• 06.05.2010, 16:05:11
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"KURIER"-Kommentar von Gert Korentschnig: "Ohne Worte"

Wenn der Straßenkrieg tobt, ist der politische Kleinkrieg nur lächerlich.

Wien (OTS) - Der griechische Präsident Karolos Papoulias sagte
nach den gewaltsamen Ausschreitungen in Athen, dass er keine Worte
habe, um seinen Schmerz und seinen Zorn auszudrücken. Schön, wenn
sich ein Politiker einmal verbal zurückhalten kann.
In Österreich, da ist man - nicht, was die Todesopfer, aber was
die Ursachen für das Finanzdebakel betrifft - recht eloquent.
ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger hat den Schuldigen für das
Desaster längst ausfindig gemacht: "Die sozialistische
Schuldenpolitik".
SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter war um einen Konter
nicht verlegen: Von 2004 bis 2009 hätten in Griechenland die
Konservativen regiert, also sei "die verantwortungslose konservative
griechische Politik" hauptverantwortlich für das Fiasko.
Es ist nicht nur erlaubt, sondern auch vonnöten, aus der
wirtschaftlich katastrophalen und sozial eskalierenden Situation in
Griechenland politische Schlüsse zu ziehen. Aber innenpolitische
Rempeleien und ideologische Betonblöcke sind völlig fehl am Platz.
Die Nostrifizierung internationaler Ereignisse hat jedoch längst
System. Neugierig wartet man darauf, welche österreichische Partei
denn der große Gewinner der Wahlen in Großbritannien ist.

Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at

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