Spindelegger: "Wir schöpfen unser Potential in Lateinamerika nicht annähernd aus"

Außenminister bei EU-LAC Gipfel

Madrid (OTS) - "Dieser interkontinentale Gipfel zwischen der EU, Lateinamerika und der Karibik ist ein Ort intensiver Begegnungen. Gerade in einer Zeit, in der wir besonders auf Netzwerke angewiesen sind, sind solche Orte der Begegnung notwendig", so Außenminister Michael Spindelegger beim Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der EU, Lateinamerika und Karibik in Madrid. Schwerpunkte der Gespräche sind die internationale Finanzkrise sowie gemeinsame Maßnahmen gegen den Klimawandel. Am Rande des Gipfels sind auch Abschlüsse der Verhandlungen zum Assoziationsabkommen mit Zentralamerika und der Handelsabkommen mit Kolumbien und Peru geplant.

Spindelegger verwies auf die steigende ökonomische Bedeutung der Kooperation zwischen der EU mit Lateinamerika und der Karibik. Der lateinamerikanische und karibische Raum habe nicht nur die globale Finanzkrise vergleichsweise unbeschadet überstanden, durch Brasilien, Argentinien und Mexiko sei er auch prominent in der Gruppe der G20 vertreten: "Die globale Krise und die verheerenden Naturkatastrophen, von denen Lateinamerika und die Karibik in jüngster Zeit betroffenen waren, haben auch gezeigt, wie leicht wir und unser System verwundbar sind. Enge Kooperation und gemeinsame Bemühungen sind daher mehr denn je das Gebot der Stunde", so Spindelegger.

Der Außenminister unterstrich, dass sich auch Österreich verstärkt diesem Raum zuwenden solle: "Aufgrund seiner dynamischen Wirtschaftsentwicklung liegt hier ein potentieller Zukunftsmarkt für uns. Noch schöpfen wir unser Potential nicht annähernd aus. Das Gesamtvolumen unserer Exporte nach Lateinamerika beträgt lediglich 1/3 der österreichischen Exporte in die Schweiz." Spindelegger verwies in diesem Zusammenhang auch auf die starke Präsenz Lateinamerikas und der Karibik in Wien als UNO-Standort. Auch die Organisation Ostkaribischer Staaten (OECS) werde demnächst eine gemeinsame Vertretung in Wien einrichten.

"Die EU, Lateinamerika und die Karibik stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Klimawandel, Umweltschutz und die globale Wirtschaftskrise können wir nur gemeinsam erfolgreich und nachhaltig überwinden. Dieser Gipfel soll uns dabei helfen, unsere Kräfte zu bündeln und als Partner gemeinsame Lösungswege zu suchen", so Spindelegger, der auf die Annahme eines entsprechenden Aktionsplans durch den Gipfel verwies. Auch gegen die Auswirkungen des Klimawandels sollten die EU und Lateinamerika und die Karibik gemeinsame Maßnahmen ergreifen: "Wir sollten unseren Fokus auf praktische Fortschritte und kapazitätsschaffende Maßnahmen richten. Gerade bei umweltfreundlichen und nachhaltigen Technologien hat Österreich eine große Expertise anzubieten", so der Außenminister.

Am Rande des Gipfels ist Spindelegger auch mit seinen Amtskollegen aus Costa Rica, René Castro Salazar, Chile, Alfredo Moreno Charme, und Peru, José Antonio García zusammen getroffen. Weiters führte er Gespräche mit dem Generalsekretär der Karibischen Gemeinschaft (CARICOM), Edwin Carrington, und der Generaldirektorin der Organisation ostkaribischer Staaten (OECS), Len Ishmael.

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