Kurien sind überholt, Kurienprofessoren nicht mehr zeitgemäß

Betriebsräte der Medizin Unis unterstützen BMin Karls Initiative für Mitbestimmung

Wien (OTS) - Am Beispiel der drei Medizinischen Universitäten
Wien, Graz und Innsbruck zeigt sich besonders krass wie universitäre Mitbestimmung bislang funktioniert: 260 (120+70+70) Professoren (überwiegend Männer und ganz wenige Frauen) entscheiden mehrheitlich über die Entwicklung der Universitäten unter dem Motto: "Wir bestimmen die Studienpläne und die Studien, sowie die Strategie, unterrichten und forschen sollen vor allem die Anderen". Diese sind 5000 (3500 MUW, 1100 MUI, 1400 MUG) sogenannte "Mittelbauangehörige". Viele von ihnen habilitiert und international höchst anerkannt, nur nicht Mitglied der sogenannten Professorenkurie. Und damit kaum berechtigt mitzureden.

Strukturierung, Entwicklungsplan und die Neuberufungen liegen hauptsächlich in der Hand einiger weniger "Kurienprofessoren". Kurioser Weise haben diese Kurienprofessoren überdurchnittlichen Einfluss bei der Wahl des Rektors. Mit einer Firma verglichen, wählt sich das mittlere Management seinen Generaldirektor. Dies ist weder ein privatwirtschaftlich autoritäres System, noch hat es etwas mit demokratischer Mitbestimmung von Leistungsträger/innen, wie in amerikanischen Spitzenuniversitäten erfolgreich praktiziert, zu tun. Kein Wunder, dass es in Österreich keine einzige Rektorin gibt. Viele der jungen Wissenschafter/innen und gerade noch beamteten Dozent/innen gestalten aber durch ihre Leistungen die Wissenslandschaft und sind oft international anerkannter und einflussreicher als so mancher Kurienprofessor. Dass die Unikliniken ohne diesen Mittelbau aber nicht funktionieren ist schon aufgrund des Zahlenverhältnisses evident. Wir fordern die Umsetzung des "Facultymodells" mit einer Aufwertung der Leistungsträger, um auch jüngeren, innovativen Universitätsangehörigen mehr Mitbestimmungsrechte zu geben, sowie die Abschaffung der anachronistischen Kurien!

Rückfragen & Kontakt:

Die Vorsitzenden der Betriebsräte des wissenschaftlichen Personals
der Medizinischen Universitäten Graz, Wien und Innsbruck:
Univ. Prof. Dr. Regina Gatternig, Medizinische Universität Graz
Univ. Prof. Dr. Thomas Szekeres, Medizinische Universität Wien,
Tel.: 0664 2243929
Univ. Prof. Dr. Martin Tiefenthaler, Medizinische Universität Innsbruck
Tel.: 0669 12369897

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