- 04.05.2010, 11:00:17
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Beatrix Karl: Hohe Anerkennung für Leistungen in Wissenschaft und Forschung
Wissenschafts- und Forschungsministerin überreicht hohe Auszeichnungen der Republik
Wien (OTS) - Wissenschafts- und Forschungsministerin Dr. Beatrix
Karl überreicht heute Nachmittag Karl Brunner, Wolf Frühauf, Johannes
Koder, Zofia Kowalska, Alfred Pehamberger, Josef Shaked und Vilmos
Vécsei hohe Auszeichnungen der Republik Österreich. Die Ministerin
bei der Überreichung im Audienzsaal des Bundesministeriums für
Wissenschaft und Forschung: "Die Auszeichnungen sind Ausdruck hoher
Anerkennung und Dankbarkeit für Ihre Leistungen in Wissenschaft und
Forschung. Gleichzeitig sind sie aber auch Ermutigung
weiterzuarbeiten und das Wissen an die nächste Generation von
Forscherinnen und Forschern weiterzugeben".
Univ.-Prof. Dr. Karl Brunner, zuletzt Direktor des Instituts für
österreichische Geschichtsforschung, hat sich insbesondere auf den
Gebieten der Mittelalterlichen Geschichte und der Historischen
Hilfswissenschaften verdient gemacht und wird mit dem Großen
Silbernen Ehrenzeichen für Verdienst um die Republik Österreich
auszeichnet. 1983 wurde er zum Außerordentlichen
Universitätsprofessor für Geschichte des Mittelalters und Historische
Hilfewissenschaften an der Universität Wien ernannt. Internationale
Anerkennung erlangte Brunner vor allem auch als Forscher und
Wissenschaftsorganisator. Von 1996 bis 2003 war er geschäftsführender
Direktor des Kremser Instituts für Realienkunde des Mittelalters und
der frühen Neuzeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Mit einer für das Hochmittelalter methodisch bahnbrechenden
wissenschaftlichen Biografie von "Leopold III., dem Heiligen" hat
sich Professor Brunner in den Ruhestand verabschiedet.
Mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik
Österreich wird auch Dr. h.c.mult. Dr. Vilmos Vécsei geehrt. Vécsei
ist Universitätsprofessor an der Medizinischen Universität Wien und
hat an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie insbesondere die
Forschungstätigkeit intensiviert. Er gilt international als einer der
führenden Wegbereiter der intramedullären Osteosynthese. Aufgrund
seiner großen Erfahrung auf dem Gebiet der septischen Unfallchirurgie
ist Vécsei anerkannter Promoter der Anwendung von lokalen
Antibiotikaträgern bei Knocheninfekten. Besondere wissenschaftliche
Erkenntnisse sind ihm auf dem Gebiet der Knorpeltransplantation
gelungen ebenso wie auf dem Gebiet der Biomechanik des Beckens, eine
essentielle Grundlage bei der Stabilisierung von komplexen
Beckenbrüchen. Außerdem gilt Vécseis Engagement dem Aufbau der
unfallchirurgischen Versorgung in den östlichen Nachbarstaaten.
Hon.-Prof. Dr. Josef Shaked, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie,
wird mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik
Österreich ausgezeichnet. Der gebürtige Ungar ist ein international
renommierter Gruppenpsychoanalytiker, der wie kein anderer die
Massenpsychologie untersucht und gesellschaftliche, politische und
historische Ereignisse analysiert. Er hat die Leitung von Großgruppen
und ihre intellektuelle Durchdringung zu seiner Lebensaufgabe
gemacht. Solche Großgruppen bis zu 150 Personen leitet Professor
Shaked bis heute in Österreich, Ungarn, Israel, in der Ukraine und
der Schweiz. Er war und ist prägend für mehrere Generationen von
Psychoanalytiker/innen. Gemeinsam mit Alice Ricciardi und Michael
Hayne gründete er 1976 die gruppenanalytischen Fortbildungs-Workshops
der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Gruppenanalyse in
Altaussee. Er ist Mitherausgeber des "Österreichischen Jahrbuchs für
Gruppenanalyse" und Ehrenmitglied des Deutschen Arbeitskreises für
Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik.
Das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse
erhält Univ.-Prof. Dr. h.c. Dr. Johannes Koder. Koder war bis 2009
Direktor des Österreichischen Archäologischen Instituts sowie
Mitglied des Archäologischen Rates beim BMWF. 1977 wurde er
Außeror-dentlicher Universitätsprofessor für Byzantinistik an der
Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. Später
folgte eine Lehrtätigkeit an der Universität Mainz. Derzeit wirkt
Professor Koder als Vorstand des Instituts für Byzantinistik und
Neogräzistik. Acht Jahre lang war er Vorsitzender der Bundeskonferenz
der Universitätsprofessor/innen. Im Österreichi-schen Archäologischen
Institut leitete er wissenschaftliche Untersuchungen in Ephesos. Jene
Forschungstätigkeit hat wesentlich zum Forschungsrenommee Österreichs
in der Welt beigetragen.
Mit dem Berufstitel "Professor" wird Sektionschef i.R. Dr. Wolf
Frühauf ausgezeichnet. Über vier Jahrzehnte hat Frühauf Wissenschaft
und Forschung, Universitäten und Hochschulen in Österreich besonders
gefördert. Bereits als Universitätsassistent hat sich Frühauf
gemein-sam mit Professor Ermacora auf den Gebieten Hochschulrecht und
Verfassungslehre ver-dient gemacht. Im Rahmen seiner Tätigkeit im
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung war er seit Anfang
der 70er Jahre an der Erarbeitung und Umsetzung des
Universi-tätsorganisationsgesetz 1975, des
Forschungsorganisationsgesetzes 1981 und des Tierversuchsgesetzes
maßgeblich beteiligt. Es folgten die Neuordnung der Strukturen der
Medizinischen Fakultäten, wobei das AKH Wien, das LKH Graz und das
LKH Innsbruck zu modernen wissenschaftlich-medizinischen-klinischen
Betrieben entwickelt wurden. Besonders widmete sich Frühauf auch der
Biotechnologie und dem Universitätssport. Höhepunkt war in diesem
Bereich die erfolgreiche Bewerbung und Durchführung der
Winteruniversiade Inns-bruck/Seefeld 2005.
Dr. Zofia Kowalska erhält ebenso den Berufstitel "Professor". Die
gebürtige Polin ist namhafte Historikerin und Judaistin. Sie
engagierte sich besonders am Institut zur Förderung von
Wissenschafter/innen und Künstler/innen aus Ost- und Mitteleuropa
sowie viele Jahre am Institut für Alttestamentliche Bibelwissenschaft
der Universität Salzburg. Im Institut Janineum in Wien übernimmt sie
einen großen Teil der Öffentlichkeitsarbeit, bereitet
Buchpräsentationen und Ausstellungen vor. Überdies betreut sie
Wissenschafter/innen und Stipendiat/innen. Sie hat zahlreiche
Publikationen über die Geschichte der Monarchie herausgegeben.
Be-dingt durch ihre vielen Vorträge in Wien über die Geschichte
Galiziens und der galizischen Juden wurde sie von den
Österreichischen Bibelreisen engagiert, Studienreisen in die
ehe-maligen Kronländer der österreichisch-ungarischen Monarchie zu
führen. In ihren wissenschaftlichen Arbeiten geht es schwerpunktmäßig
um Österreichische Geschichte und um die Minderheiten in der
ehemaligen k. u. k. Monarchie.
Über den Berufstitel "Professor" darf sich auch Hofrat DI Alfred
Pehamberger freuen. Er hat sich sowohl im Bundesministerium für
Land-und Forstwirtschaft als auch im Finanzministerium auf dem Gebiet
der Bodenkunde verdient gemacht. Seit 1989 ist Pehamberger Leiter der
Bodenschätzung für die Bundesländer Wien, Niederösterreich und
Burgenland. Am Österreichischen Normungsinstitut war er an der
Erstellung zahlreicher den Boden betreffenden Normen beteiligt. Seit
mehr als 20 Jahren ist DI Pehamberger als geschäftsführender
Vor-stand der Österreichischen Bodenkundlichen Gesellschaft aktiv und
hat wesentliche Beiträge zur systematischen Gliederung der Böden
Österreichs erbracht. Seit 1999 hat er einen Lehrauftrag für
"Bodenschätzung und Bodenkartierung" sowie für "Boden in der
Landwirtschaft mit praktischen Übungen im Gelände" an der Universität
für Bodenkultur Wien inne. Darüber hinaus hat DI Pehamberger
beispielsweise die Ukraine beim Aufbau eines eigenen
Bodenschätzungssytems beraten.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
Minoritenplatz 5, 1014 Wien
Abteilung III/3 Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: Tel.: +43/1/53120-9515
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