65 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs: "Aus der Geschichte lernen"

Wien (OTS) - 181 Politiker, Historiker und geistige Würdenträger aus 31 Ländern trafen am 23. April im Hotel Crowne Plaza in Bratislava zusammen, um der 55 Millionen Opfer des zweiten Weltkrieges zu gedenken und einzumahnen, dass nicht Konfrontation sondern Dialog der Schlüssel für anhaltenden Frieden ist. Die Veranstaltung stand unter dem Ehrenschutz der russischen, spanischen und slowakischen Staatsoberhäupter, Organisator war die in Wien ansässige, weltweit agierende NGO "World Public Forum".

Vladimir Yakunin, Initiator der hochkarätigen Veranstaltung, hat führende Persönlichkeiten um sich versammelt, um der Gräuel des Zweiten Weltkriegs, der 55 Millionen Menschenleben kostete, zu gedenken und die Lehren aus der bisher größten Tragödie Europas zu ziehen.

"Die Geschichte lehrt uns, dass sich vieles wiederholt, nach wie vor gibt es zahlreiche Bedrohungen. Wir müssen uns immer wieder erinnern und versuchen zu verhindern, dass Gleiches wieder passiert", so der WPF-Präsident. Besonderes Augenmerk legte er dabei auf die Jugend: "Unsere Generation ist verantwortlich dafür, welche Werte die jungen Menschen von Morgen haben werden. Es liegt an uns, sie zu Dialog, Toleranz und Akzeptanz zu erziehen und Brücken zwischen Kulturen und Religionen zu bauen. NGOs und der Zivilgesellschaft komme hier eine besondere Rolle zu, durch sie könne Dialog auf nichtstaatlicher Ebene gefördert werden, um nachhaltig Frieden zu sichern.

Dialog sei auch auf zwischenstaatlicher Ebene notwendig, "die Feinde von einst müssen Freunde werden", so Walter Schwimmer, ehemaliger Generalsekretär des Europarates. Für Werner Fasslabend, früherer österreichischer Verteidigungsminister, heißt das Learning des Zweiten Weltkriegs "strategische Partnerschaften zwischen Europa und Russland zu fördern".

Die deutsche Historikerin Linda von Keyserlingk beleuchtete den deutschen militärischen Widerstand und stellte die Frage "Was kann ein Mensch tun, wenn er erkennt, dass er ein verbrecherisches Regime unterstützt?" Aus dem Archiv des Dresdner Militärmuseums präsentierte sie dramatische Mitschriften derer, die sich auf einmal ihrer Mittäterschaft bewusst wurden. Rabbi Lau, Sohn des Oberrabbiners von Tel Aviv: "Ich habe mir oft die Frage gestellt: was wäre ohne den Krieg passiert? - Ich glaube, ich hätte sicher viel von meinen Großeltern gelernt!"

"Einzelne Länder haben die Tendenz, das Böse zu verdrängen und nur das Gute hervorzuheben", so Altbundeskanzler Alfred Gusenbauer. Auch wenn die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit schmerzvoll sei, sei sie doch unbedingte Voraussetzung, um sich von ihr zu befreien. "Damit Menschen zur Einsicht kommen, dass Kriege nicht zu Frieden führen, müssen wir in den Schulbüchern die Wahrheit erzählen", so der Minsker Erzbischof Tadeusz Kondrusievics, "und wir müssen die Bücher und Filme, die die Wahrheit sagen, unseren Kindern geben. Sie garantieren den Frieden".

Für Anton Dobart, Sektionschef im bmukk, ist das Schulsystem gefordert, junge Menschen zu verantwortungsvollen, europäischen Bürgern zu erziehen, wobei "nicht Homogenität sondern Diversität" im Vordergrund stehe. Eine der zentralen Fragen, die es heute zu bewältigen gäbe, sei etwa der Umgang mit der Fremdenfeindlichkeit.

World Public Forum - Dialogue of Civilizations

Das World Public Forum ist eine private weltumspannende Initiative, die 2002 infolge der Vorkommnisse von 9/11 gegründet wurde, um den interkulturellen und interreligiösen Dialog zwischen den Kulturen zu fördern und somit Extremismus und Terrorismus vorzubeugen. Gründer des WPFDC sind Vladimir Yakunin (Präsident der Russischen Eisenbahnen), Jagdish Kapur (ehemaliger Industrieller aus Indien) sowie Nicholas Papanikolaou (Präsident der Titan Finance Cooperation, Griechenland/USA). Das Headquarter des World Public Forums befindet sich in Wien, Leiter des internationalen Koordinationskomitees ist der ehemalige Generalsekretär des Europarates Dr. Walter Schwimmer. www.wpfdc.at

Fotos vom Kongress sind im Laufe des Nachmittags unter www.communications.co.at/german/presse.html abrufbar.

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