• 18.05.2010, 08:57:09
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Trotz Verbot: Geflügelwirtschafts-Chef Schrall quält Hühner in Käfigen zu Tode

Wien (OTS) - Massive Überbelegung, Kannibalismus, stark verweste
und sogar mumifizierte Tiere, vermilbte Eier und Kotberge im
"Vorzeigebetrieb". Vorsätzlicher Gesetzesbruch: nach VIER
PFOTEN-Anzeige sofortige Schließung der illegalen Tierhaltung und
Tierhalteverbot gefordert!

Eine illegale, aber trotzdem behördlich geduldete Legebatterie in
Diendorf (Bez. Tulln) mit grausigen Zuständen wie in einem
Horrorfilm, wurde jetzt von der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN
aufgedeckt. Der Betreiber: Franz Schrall, der Obmann der ZAG
(Zentrale Arbeitsgemeinschaft der österr. Geflügelwirtschaft) und
ÖVP-Gemeinderat höchstpersönlich!

"Immense Überbelegung, Kannibalismus, wochenlang verweste,
mumifizierte Tiere - vorsätzliche Tierquälerei an zigtausenden
Hühnern im 'Vorzeigebetrieb' Schrall", so Johanna Stadler,
Geschäftsführerin von VIER PFOTEN. "Was ich auf den Bildern gesehen
habe ist unerträglich und weit grauenhafter als jede Käfigbatterie
des vorigen Jahrhunderts. Schon vor der Halle ist der Gestank nach
Kot und Verwesung schwer zu ertragen. Eine Schande für Österreichs
Geflügelwirtschaft. Herr Schrall sagte mir kürzlich, dass er 'nichts
zu verbergen' habe, aber ich seine Ställe trotzdem nicht sehen dürfe.
Jetzt wissen wir warum." Auch mit Milben übersähte Eier sind in dem
Betrieb zu finden. Zahlreiche tote Tiere liegen auch außerhalb der
Halle auf dem Erdboden des Grundstücks und im riesigen Kothaufen der
Anlage. Wer will schon solche Eier essen, fragt man sich zu Recht?
Und doch findet man sie leider sowohl in der Gastronomie (sogar im
4-Sterne-Hotel Renaissance, Wien am Frühstücksbuffet) als auch auf
diversen Märkten, erkennbar am Stempel "3AT4554582".

Franz Schrall ist kein unbeschriebenes Blatt: er hat am 30.10.2003
vor dem Bezirksgericht Wien Liesing zugegeben, dass er im Juni 2002
vorsätzlich über 20% mehr Hühner eingestallt hatte, als es das Gesetz
erlaubt. Er hätte wörtlich "mit der Toleranz der Behörden gerechnet.
Die Überbelegung von Käfigen bei der Anlieferung ist branchenüblich,
die Behörde weiß davon und duldet es." Stadler dazu: "Es ist daher
von vorsätzlicher, strafrechtlich relevanter Tierquälerei auszugehen.
Würde es sich um Hunde handeln, wäre der Mann schon längst hinter
Gittern."

Gemäß Tierschutzgesetz ist die Käfighaltung von Hühnern in
Österreich bereits seit 1.1.2009 verboten. Geduldet werden nur noch
einzelne bestehende Käfiganlagen, wenn sie spätestens 2005
gesetzeskonform mit Nestern, Sitzstangen und Einstreu "ausgestaltet"
in Betrieb waren. "Dies ist jedoch bei Schrall nachweislich bis heute
vielfach nicht der Fall", ärgert sich Stadler. "Somit ist dieser
Tierqual-Betrieb seit Ende 2008 genau so illegal wie die durch VIER
PFOTEN-Anzeigen bereits geschlossenen Käfigbatterien. Jeder einzelne
Tag, den die zigtausenden Hühner in dieser gesetzwidrigen Haltung
leiden müssen, bedeutet unvorstellbare Qualen."

Die Zustände in der Anlage sind durch Kot, Milben und verwesende
Kadaver so katastrophal, dass sich niemand zu wundern braucht, wenn
Konsumenten an Salmonellen etc. erkranken. VIER PFOTEN hat gegen
Schrall Anzeige erstattet und fordert die sofortige Schließung der
illegalen Käfigbatterie sowie eine strafrechtliche Verurteilung wegen
Tierquälerei samt Tierhalteverbot. Weiters ist ein ausnahmsloses
Käfigverbot in Österreich überfällig. Immer noch leiden Tag für Tag
an die 250.000 Hühner in solchen "Alibi-Käfigen", die sogar deren
Hersteller längst als nicht praktikabel erkannt hat.

Nachdem VIER PFOTEN den Skandalbetrieb letzten Freitag angezeigt
hatte, rief der zuständige Amtstierarzt Dr. Hofer-Kasztler bei
Stadler an und erkundigte sich, in welchen Käfigen genau die toten
Hühner zu finden wären und wann genau und durch wen diese Aufnahmen
gemacht wurden. Er könne sich nämlich nicht vorstellen, dass bei
Schrall solche Zustände herrschen, denn er kenne den Betrieb gut. Er
vermute, es hätte sich im Stall nur EIN totes Huhn befunden und das
wäre von verschiedensten Seiten fotografiert worden. Kurz darauf
wurde er dabei beobachtet, wie er mit Schrall und seinen Arbeitern
über zwei Stunden in der Legebatterie verbrachte und mehrere
Kadavertonnen gefüllt und aus der Halle gebracht wurden, obwohl der
Veterinär erst fünf(!) Stunden nachdem ersten Anruf des ORF bei
Schrall eintraf und somit bereits viel Zeit zum Aufräumen war. Kurz
danach behauptete er gegenüber dem ORF, dass es nur kleine Mängel
gab.

Eine Untersuchung zweier Hühnerkadaver aus dem Betrieb durch die
Vet.Med.-Uni Wien ergab, dass diese zumindest Wochen in den Käfigen
lagen und bereits mumifiziert sind. Es sind keine Organe mehr
erkennbar, dafür aber deutliche Spuren, dass die Leidensgenossen an
den Kadavern genagt hatten.

"Wer Eier essen will, sollte diese immer aus Freilandhaltung
(Stempel "0" oder "1") kaufen, das sind wir den Tieren schuldig", so
Stadler abschließend.

Druck-/sendefähiges Bildmaterial aus dem illegalen Betrieb ist
honorarfrei erhältlich. Weitere Infos, Bilder und ein Video finden
Sie auf www.vier-pfoten.at

Rückfragehinweis:

VIER PFOTEN:
   Mag. Nunu Kaller
   Press Office Austria
   Tel: +43-1-545 50 20-66       
   Mobile: +43 664 308 63 03
   Fax: +43 1 545 50 20-99
   mailto:[email protected]

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