- 14.05.2010, 10:58:59
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OÖGKK legt Endergebnis 2009 und Prognose 2010 vor
Krisenjahr 09 gut bewältigt
Wien (OTS) - Die OÖGKK schließt das Jahr 2009 mit einem
endgültigen Ergebnis von -16,7 Millionen Euro ab (entspricht -0,9
Prozent der Gesamterträge). Trotz eines Rückgangs bei den
Beitragseinnahmen der Erwerbstätigen (-0,3 Prozent) kann die OÖGKK
als einzige GKK auch 2009 ein positives Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit (EGT) von +10,2 Millionen Euro vorlegen. Die
aktuelle Prognose für 2010 liegt bei einem Ergebnis von -31,3
Millionen Euro. Bei Besserung der wirtschaftlichen Lage ist ein
Ergebnis ähnlich wie 2009 möglich.
"2009 war für uns ein sehr schweres Jahr. Wir haben alle Hebel in
Bewegung gesetzt, um die Auswirkungen des Beitragseinbruchs in den
Griff zu bekommen, ohne bei den Leistungen zu kürzen. Das ist uns
gelungen", berichtet der Direktor der OÖGKK, Dr.Dr. Hans Popper.
Die Beiträge für pflichtversicherte Erwerbstätige bilden die
größte Einnahmenposition einer Gebietskrankenkasse. 2009 hatte die
OÖGKK bei dieser Position erstmals einen Rückgang (-0,3 Prozent) auf
1.046,4 Millionen Euro zu verzeichnen. Durch einen starken Zuwachs
bei den Pensionistenbeiträgen (+6,6 Prozent auf 340,6 Millionen Euro)
und bei den Arbeitslosen (+32,7 Prozent auf 35,5 Millionen Euro)
ergibt sich ein Gesamt-Beitragsplus von 1,8 Prozent auf 1.519
Millionen Euro.
"Diese Zahlen mögen nicht dramatisch klingen. Unser Problem ist
aber, dass die Gesundheitsausgaben sich ganz unabhängig von der
Beitragsseite entwickeln", betont der OÖGKK-Direktor. Um ein ähnlich
gutes Ergebnis wie 2008 zu erzielen, hätten die
Versicherungsleistungen also ebenfalls um nur 1,8 Prozent steigen
dürfen, was aufgrund der demografischen Entwicklung und der
Weiterentwicklung der Medizin nicht realistisch ist.
Fast 1,7 Milliarden Euro Versicherungsleistungen
Die Versicherungsleistungen der OÖGKK stiegen 2009 um 3,9 Prozent
auf 1.692,2 Millionen Euro. "Wir haben den Einbruch bei den Einnahmen
gut abgefangen. In vielen Bereichen haben unsere
Kostendämpfungsmaßnahmen gegriffen - wir haben keine einzige Leistung
gekürzt, entwickeln auch das Leistungsspektrum ständig weiter. Aber
wir arbeiten laufend daran, unsere Versicherten immer zielgenauer zu
versorgen, Fehl- und Überversorgungen mit medizinischen Leistungen
zurückzudrängen. Ohne die Ärzte und unsere anderen Vertragspartner
wäre das nicht möglich gewesen", zeigt sich Hans Popper mit dem
Ergebnis der Bemühungen zufrieden.
Die größte Einzelposition bei den Versicherungsleistungen, die
gesetzlich festgelegte Überweisung an den Krankenanstaltenfonds für
die stationäre Spitalsversorgung der Versicherten, stieg 2009 um 5,8
Prozent auf 532 Millionen Euro. Weitere Zahlungen für
Ambulanzleistungen und Entbindungen, die in anderen Bilanzpositionen
enthalten sind, erhöhen die Gesamtzahlungen der OÖGKK an die Spitäler
auf rund 641,5 Millionen Euro oder 38 Prozent der gesamten
Versicherungsleistungen. Damit ist die OÖGKK mit Abstand größter
Zahler im oö. Spitalswesen.
Auch die ärztliche Hilfe und die gleichgestellten therapeutischen
Leistungen wuchsen 2009 kräftig um 5,1 Prozent auf 385,8 Millionen
Euro. Die starke Steigerung ist nicht zuletzt auf den Ausbau der
Physio- und Psychotherapie sowie auf die gesetzliche Steigerung bei
den ebenfalls hier erfassten Ambulanzzahlungen zurückzuführen.
Die Medikamentenausgaben gingen aufgrund der Halbierung der
Mehrwertsteuer um 5,9 Prozent auf 318,4 Millionen Euro zurück.
Bereinigt um den Steuer-Effekt liegt die Steigerung bei sehr guten
2,6 Prozent. "Im Medikamentenbereich treffen mehrere erfreuliche
Effekte zusammen. Neben der niedrigen Nettokosten-Steigerung müssen
wir weniger Mehrwertsteuer bezahlen. Und ein Ergebnis aus dem
Kassensanierungpaket von Minister Stöger bringt uns auch noch die
volle Rückerstattung der bezahlten Mehrwertsteuer", zeigt sich der
OÖGKK-Direktor erfreut.
Auffällig ist noch der starke Zuwachs beim Krankengeld, das um
12,1 Prozent auf 81,6 Millionen Euro anstieg. "Hier wirkt sich die
Krise mehrfach aus: Durch die Belastung für die Gesundheit unserer
Versicherten, aber auch weil Arbeitslose keine Entgeltfortzahlung
durch den Dienstgeber mehr haben und daher ab dem ersten Tag
Krankenstand ihr Geld von der OÖGKK bezahlt bekommen", informiert
OÖGKK-Direktor Hans Popper.
Die Zahlungen an den Ausgleichsfonds der Gebietskrankenkassen -
sie entsprechen 2 Prozent der Beitragseinnahmen - betrugen 29,9
Millionen Euro. Abzüglich der Zuschüsse, die aus diesem Fonds zurück
nach Oberösterreich flossen, liegt die Nettobelastung der OÖGKK bei
21,6 Millionen Euro. Ohne diese Nettobelastung läge das
Jahresergebnis der OÖGKK also bei rund fünf Millionen Euro Plus. Der
Verwaltungsaufwand der OÖGKK lag 2009 bei 2,5 Prozent der
Gesamtaufwendungen.
"Wir haben in den guten Jahren mit Unterstützung von
Vertragspartnern und Versicherten ein solides finanzielles Fundament
schaffen können", betont OÖGKK-Direktor Hans Popper. Die Rücklagen
der OÖGKK - also das Eigenkapital der Versichertengemeinschaft -
liegen per 31.12.2009 bei 265 Millionen Euro. Der Rücklagenverbrauch
im Krisenjahr 2009 lag bei 13,4 Millionen Euro.
2010: OÖGKK erwartet weiterhin schwache Beitragsentwicklung
"Nach den uns vorliegenden Beitragsdaten ist die Krise definitiv
noch nicht vorbei. Die Monate Jänner und Februar brachten gegenüber
den bereits schlechten Vergleichsmonaten 2009 weitere
Beitragsrückgänge", berichtet Hans Popper. Im März hat sich die Lage
auf schlechtem Niveau stabilisiert.
Die Prognose für 2010 ist für den OÖGKK-Direktor noch mit einigen
Fragezeichen versehen: "Wir können das laufende Jahr noch schlecht
einschätzen, vor allem wie sich die Beitragsseite entwickeln wird.
Ein Prozent mehr oder weniger bedeutet hier 10 Millionen Euro mehr
oder weniger." Das aktuelle Prognoseergebnis liegt bei derzeit -31,3
Millionen Euro. "Ziehen die Beiträge wieder an, und greifen unsere
ausgabenseitigen Maßnahmen so wie erhofft, könnte sich ein Ergebnis
auf dem Niveau von 2009 ausgehen", prognostiziert der Leitende
Angestellte der OÖGKK.
Popper fordert daher die Politik auf, weitere Maßnahmen zur
Stärkung der Löhne und Gehälter zu setzen: "Wir sehen, dass die Krise
längst nicht vorbei ist. Die Wirtschaftslage zeigt sich im Moment
ausgesprochen fragil. Intelligente Investitionen in Bildung,
Integration und Innovation könnten jetzt den wichtigen Zündimpuls
geben, damit es wieder bergauf geht", meint Hans Popper. In einem
Gesundheitssystem, das zum größten Teil aus lohn- und
gehaltsbezogenen Beiträgen finanziert wird, ist eine stabile
Beschäftigungsentwicklung der zentrale Wert für die nachhaltige
Sicherung der Leistungen.
Rückfragehinweis:
OÖ Gebietskrankenkasse
Öffentlichkeitsarbeit
Cornelia Schobesberger
Tel.: 05 78 07 - 10 22 23
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