- 12.05.2010, 10:00:25
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BM Claudia Schmied: "Für Leistung und Qualität in Österreichs Schulen. Die nächsten Schritte in der Bildungspolitik"
Bildung auf höchstem Niveau entscheidet über unsere Zukunft. Bildungsstandards ab 2011/12 und Matura Neu ab 2013/14 wirksam.
Wien (OTS) - "Eine zentrale bildungspolitische Aufgabe ist die
Qualitätssicherung an unseren Schulen. Jede Schülerin und jeder
Schüler in Österreich hat das Recht auf höchste Qualität im
Unterricht. Die Bildungsstandards sollen sicherstellen, dass in
Zukunft jedes Kind in Österreich den besten Unterricht erhält und
optimal individuell gefördert wird", betont Bildungsministerin
Claudia Schmied bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit den beiden
BIFIE-Direktoren Günter Haider und Josef Lucyshyn.
Eine weitere wichtige bildungspolitische Maßnahme für mehr Qualität
ist die Einführung der neuen standardisierten, kompetenzorientierten
Reifeprüfung an der AHS und BHS. "Damit haben alle Eltern und
Jugendlichen die Sicherheit, dass jede Schule für bessere Qualität
steht und Schülerinnen und Schüler an jeder Schule mit der Matura die
Studierfähigkeit erlangen", hebt Bildungsministerin Claudia Schmied
die Bedeutung der neuen Matura hervor und betont: "Die gute
Vorbereitung und eine hohe Motivation der Lehrerinnen und Lehrer ist
für das Gelingen dieser großen Innovationsvorhaben entscheidend,
weshalb ihre intensive Einbindung in den Implementierungsprozess
entscheidend ist."
Bildungsstandards - ein Beitrag zur Qualitätssicherung an Schulen
Noten geben zu wenig Aufschluss über die in einem Fach oder einem
Lerngebiet erreichten tatsächlichen Kompetenzen. Bildungsstandards
legen fest, was SchülerInnen in einzelnen Unterrichtsgegenständen in
der 4. Schulstufe (Deutsch und Mathematik) und 8. Schulstufe
(Deutsch, Mathematik und Englisch) können sollen. Ihre Überprüfung
zeigt uns, ob die entsprechenden Kompetenzen vermittelt wurden. Die
Standards sollen eine nachhaltige Ergebnisorientierung in der Planung
und Durchführung von Unterricht bewirken. Konkrete Vergleichsmaßstäbe
stellen die bestmögliche Diagnostik als Grundlage für individuelle
Förderung sicher und tragen wesentlich zur Qualitätsentwicklung in
der Schule bei.
Das BIFIE Wien hat den gesetzlichen Auftrag, die Implementierung der
Bildungsstandards zu unterstützen. Zur informellen Kompetenzmessung
gibt es für die 3. und 7. Schulstufe Diagnose-Instrumente, welche
erstmals Ende Mai 2010 zum Einsatz kommen. Rund 1.700 der 3.200
österreichischen Volksschulen haben sich mit mehr als 45.000
SchülerInnen für diese freiwillige Selbstevaluation angemeldet.
Im Schuljahr 2011/12 wird erstmals in der 8. Schulstufe im Gegenstand
Mathematik eine Standardüberprüfung stattfinden, im Schuljahr 2012/13
in Englisch und im Schuljahr 2013/14 in Deutsch. Alle rund 90.000
SchülerInnen der jeweils 8. Schulstufe machen mit. Für die 4.
Schulstufe werden diese Tests ab dem Schuljahr 2012/13 in Mathematik
und im Schuljahr 2013/14 für Deutsch durchgeführt. Jeweils etwa
83.000 SchülerInnen sind involviert.
Um den potenziellen Nutzen der Bildungsstandards für das Gesamtsystem
zu entfalten, bedarf es weiterer Reformen im österreichischen
Schulwesen: Schulaufsicht mit klarer Trennung zwischen Inspektion,
Beratung und Kontrolle und größerer Handlungsspielraum für Schulen in
personellen und budgetären Belangen, gekoppelt mit der Verpflichtung
systematischer Leistungsberichte.
Teilzentrale kompetenzorientierte Reifeprüfung - Matura Neu an AHS
und BHS
Wie bei den Bildungsstandards sollen die standardisierten
Aufgabenstellungen bei den abschließenden Prüfungen zu einer
stärkeren und nachhaltigeren Ergebnisorientierung in der Planung und
Durchführung von Unterricht führen. Alle SchülerInnen in ganz
Österreich erhalten zum selben Prüfungstermin einheitliche
Aufgabenstellungen, wobei die lehrplanmäßig verschiedenen Schultypen
berücksichtigt werden. Nach Einführung der neuen Matura an der AHS
mit Schuljahr 2013/14 werden mit der neuen Matura an der BHS ab
Schuljahr 2014/15 für alle ca. 45.000 MaturantInnen einheitlich hohe
Qualitätsstandards gesetzt.
Die Neukonzeption der Reifeprüfungsbestimmungen für AHS und BHS sieht
das Drei-Säulen-Modell vor: verpflichtende abschließende Arbeit mit
Präsentation und Diskussion, standardisierte schriftliche Klausuren
in allgemeinbildenden Fächern und standortbezogene mündliche
Prüfungen. Den Anforderungen nach Erhöhung der Studierfähigkeit,
Objektivität, Vergleichbarkeit und Transparenz sowie
Kompetenzorientierung unter Wahrung der Schwerpunkte der AHS und der
Berufsbezogenheit der BHS wird Rechnung getragen.
Beginnend mit der AHS wird vom BIFIE eine Matura entwickelt, die
zentrale wie schulformenspezifische Elemente enthält. Die Vorarbeiten
auf dem Weg zu einer standardisierten Reife- (und Diplom-)prüfung
werden vom BIFIE Wien in Zusammenarbeit mit fachdidaktischen
Kompetenzzentren der Universitäten unter Einbeziehung von
PraktikerInnen (AHS- und BHS-LehrerInnen aus den jeweiligen
Schulformen) geleistet. Ab Herbst 2010 finden für alle LehrerInnen,
die 2014 erstmals ihre Klassen zur standardisierten Reifeprüfung
führen werden, Informationsveranstaltungen des BIFIE in
Zusammenarbeit mit allen Pädagogischen Hochschulen statt. Für die
BHS-Standorte beginnen die Entwicklungsarbeiten am BIFIE im Herbst
2010. Im Herbst 2010 werden auch in enger Zusammenarbeit mit der
Schulaufsicht in den Bundesländern und der Fachsektion im BMUKK eine
Reihe von Informationsveranstaltungen in allen Bundesländern
durchgeführt.
Für die Reifeprüfung im Schuljahr 2009/10 beziehen bereits 308 der
352 AHS für 15.335 KandidatInnen in Englisch, 930 in Französisch, 155
in Italienisch und 81 in Spanisch zentral erstellte
Aufgabenbeispiele. Im Schuljahr 2011/12 soll die neue Reifeprüfung in
Mathematik als Schulversuch in Pilotschulen der AHS durchgeführt
werden. Derzeit laufen Pilotierungen für Deutsch, Latein und
Griechisch, die Schulversuche finden ab Schuljahr 2012/13 statt.
Die Reife- und Diplomprüfung an den berufsbildenden höheren Schulen
(BHS) orientiert sich an der im Vorjahr beschlossenen
Reifeprüfungsreform an den AHS. Bei der Gestaltung der
standardisierten Fächer (Deutsch, Lebende Fremdsprache, Mathematik)
wird auf die Schultypen und Fachrichtungen Rücksicht genommen. Die
Diplomarbeit für alle BHS-KandidatInnen geht von einer berufs- oder
betriebspraktischen Fragestellung aus und arbeitet konkrete
Fragestellungen mit vorwissenschaftlichen Methoden auf. Die
KandidatInnen können zwischen drei schriftlichen und drei mündlichen
bzw. vier schriftlichen und zwei mündlichen Prüfungsteilen wählen. So
gelingt es, die sehr unterschiedlichen Anforderungen an etwa 80
Fachrichtungen an den BHS mit dem einheitlichen Schema der
teilstandardisierten Prüfungsformen in Übereinstimmung zu bringen.
Für die zwei oder drei mündliche Prüfungen werden die
Themenstellungen der Prüfungsfächer vom FachlehrerInnenkollegium am
Schulstandort verfasst und den KandidatInnen bekannt gemacht.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Mag. Petra Hafner
Tel.: (++43-1) 53 120-5031
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