- 05.05.2010, 17:16:06
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Grüne Wien zu Karlsplatz: Verlagerung der Szene ist drogenpolitische Bankrotterklärung
Wien (OTS) - Als "drogenpolitisch zutiefst verfehlt" und
"Bankrotterklärung" bezeichnet die Sozialsprecherin der Grünen Wien,
Heidi Cammerlander, die Vorschläge des Innenministeriums zur
Verlagerung der Drogenszene am Karlsplatz. "Der Umbau der Passage
wird nun als Alibi für eine sukzessive Vertreibung und Zersplitterung
der Szene am Karlsplatz verwendet. Eine Verlagerung des
Lebensmittelpunkts einer Szene bedeutet für alle Beteiligten
lediglich die Verlagerung der Probleme, nicht aber deren Lösung",
kritisiert Cammerlander.
Der Chef der Wiener Ermittlergruppe zur Bekämpfung der
Straßenkriminalität, Wolfgang Preiszler, hatte im Rahmen eines
Hintergrundgesprächs im Innenministerium angekündigt, dass die Szene
hin zum Ganslwirt und dem Tageszentrum TaBeNo abgewandert werden
soll. Innenministerin Maria Fekter selbst fordere eine "Bereinigung"
des Problems - besonders in Anbetracht der PassantInnen und
AnrainerInnen am Karlsplatz. Cammerlander: "Ich bin schon gespannt
wie die Innenministerin diese Verlagerung den AnrainerInnen und
PasantInnen beim Ganslwirt und beim TaBeNo erklären wird".
Die Neugestaltung der Karlsplatzpassage hätte den mutigen Ausbau
niederschwelliger Einrichtungen und Anlaufstellen für Suchtkranke,
inklusive eines wissenschaftlich begleiteten Konsumraum-Projekts,
beinhalten müssen. "Die bloße Vertreibung der Menschen von einem
Platz zum nächsten garantiert neue Konfliktherde im städtischen
Raum", schließt Cammerlander.
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