehen." So sei es etwa geplant, den APA-OnlineManager, bisher eine Rechercheplattform, als zentrales Produkt der Agentur zu einem Social Network professioneller Nutzer auszubauen.

Kropsch gab etwa zu bedenken, dass als Endkunden etwa 8.000 bis 9.000 professionelle User am Netz der APA hängen würden, die man miteinander verbinden könnte, indem man eine Plattform für Content und auch Rechteabwicklung schaffen würde: "Wenn ein Video in Vorarlberg so gut ist, dass man es in Österreich, aber auch international, vermarkten kann, wäre das doch ein Nutzen des AOM."

Grundsätzlich werde die Zukunft viele neue Services mit sich bringen, von denen man nicht wisse, "ob sie das bringen, was man sich erwartet". Stichwort iPad: Hier sei es ein Ansatz der APA, Whitelabel-Lösungen auf den Markt zu bringen, bei denen die Medienunternehmen nur noch 20 Prozent der Arbeit bleibt. Ein Beispiel ist etwa die iPad-Applikation der APA, die mit Inhalten der jeweiligen Medienunternehmen individuell beschickt und gebrandet wird. Diese Whitelabel-Lösung wird in der ersten Ausbaustufe beim Marktstart des iPad in Österreich verfügbar sein.

ORF-Finanzdirektor Richard Grasl betonte in seinen Willkommensworten, dass man an der APA sehe, "wie rasch sich das Mediengeschäft gewandelt hat und wie schnell man sich anpassen muss". Das geänderte Mediennutzungsverhalten sei auch eine Frage, die den ORF in den kommenden Jahren beschäftigen werde: "Wie sieht man in fünf bis zehn Jahren fern? Spricht man noch von Fernseher oder von einer Multimediastation?" Auch die Frage von zeitversetztem Fernsehen und die Auswirkung auf die Werbebranche sei zu diskutieren.

Gastredner Robert Basic, der sich in Deutschland einen Namen als Alpha-Blogger gemacht hat, sprach sich für mehr Engagement der Medienhäuser im Onlinebereich aus. 37 Prozent der User im Internet würden Nachrichten weiterleiten oder "taggen", sprich, kennzeichnen. 35 Prozent seien außerdem laut eine Studie von Nielsen bereit, für News im Internet zu bezahlen. "Das heißt, die Medienunternehmen haben einfach geschlafen, Punkt."

Als Chance im Netz sieht er die "Aggregation von Informationen" durch freiwillige Mitmacher, die fast kostenlos ihr Material zur Verfügung stellen. Ein Beispiel seien etwa die Leserreporter der "Bild"-Zeitung, die ihre Fotos ins Netzwerk einspielen und bei Verwendung dafür Geld bekommen.

Die vielbeschworene Manipulationsgefahr durch Informationen, die von nicht professionellen Journalisten und deren Verpflichtung zu einer seriösen Berichterstattung online - etwa auf Blogs - verbreitet werden, sieht er nicht: Im Netz habe sich ein "Trust"-System herausgebildet, nach dem Motto: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht mehr. Blogger, die kontinuierlich Falschinformationen verbreiten würden, würden schlicht nicht weiterverlinkt und auch nicht gelesen.

Aus der Sicht von Unternehmen sei es unerlässlich, das Social Web ebenfalls als Kommunikationskanal mit Kunden und der Öffentlichkeit zu nutzen, so Dieter Rappold, Geschäftsführer der Agentur VI Knallgrau, während der anschließenden Podiumsdiskussion. Denn eines sei fix: "Social Media findet auch ohne Sie statt." Allerdings könnten Firmen mit dem offenen Rückkanal oft nicht umgehen, durch den direktes, öffentliches Feedback der User möglich wird, konstatiert Christine Winter, Leiterin des Online-Bereichs der Mediaagentur Mindshare. "Davor dürfen sich Unternehmen aber nicht fürchten, sondern müssen passende Antworten parat haben. Angefangen damit, wer überhaupt auf negatives Feedback antwortet."

Wie Medien ihre Inhalte am passendsten auf den zahlreichen neuen Plattformen bereitstellen können, war ebenfalls Gegenstand der Diskussion. Orange-Marketingleiter Christian Nemeth sieht jedenfalls die Medien in der Pflicht, schnell zu handeln: "Die Early Adopter werden neue Geräte, etwas das iPad, nur weiterempfehlen, wenn sie darauf auch sehr bald neue Inhalte nutzen können." Ein Modell, wie die Medienschaffenden diesen neuen, multimedialen Content auch refinanzieren können, sind Abonnements, wie Alexis Johann, Geschäftsführer der WirtschaftsBlatt Digital AG, erläutert: "Die Abonnenten sollen unser Medium lesen können, egal wo sie sind."

Ein Video zur Veranstaltung ist ab 19:00 Uhr auf www.apa.at abrufbar.

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