PLuTO: Neues EU-Projekt zur Überbrückung digitaler Sprachbarrieren

Die österreichische Forschungsplattform IRF ist Hauptpartner im Konsortium.

Wien (OTS) - Der Eintritt in einen neuen Markt ist ein
kostspieliges Unterfangen für kleine Investoren und KMUs. Die notwendige Überprüfung, dass kein bestehendes Patent die geplante Tätigkeit hindern wird, erfordert eine qualifizierte technische und rechtliche Expertise. Sprachbarrieren stellen eine zusätzliche Hürde dar, insbesondere weil Patente in rechtlichen und technischen Fachsprachen verfasst sind. Die multinationale Verteilung der Patentquellen ist eine weitere Herausforderung, weil unterschiedliche sprachenspezifische Datenquellen identifiziert und gemäß ihrer Bedeutungen verbunden werden müssen.

Um diese linguistischen Hürden zu überwinden, finanziert nun die EU-Kommission ein Projekt, das das Finden von Patentinformation quer durch den multilingualen Kontext vereinfachen wird: PLuTO (Patent Language Translations Online) wird unter dem ICT Policy Support Programme (ICT PSP) finanziert und drei Jahre dauern (April 2010-März 2013). Das Konsortium bilden sowohl akademische als auch industrielle Partner aus ganz Europa: das Information Retrieval Facility (IRF), Österreich; das Centre for Next Generation Localisation (CNGL), Dublin City University, Irland; ESTeam, Schweden; Cross Language, Belgien; und die Dutch Patent Information User Group (WON), Niederlande.

"Mit der Internationalisierung ihrer Märkte sind Unternehmen mehr und mehr mit Dokumenten in fremden Sprachen konfrontiert, dessen genaue Interpretation strategisch überlebenswichtig sein kann", erklärt Francisco de Sousa Webber, Geschäftsführer des IRF. "PLuTO wird kleinen Unternehmern ermöglichen, ihre Erfindungen schneller und günstiger zu verwerten und liefert somit einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit der Innovationslandschaft in Europa", so Webber. Ziel des Projekts ist es, ein einfach handhabbares Online-Übersetzungswerkzeug unter Integration von existierenden Komponenten zu entwickeln, wie z.B dem wegweisenden maschinellen Übersetzungstool von CNGL und dem umfangreichen Translation Memory-System von ESTeam. Das IRF bringt seine Expertise in Indexierung und Informationsanalyse, sowie seine Patentdatenkollektion mit mehreren Millionen Dokumenten in verschiedenen Sprachen ein. Cross Language und WON sind mit den Aspekten des Benchmarking, der Usability und des Anwender-Feedback befasst.

"Die Überwindung der linguistischen Barrieren in der Suche und Analyse von wirtschaftlich relevanten Dokumenten stellt eine spannende Herausforderung für die angewandte Forschung dar", setzt Webber fort. "Das IRF hat das erkannt und ist maßgeblich in einer Reihe von Projekten aktiv, die verschiedene Aspekte dieser Problematik durchleuchten bzw. konkrete Lösungen bringen sollen". Schon Ende 2008 hat das IRF eine internationale Evaluierungskampagne initiiert, um die Qualität von Informationsbeschaffungstechniken für Patente in deutscher, englischer und französischer Sprache zu messen. Das IRF ist darüber hinaus an der Entwicklung neuer maschineller Übersetzungstools, insbesondere für fernöstliche Sprachen, beteiligt. Die Überwindung von digitalen Sprachbarrieren ist eines der Hauptthemen des kommenden IRF Symposiums im Juni.
Mehr Infos über das PLuTO Projekt unter http://www.ir-facility.org/news

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