• 30.04.2010, 10:09:25
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Caritas fordert Maßnahmenpaket zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit

Caritasdirektor Landau betont, dass es um eine politische Querschnittmaterie geht - "Es darf nicht auf Kosten der Schwächsten in unserem Land gespart werden"

Wien (OTS) -
Wien, 30.04.10 (PEW) Angesichts der konstant hohen Arbeitslosenzahlen
hat die Caritas der Erzdiözese Wien am 30. April, dem "Tag der
Arbeitslosen", ein Maßnahmenpaket zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit
gefordert. Bei einer Pressekonferenz sagte der Wiener Caritasdirektor
Msgr. Michael Landau wörtlich: "So mancher Politiker redet sich das
Ende der Wirtschaftskrise herbei, tatsächlich ist die soziale Krise
noch lange nicht überwunden". 266.000 Menschen waren im März beim AMS
als erwerbslos gemeldet, weitere 84.000 waren in Schulungen. Nach
Angaben der Caritas kommen derzeit auf eine freie Stelle 13
erwerbslose Personen. Seit langem gebe es außerdem ein hohes Maß an
struktureller Erwerbslosigkeit, das durch die Wirtschaftskrise noch
verschärft wird.

Im Hinblick auf die Budgetverhandlungen der kommenden Monate
appellierte Landau an die Bundesregierung, verantwortungsvolle
Politik zu betreiben und notwendige Sparpakete sozial verträglich zu
gestalten: "Es darf nicht auf Kosten der Schwächsten und Ärmsten in
unserem Land gespart werden". Es könne nicht sein, dass die
schuldlosen Verlierer der Wirtschaftskrise, Menschen, die ohne Job
dastehen, die Auswirkungen von Sparkalkülen und
Sozialschmarotzer-Verdächtigungen ausbaden müssen - und zwar
gemeinsam mit ihren Familien, mit ihren Kindern. Die schuldlosen
Opfer der Wirtschaftskrise und der Arbeitslosigkeit selbst für ihr
Schicksal verantwortlich zu machen, sei nichts anderes als ein
Versuch, von der eigenen Hilflosigkeit und von mangelnder
Lösungskompetenz abzulenken. Die Caritas fordere daher eine
Sozialverträglichkeitsprüfung für jede einzelne geplante Maßnahme zur
Budgetkonsolidierung, betonte Landau.

Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit muss eine politische
Querschnittmaterie werden, unterstrich der Wiener Caritasdirektor. So
gehe es bei Erwerbslosigkeit auch um Gesundheitspolitik.
"Arbeitslosigkeit macht krank, und Krankheit macht oft arbeitslos!
Wer die Kosten im Gesundheitssystem reduzieren will, muss auch
Arbeitslosigkeit bekämpfen", so Landau. Und es gehe auch um
Bildungspolitik: Aktuell fördere das österreichische Bildungssystem
soziale Mobilität nicht. Bildungsarmut sei in Österreich leider
"erblich". Die Caritas trete für eine ganzheitliche Bildungsreform
nach dem Vorbild der skandinavischen Länder ein, also mit Ganztags-
und Gesamtschulen, kostenlosem und individuellem Förderunterricht in
der Schule und optimaler Infrastruktur. Man müsse aber auch an die
Menschen denken, für die ein Wiedereinstieg in den regulären
Arbeitsmarkt utopisch ist, die aber trotzdem sinnstiftende
Beschäftigung und Tagesstrukturierung brauchen. "Wir benötigen
deshalb für jene, die den Einstieg bzw. Wiedereinstieg in den
regulären Arbeitsmarkt nicht schaffen, dauerhaft einen erweiterten
Arbeitsmarkt dringender denn je", so Landau.

Seit 20 Jahren engagiert sich die Caritas der Erzdiözese Wien im
Bereich der aktiven Arbeitsmarktpolitik für langzeiterwerbslose
Frauen und Männer. Mit einem Projekt und 12 Transitarbeitskräften
wurde im Jahr 1990 begonnen. 20 Jahre später bietet die Caritas
österreichweit rund 40 Beschäftigungsprojekte mit insgesamt rund 500
Arbeitsplätzen an. Allein das Angebot der Caritas der Erzdiözese Wien
umfasst neun verschiedene Projekte mit 360 Arbeitsplätzen für
Menschen, die nicht die besten Karten am Arbeitsmarkt haben. Zu
diesen Projekten zählt unter anderem das Restaurant "Inigo" im 1.
Bezirk oder das Projekt "hke - Handwerk, Kunst, Entwicklung" an der
Ottakringerstraße, wo aus alten Planen Taschen produziert werden.
(Infos: Klaus Schwertner, Tel.: 01/878 12/221, E-Mail:
[email protected]). (ende)

Rückfragehinweis:

Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
   Erich Leitenberger
   1010 Wien, Stephansplatz 4/7/1
   Tel: 01/51552-3591
   E-Mail: [email protected]
   http://presse.stephanscom.at

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