• 30.04.2010, 11:07:30
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Experten sehen Mobilfunkindustrie vor Umbruch

Datendienste können Rückgang bei Sprachumsätzen maximal auffangen - Entwicklung bei "Apps" verschlafen - Bis 2015 nutzen 60 Prozent aller Mobilfunkkunden ein Smartphone Wien (OTS) - Im Krisenjahr 2009 haben die Handynetzbetreiber zum Teil stark gelitten, die Umsätze stagnierten bestenfalls. Für die notwendige Butter aufs Brot könnten Apps und Co. - also die mehr oder minder praktischen Anwendungen, die durch das iPhone einer breiten Masse bekannt geworden sind - sorgen. Allerdings haben die Mobilfunker diese Entwicklung verschlafen, gaben sich Experten bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, in Wien überzeugt. "Die hohe Nachfrage nach mobilen Datendiensten könnte den Rückgang der Sprachumsätze kompensieren. Eine Umsatzsteigerung insgesamt ist allerdings nicht zu erwarten", so Clemens Schwaiger von Arthur D. Little Österreich. Getrieben werde der Markt derzeit von Smartphones und Datendiensten. Zwar müssten die Handynetzbetreiber den Geräteherstellern viel an "Stützung" zahlen - Stichwort "Null-Euro-Handy"-, andererseits würden Smartphone-Nutzer zwei- bis dreimal so hohe Umsätze generieren wie andere Handy-Telefonierer. Bis zum Jahr 2015 würden jedenfalls 60 Prozent aller Mobilfunkkunden in Europa ein Smartphone verwenden. In Österreich seien es derzeit etwa 32 Prozent. Die mobilen Datendienste sollten in diesem Zeitraum jährlich um 25 Prozent wachsen, sagte Schwaiger. Gute Aussichten für die derzeit boomenden Apps, sollte man meinen. "Die Mobilfunker werden alles tun, um von diesem neuen Markt zu profitieren", erklärte der Berater. Handynetzbetreiber sollten sich aber nicht nur auf das iPhone verlassen, sondern verstärkt Smartphones anderer Hersteller anbieten. "Damit reduzieren sie ihre zunehmende Abhängigkeit vom Ökosystem 'Apple' und verbessern die Profitabilität", so Schwaiger. Die Mobilfunker selbst würden derzeit großteils keinen Einstieg ins Contentgeschäft planen oder entsprechende neue Dienste anbieten. "Als reine Zugangsanbieter sehen sie sich aber auch nicht", erklärte der Experte. Viel Potenzial für lokale Entwickler "Die Industrie hat zehn Jahre darüber nachgedacht, wie Anwendungen aussehen oder funktionieren könnten. Aber erst wenn die Mobilfunker von außen jemand darauf hinweist, wie etwas gemacht werden kann, funktioniert das Geschäftsmodell", kritisierte Rainer Friedl vom Consulter diamond:dogs. Er sieht das Google-Handybetriebssystem Android "als das Linux der Zukunft" und insgesamt viel Potenzial für lokale Entwickler von Apps, "denn jeder Markt hat seine spezifischen Anforderungen". Es sei zwar einiges probiert worden, so Thomas Wedl von Cellular, einem Anbieter von mobilen Anwendungen. Allerdings hätten die Handynetzbetreiber das Thema wirklich etwas verschlafen. Es stelle sich die Frage, ob Telekom-Unternehmen langfristig die Chance hätten, an den Einnahmen zu partizipieren, oder ob sie nur als Zugangsanbieter fungieren würden. Er ortet eine gewisse Verunsicherung in Österreich "auf was man setzen soll". Groß sei die Zurückhaltung auch in der Medienindustrie. Verlage glauben an "riesengroße Chance" durch iPad Durch das iPhone sei ein zartes Interesse der Verlage geweckt worden, im iPad werde schon eine "riesengroße Chance" gesehen, sagte Robert Schweinzer von APA-MultiMedia. Der Tablet-Computer könnte eine neue Form von Zeitung ermöglichen. Er glaube jedenfalls an Paid Content, allerdings brauche es dazu entsprechende Geschäftsmodelle. "Den Mobilfunkern bleibt - pessimistisch betrachtet - nur mehr übrig, Datenpakete und SMS zu verkaufen. Wer kennt schon Apps von Telcos?", so Schweinzer. Die Mobilfunker könnten bei neuen Diensten sehr wohl mitmischen. Schließlich würde ihnen eine hohes Maß an Vertrauen entgegengebracht, gab sich Engelbert Kerschbaummayr von Kapsch CarrierCom überzeugt. Als mögliche Anwendungen sieht er Identitätsmanagement, Sicherheitslösungen oder E-Health. Allerdings würden sich neue Player in die vormals geschützte Wertschöpfungskette der Betreiber drängen: die Hersteller von Apps und Content-Provider. Weitere Fotos vom Event finden Sie unter http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=201004&e=20100429_e&a=event Die Plattform Soziale Netzwerke, mobiles Marketing und Software als Dienstleistung: Die IT-Welt dreht sich immer schneller. Die seit neun Jahren existierende E-Business-Community (EBC) hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, Wissen über aktuelle Themen aus der Branche zu vermitteln und Geschäftskontakte zu erleichtern. Veranstaltet von APA-MultiMedia, dem Partner für multimedialen Content und redaktionelles Outsourcing, bildet die EBC ein schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business. Monatliche Veranstaltungen, bei denen sowohl Impulsreferate als auch Fachvorträge und Podiumsdiskussionen Platz haben, bilden die ideale Plattform für Erfahrungs- und Meinungsaustausch. Die Partner-Unternehmen der E-Business-Community sind: - Capgemini Consulting Österreich AG www.at.capgemini.com - CELLULAR GmbH www.cellular.at - diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc - economyaustria http://economyaustria.at - Hewlett-Packard www.hp.com/at - Kapsch CarrierCom AG www.kapsch.net - Microsoft Österreich www.microsoft.com/austria - NAVAX Consulting AG www.navax.at - NextiraOne www.nextiraone.at - SAP Österreich GmbH www.sap.at - Telekom Austria www.telekom.at - UC4 Software GmbH www.uc4.com - WirtschaftsBlatt Verlag AG www.wirtschaftsblatt.at - Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at - APA-MultiMedia http://multimedia.apa.at Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at Rückfragehinweis: E-Business-Community Barbara Rauchwarter Tel.: +43/1/360 60-5700 E-mail: [email protected] http://ebc.apa.at Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/419/aom *** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT *** OTS0144 2010-04-30/11:07 301107 Apr 10

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Bei einer Veranstaltung der APA-E-Business-Community diskutierten Experten über neue Erlösquellen durch "Apps" und Co.

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