- 28.04.2010, 16:05:10
- /
- OTS0311 OTW0311
"KURIER"-Kommentar von Magdalena Rauscher-Weber: "Das System Grasser"
Auch die ÖVP muss Interesse daran haben, dass lückenlos aufgeklärt wird.
Wien (OTS) - Die BUWOG-Affäre ist der größte Brocken, aber bei
Weitem nicht alles. Im Umfeld von Ex-Finanzminister Karl-Heinz
Grasser sind ständig Skandale und Skandälchen aufgetaucht: Homepage,
Upgrading, Yacht-Ausflug mit Meinl und Flöttl, teure Werbe-Touren
und angebliches Mitnaschen am Hypo-Verkauf. Damit war Grasser
tatsächlich ein einzigartiger Politiker. Auch wenn er - entgegen
seiner Behauptung - doch nicht zu einem der besten Finanzminister
Europas gewählt wurde.
Dass es viel aufzuklären gibt, wissen alle Parteien. Auch die ÖVP.
Die Opposition und die SPÖ drängen darauf, das "System Grasser"
genauestens zu durchleuchten - juristisch und politisch
(U-Ausschuss). Aber von der ÖVP hört man zu Grasser offiziell so gut
wie gar nichts.
Kein Wunder. Sollte Grasser tatsächlich etwas nachgewiesen werden,
würde das ein schiefes Licht auf die gesamte schwarz-blau-orange
Regierung werfen. Schließlich war der einst blaue, dann schwarze
Grasser ihr erklärter Star. Die Zurückhaltung birgt allerdings auch
Gefahren. Immerhin könnte man auf die Idee kommen, dass da auch
andere etwas zu verbergen haben. Pröll, Schüssel, Molterer und Co.
müssten eigentlich das größte Interesse daran haben, dass alles
lückenlos aufgeklärt wird.
Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PKU






