- 12.05.2010, 10:49:50
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AKW Belarus - von der Abhängigkeit zur Abhängigkeit
Anhörung zum AKW-Projekt in Weißrussland zeigte: Atomkraft ist gefährlich!
St. Pölten (OTS) - Die grüne Bundesrätin, Elisabeth Kerschbaum,
war bei der gestrigen Anhöhrung zum geplanten Atomkraftwerk in
Belarus /Weißrussland und fasst nun zusammen:
1) Weißrussland will dieses AKW, um die Abhängigkeit von russischen
Gaslieferungen zu verringern. Doch der Reaktor kommt aus Russland,
die Brennstoffe sollen in Russland entsorgt werden - und wie gestern
auch auffällig bemerkbar wurde - auch das nötige Know How muss aus
Russland importiert werden. "Weißrussland driftet als von der
Abhängigkeit zu noch mehr Abhängigkeit. Obwohl die Beziehungen
Weißrusslands zum russischen Nachbarn ganz offensichtlich nicht die
Besten sind", so Kerschbaum.
2)Weißrussland will dieses AKW, weil sie sich daraus billigen Strom
(4,5 ct / kWh) erwarten. "Über die Kostenkalkulation konnten wir
nicht allzu viel erfahren - lediglich, dass die Baukosten mit 7 Mrd
US$ nur halb so hoch kalkuliert wurden, als z.B. beim finnischen
AKW-Projekt in Olkiluoto. Gäbe es auch in Weißrussland eine
unabhängige Atomaufsicht, würden die Kosten sehr schnell
realistischer geschätzt werden müssen - aber die Unabhängigkeit eines
Departments des Wirtschaftsministeriums kann wohl bezweifelt werden.
Die Finanzierung des Projekts ist noch offen", erklärt die
Bundesrätin der Grünen.
3) Weißrussland ist geprägt vom AKW-Unfall in Tschernobyl - rund 25
Prozent der Fläche sind nach wie vor betroffen, sodass die
AKW-Betreiber behaupten, die dortige Biomasse kann aufgrund der
radioaktiven Verseuchung nicht verbrannt werden. "Gleichzeitig wird
in der Umweltverträglichkeitserklärung ein Unfall mit Auswirkungen,
die über einen Radius von 2 bis 3 km hinausgehen, völlig
ausgeschlossen. Ein Flugzeugabsturz wird ausgeschlossen, weil keine
Flugroute über den AKW-Standort führt - und Terroranschläge auf
Weißrussland ebenfalls, weil sie ja keine Probleme mit
der"islamischen Welt" haben. Eine lächerliche Argumentation",
attestiert Kerschbaum.
4)Die anstehenden Verfahren wegen Verletzung der ESPOO- und
Aarhus-Konvention aufgrund der Einsprüche gegen das UVP-Verfahren in
Litauen und der Ukraine ignorieren die Projektbetreiber ebenso wie
die zahlreichen fundierten Einsprüche aus dem eigenen Land.
"Wenn die Projektwerber wirklich so naiv sind, wie sie sich gestern
dargestellt haben, ist das zum Fürchten - immerhin geht es um ein
Projekt, bei dem Fehler verheerende Wirkungen haben können! Dass
hinter der naiv-freundlichen Maske auch noch anderes steckt, zeigt
sich im Umgang mit den AKW-GegnerInnen im eigenen Land: Beim
UVP-Verfahren in Minsk wurden busweise Bauarbeiter hingekarrt - und
AktivistInnen ,aus Platzmangel' ausgeschlossen. Österreich muss jetzt
alle Mittel ergreifen, um dieses Problem auch auf europäischer Ebene
zu thematisieren. Atomkraft ist gefährlich - Atomkraft in einem Land
ohne gefestigte Demokratie ist brandgefährlich", warnt
Grün-Bundesrätin Elisabeth Kerschbaum.
Rückfragehinweis:
Grüner Klub im NÖ Landtag
Mag. Kerstin Schäfer
Tel.: Mobil: +43/664/8317500
mailto:[email protected]
http://noe.gruene.at
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