• 30.04.2010, 11:33:29
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  • OTS0172 OTW0172

ASFINAG: A 10 Tauern Autobahn - Inbetriebnahme zweite Röhre Tauerntunnel

Vollbetrieb im Richtungsverkehr Ende Juni 2011

Wien (OTS) - Nach knapp vierjähriger Bauzeit (Baubeginn: Sommer
2006) wird die zweite Röhre des Tauerntunnels heute, am 30. April
2010, in Betrieb genommen. Parallel dazu beginnen sofort die
umfangreichen Sanierungsarbeiten der Bestandsröhre. Diese sollen Ende
Juni nächsten Jahres abgeschlossen sein, sodass ab diesem Zeitpunkt
der Tauerntunnel den Verkehrsteilnehmern als ein voll modernes,
zweiröhriges Tunnelsystem zur Verfügung stehen wird. Damit wird -
nach dem Katschbergtunnel im Jahr 2009 - ein weiteres Nadelöhr
entschärft. Ein wichtiger Aspekt im Sinne der Erhöhung der
Verkehrssicherheit.

"Der Bau von zweiten Tunnelröhren bildet das nachhaltig wirksamste
Mittel, um die Verkehrsrisiken im Tunnel zu minimieren", betont DI
Gernot Brandtner, Geschäftsführer der ASFINAG Bau Management GmbH.
"Daher wurde nach dem tragischen Unfall im Tauerntunnel im Jahre 1999
von Seiten der ASFINAG begonnen, bestehende Tunnelanlagen zu
erweitern bzw. technisch nachzurüsten. Zwei getrennte Röhren mit
jeweils zwei Fahrspuren führen einerseits zur Entschärfung des
unmittelbaren Gefahrenpotentials, welches von Verkehrstunnel mit
Gegenverkehr ausgeht und andererseits zu einer wesentlichen
Verbesserung der Sicherheit für Verkehrsteilnehmer, die
Erhaltungsmannschaft des Betreibers und nicht zuletzt die
Einsatzkräfte" erklärt Brandtner.

Parallel zum Vollausbau des Tauerntunnels erhalten die Anrainer
zusätzliche Umweltentlastungsmaßnahmen. "In insgesamt zehn Gemeinden
in Kärnten und Salzburg wurden und werden derartige Maßnahmen in Form
von Einhausungen, Lärmschutzgalerien und -wänden realisiert", so DI
Alexander Walcher, Geschäftsführer der ASFINAG Bau Management GmbH.
"Zusätzliche Lärmschutzwände im Pongau und Lungau wurden bereits
fertig gestellt. Derzeit wird die Lärmschutzwand "Hub" im Bereich
Tauerntunnel Süd hergestellt. Und Ende Juni können wir bereits die
Einhausung Eben für den Verkehr freigeben. Die Einhausung Flachau
wird Ende Mai 2011 fertig gestellt sein", so Walcher.

Auch für Salzburgs Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller ist der
Vollausbau des Tauerntunnels von großer Bedeutung: "11 Jahre nach der
tragischen Brandkatastrophe im Tauerntunnel ist es endlich gelungen,
diese Sicherheitslücke zu schließen. Die zweite Röhre des
Tauerntunnels hat aber über den Aspekt der Investition in die
Sicherheit hinaus große verkehrspolitische Bedeutung. Ein seit langem
nicht mehr zeitgemäßes "Nadelöhr" und damit verbunden stunden- und
kilometerlange Staus gehören damit - so hoffen wir - der
Vergangenheit an. Aus wirtschaftlicher und nicht zuletzt
touristischer Sicht kann das nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Für Anrainer und Unternehmen an beiden Enden des Tunnels, aber auch
für viele tausende Reisende ist der Vollausbau des Tauerntunnels eine
Zäsur im positiven Sinne", betont Landeshauptfrau Gabi Burgstaller.

"Man darf nie vergessen, dass die Entscheidung zum Bau der zweiten
Tunnelröhren durch Tauern und Katschberg eines der schwersten
Tunnelunglücke in der Geschichte unseres Landes vorausgegangen ist.
Das Thema Verkehrssicherheit war und ist daher der klare Auslöser für
diese Bauwerke. Neben der Verkehrssicherheit ist natürlich auch die
Vermeidung von Staus und langen Wartezeiten sowie die damit
verbundene wirtschaftliche und touristische Verbesserung der
Situation in diesem Bereich ein wichtiges Argument. Die
Tauernautobahn ist gerade für die Tourismusregionen in ihrer Nähe ein
schneller und bequemer Zubringer für unsere Gäste", betont Salzburgs
Verkehrs-, Wirtschafts- und Tourismusreferent Landeshauptmann-Stv.
Wilfried Haslauer.
"Schon bei der Entscheidung zum Bau der zweiten Tunnelröhren hat sich
die Salzburger Landesregierung massiv für eine Entlastung der
Anrainerinnen und Anrainer entlang der Strecke eingesetzt, die im
Bereich Ebene und Flachau vor der Fertigstellung sind. Im Bereich
Zederhaus hoffe ich sehr, dass so rasch wie möglich eine Einigung
über die notwendigen Maßnahmen gefunden wird", sagt
Landeshauptmann-Stv. Wilfried Haslauer.

Tunnelsicherheit

Der seit Juni 1975 unter Verkehr stehende einröhrige Tauerntunnel
wird derzeit im Gegenverkehr betrieben. Dies bedeutet bei der vor
allem in Reisezeiten starken Verkehrsbelastung eine Gefährdung des
Verkehrsflusses. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit ist daher der
Ausbau des Tauerntunnels zu modernen, zweiröhrigen Tunnelsystemen
unabdingbar.

Die neue Talröhre des Tauerntunnels ist dem modernsten Stand der
Technik und den aktuellen RVS (Richtlinien für Verkehr und
Straßenbau) entsprechend ausgerüstet.

Die wichtigsten sicherheitstechnischen Einrichtungen:

- 7 Abstellnischen im Abstand von rd. 850 m
(gefordert nach RVS max. 1.000 m
- 26 Querschläge, davon 17 begehbare, 6 mit Einsatzfahrzeugen
befahrbare und 3 mit EU-Lkw befahrbare Querschläge
- Je 52 Notruf- und Feuerlöschnischen
- 7 Feuerlöschnischen mit Schlauchhaspel in den Abstellnischen
- deckellose Betonfahrbahndecke
- Vollquerlüftung (4 Lüftungsabschnitte)
- Notruf- und Fluchtwegkennzeichnung
- helle, freundliche, reflektierende Tunnelwand-Beschichtung
(bis zur Unterkante der Zwischendecke)
- Einfahrts-, Durchfahrts- und Notbeleuchtung
- LED-Beleuchtung der Bordsteinkanten (beidseits der Fahrbahn)
- zentrale Videoüberwachung des Tunnels
- Tunnelfunkanlage für Einsatzkräfte und für den Betrieb
- Verkehrsfunkanlage
- Linienbrandmelder
- Trübsicht- und CO-Messung

Die Überwachung und Steuerung des Tauerntunnels erfolgt durch die
Tunnelüberwachungszentrale in der Autobahnmeisterei St. Michael/Lg.

Generalsanierung der Bestandsröhre

Nach der nunmehrigen Inbetriebnahme der neuen Talröhre wird die
Bestandsröhre des Tauerntunnels vom Gegenverkehrsbetrieb auf
Richtungsverkehr umgebaut und sicherheitstechnisch der neuen Röhre
entsprechend aufgerüstet. Dies erfordert umfangreiche Maßnahmen, so
unter anderem

- Bergmännischer Durchschlag und Einbindung von 26 Querschlägen
(einer davon bereits fertig gestellt)
- Herstellung zusätzlicher Feuerlöschnischen in den sechs
Abstellnischen
- deckellose Betonfahrbahndecke
- Erneuerung der Gehwege und Kabelkanäle
- Erneuerung des Entwässerungssystems
- Erneuerung der Löschwasserleitung und Hydranten
- Diverse Betoninstandsetzungen
- Sanierung der Tunnelgalerien an den Portalen
- Sanierung des Tunnelanstriches
- Neuinstallation der gesamten elektromaschinellen Einrichtungen
gemäß der aktuellen Sicherheitsbestimmungen
- Sanierung und Adaptierung der Lüftungsanlage

Diese Arbeiten erfordern eine Vollsperre der Bestandsröhre und werden
rd. ein Jahr in Anspruch nehmen.

Geplante Verkehrsfreigabe im Vollbetrieb (beide Tunnelröhren):
Ende Juni 2011
Gesamtkosten (inkl. Generalsanierung Bestandsröhre):
netto rd. Euro 212 Mio.

Eckdaten Tauerntunnel

Gesamtlänge: rd. 6,4 km
Baubeginn: Juli 2006
Kalottendurchschlag: 8. Juli 2008
Inbetriebnahme 2. Röhre: 30. April 2010
Vollbetrieb im Richtungsverkehr (beide Tunnelröhren): Juni 2011

Gesamtkosten: netto
rd. Euro 212 Mio., davon
rd. Euro 173 Mio. für Neubau
rd. Euro 39 Mio. für Sanierung

Rückfragehinweis:

ASFINAG SERVICE GESELLSCHAFT
   Mag. Anita Oberholzer
   Pressesprecherin für OÖ und Salzburg
   Tel.: Tel:+43 (0) 50108-15933, Mobil:+43 664-60108 15933
   mailto:[email protected]
   Fax: +43 (0) 50108-15932

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