BM Claudia Schmied: "Für Leistung und Qualität in Österreichs Schulen. Die nächsten Schritte in der Bildungspolitik"

Bildung auf höchstem Niveau entscheidet über unsere Zukunft. Bildungsstandards ab 2011/12 und Matura Neu ab 2013/14 wirksam.

Wien (OTS) - "Eine zentrale bildungspolitische Aufgabe ist die Qualitätssicherung an unseren Schulen. Jede Schülerin und jeder Schüler in Österreich hat das Recht auf höchste Qualität im Unterricht. Die Bildungsstandards sollen sicherstellen, dass in Zukunft jedes Kind in Österreich den besten Unterricht erhält und optimal individuell gefördert wird", betont Bildungsministerin Claudia Schmied bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit den beiden BIFIE-Direktoren Günter Haider und Josef Lucyshyn.

Eine weitere wichtige bildungspolitische Maßnahme für mehr Qualität ist die Einführung der neuen standardisierten, kompetenzorientierten Reifeprüfung an der AHS und BHS. "Damit haben alle Eltern und Jugendlichen die Sicherheit, dass jede Schule für bessere Qualität steht und Schülerinnen und Schüler an jeder Schule mit der Matura die Studierfähigkeit erlangen", hebt Bildungsministerin Claudia Schmied die Bedeutung der neuen Matura hervor und betont: "Die gute Vorbereitung und eine hohe Motivation der Lehrerinnen und Lehrer ist für das Gelingen dieser großen Innovationsvorhaben entscheidend, weshalb ihre intensive Einbindung in den Implementierungsprozess entscheidend ist."

Bildungsstandards - ein Beitrag zur Qualitätssicherung an Schulen Noten geben zu wenig Aufschluss über die in einem Fach oder einem Lerngebiet erreichten tatsächlichen Kompetenzen. Bildungsstandards legen fest, was SchülerInnen in einzelnen Unterrichtsgegenständen in der 4. Schulstufe (Deutsch und Mathematik) und 8. Schulstufe (Deutsch, Mathematik und Englisch) können sollen. Ihre Überprüfung zeigt uns, ob die entsprechenden Kompetenzen vermittelt wurden. Die Standards sollen eine nachhaltige Ergebnisorientierung in der Planung und Durchführung von Unterricht bewirken. Konkrete Vergleichsmaßstäbe stellen die bestmögliche Diagnostik als Grundlage für individuelle Förderung sicher und tragen wesentlich zur Qualitätsentwicklung in der Schule bei.

Das BIFIE Wien hat den gesetzlichen Auftrag, die Implementierung der Bildungsstandards zu unterstützen. Zur informellen Kompetenzmessung gibt es für die 3. und 7. Schulstufe Diagnose-Instrumente, welche erstmals Ende Mai 2010 zum Einsatz kommen. Rund 1.700 der 3.200 österreichischen Volksschulen haben sich mit mehr als 45.000 SchülerInnen für diese freiwillige Selbstevaluation angemeldet.
Im Schuljahr 2011/12 wird erstmals in der 8. Schulstufe im Gegenstand Mathematik eine Standardüberprüfung stattfinden, im Schuljahr 2012/13 in Englisch und im Schuljahr 2013/14 in Deutsch. Alle rund 90.000 SchülerInnen der jeweils 8. Schulstufe machen mit. Für die 4. Schulstufe werden diese Tests ab dem Schuljahr 2012/13 in Mathematik und im Schuljahr 2013/14 für Deutsch durchgeführt. Jeweils etwa 83.000 SchülerInnen sind involviert.

Um den potenziellen Nutzen der Bildungsstandards für das Gesamtsystem zu entfalten, bedarf es weiterer Reformen im österreichischen Schulwesen: Schulaufsicht mit klarer Trennung zwischen Inspektion, Beratung und Kontrolle und größerer Handlungsspielraum für Schulen in personellen und budgetären Belangen, gekoppelt mit der Verpflichtung systematischer Leistungsberichte.

Teilzentrale kompetenzorientierte Reifeprüfung - Matura Neu an AHS und BHS
Wie bei den Bildungsstandards sollen die standardisierten Aufgabenstellungen bei den abschließenden Prüfungen zu einer stärkeren und nachhaltigeren Ergebnisorientierung in der Planung und Durchführung von Unterricht führen. Alle SchülerInnen in ganz Österreich erhalten zum selben Prüfungstermin einheitliche Aufgabenstellungen, wobei die lehrplanmäßig verschiedenen Schultypen berücksichtigt werden. Nach Einführung der neuen Matura an der AHS mit Schuljahr 2013/14 werden mit der neuen Matura an der BHS ab Schuljahr 2014/15 für alle ca. 45.000 MaturantInnen einheitlich hohe Qualitätsstandards gesetzt.

Die Neukonzeption der Reifeprüfungsbestimmungen für AHS und BHS sieht das Drei-Säulen-Modell vor: verpflichtende abschließende Arbeit mit Präsentation und Diskussion, standardisierte schriftliche Klausuren in allgemeinbildenden Fächern und standortbezogene mündliche Prüfungen. Den Anforderungen nach Erhöhung der Studierfähigkeit, Objektivität, Vergleichbarkeit und Transparenz sowie Kompetenzorientierung unter Wahrung der Schwerpunkte der AHS und der Berufsbezogenheit der BHS wird Rechnung getragen.

Beginnend mit der AHS wird vom BIFIE eine Matura entwickelt, die zentrale wie schulformenspezifische Elemente enthält. Die Vorarbeiten auf dem Weg zu einer standardisierten Reife- (und Diplom-)prüfung werden vom BIFIE Wien in Zusammenarbeit mit fachdidaktischen Kompetenzzentren der Universitäten unter Einbeziehung von PraktikerInnen (AHS- und BHS-LehrerInnen aus den jeweiligen Schulformen) geleistet. Ab Herbst 2010 finden für alle LehrerInnen, die 2014 erstmals ihre Klassen zur standardisierten Reifeprüfung führen werden, Informationsveranstaltungen des BIFIE in Zusammenarbeit mit allen Pädagogischen Hochschulen statt. Für die BHS-Standorte beginnen die Entwicklungsarbeiten am BIFIE im Herbst 2010. Im Herbst 2010 werden auch in enger Zusammenarbeit mit der Schulaufsicht in den Bundesländern und der Fachsektion im BMUKK eine Reihe von Informationsveranstaltungen in allen Bundesländern durchgeführt.

Für die Reifeprüfung im Schuljahr 2009/10 beziehen bereits 308 der 352 AHS für 15.335 KandidatInnen in Englisch, 930 in Französisch, 155 in Italienisch und 81 in Spanisch zentral erstellte Aufgabenbeispiele. Im Schuljahr 2011/12 soll die neue Reifeprüfung in Mathematik als Schulversuch in Pilotschulen der AHS durchgeführt werden. Derzeit laufen Pilotierungen für Deutsch, Latein und Griechisch, die Schulversuche finden ab Schuljahr 2012/13 statt.

Die Reife- und Diplomprüfung an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) orientiert sich an der im Vorjahr beschlossenen Reifeprüfungsreform an den AHS. Bei der Gestaltung der standardisierten Fächer (Deutsch, Lebende Fremdsprache, Mathematik) wird auf die Schultypen und Fachrichtungen Rücksicht genommen. Die Diplomarbeit für alle BHS-KandidatInnen geht von einer berufs- oder betriebspraktischen Fragestellung aus und arbeitet konkrete Fragestellungen mit vorwissenschaftlichen Methoden auf. Die KandidatInnen können zwischen drei schriftlichen und drei mündlichen bzw. vier schriftlichen und zwei mündlichen Prüfungsteilen wählen. So gelingt es, die sehr unterschiedlichen Anforderungen an etwa 80 Fachrichtungen an den BHS mit dem einheitlichen Schema der teilstandardisierten Prüfungsformen in Übereinstimmung zu bringen. Für die zwei oder drei mündliche Prüfungen werden die Themenstellungen der Prüfungsfächer vom FachlehrerInnenkollegium am Schulstandort verfasst und den KandidatInnen bekannt gemacht.

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Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Mag. Petra Hafner
Tel.: (++43-1) 53 120-5031

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