• 06.05.2010, 18:30:10
  • /
  • OTS0298 OTW0298

WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Der Flughafen Wien braucht einen Neustart - von Robert Lechner

Sechs Millionen Euro könnten die Unternehmenskultur retten

Wien (OTS) - In kaum einem anderen börsenotierten Unternehmen in
Österreich ist so der Wurm drinnen wie am Flughafen Wien. Die
Schlammschlacht zwischen den großkoalitionär besetzten Managern nimmt
immer skurrilere Züge an. Nach dem VP-Trommelfeuer gegen SP-Manager
Herbert Kaufmann im ersten Quartal schlagen nun die Genossen zurück.
Jüngster Höhepunkt ist eine - offiziell anonyme - Strafanzeige gegen
den VP-Politiker Ernest Gabmann, der seit März 2009 als Finanzchef in
Schwechat agiert. Die politisch motivierten Hetzkampagnen in der
börsenotierten Gesellschaft sind mittlerweile fester Bestandteil der
Unternehmenskultur, und sie sind weit über die zweite und dritte
Managementebene hinaus ins Unternehmen durchgesickert. Dafür, dass am
Airport weiter Schmutzwäsche gewaschen wird, garantiert der
anstehende Wiener Wahlkampf. Die jüngsten Anwürfe gegen Vorstand
Gabmann zeigen, dass nun auch bei der SPÖ-Hälfte im Konzern sämtliche
Hemmungen gefallen sind. Die Kräfte werden nur noch dann vereint,
wenn es um den Versuch geht, externe Kritiker auszuschalten.

Immer weniger Kapazität bleibt angesichts der Spaltung des
Unternehmens für das eigentliche Geschäft. Kenner berichten, dass
nach wie vor eine Strategie im Umgang mit Lufthansa fehlt. Die neuen
Eigentümer der AUA sind indes schon so weit fortgeschritten, München
als Drehscheibe in Richtung Osten zulasten von Wien aufzuwerten. Ein
Blick in den Flugplan in Richtung Nordosteuropa beweist, wovon die
Rede ist. Auch wird in München bereits eifrig an einer dritten Piste
geplant. Im internationalen Geschäft ist nach dem Rückzug der
Schwechater aus St. Petersburg nun auch das Aus für ein Projekt im
Tourismus-Eldorado Malediven bekannt geworden. Das einzige, was
momentan hilft, die Versäumnisse unter dem Teppich zu halten, ist der
Basiseffekt des noch schlechteren Vorjahres. Fraglich ist, wie lange
sich internationale Investoren wie Silchester, Capital World oder
First State das politische Treiben noch ansehen.

Fix ist, dass die Chefs nicht miteinander können. Dem Flughafen Wien
bleibt kaum etwas anderes übrig als ein Neustart - inklusive Rückzug
der Länder Wien und Niederösterreich. Bevor nichts mehr geht, könnte
das auch eine sechs Millionen Euro umfassende Investition beinhalten.
Der Betrag wird fällig, wenn alle Vorstandsverträge per sofort
ausbezahlt werden.

Rückfragehinweis:
Wirtschaftsblatt Verlag AG
Tel.: Tel.: 01/60117 / 300
mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWB

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel