"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Volle Fahrt zurück"

Strache wird den rechten Flügel seiner Partei nicht stutzen. Er hat ja nur den.

Wien (OTS) - Ein erfreuliches Ergebnis der Hofburg-Wahl war:
Heinz-Christian Strache ist mit seiner rechtslastigen Kandidatin abgestunken - auch bei seiner Klientel. Nur ein Viertel derer, die 2008 den Freiheitlichen die Stimme gegeben hatten, votierten für Barbara Rosenkranz.
Wie weiland Jörg Haider rekrutiert Strache seine Anhänger vor allem aus dem Kreis der Unzufriedenen, der Wohlstandsverlierer - oder jenen, die sich dafür halten. Protest gegen "die da oben" ist ihr Wahlmotiv, nicht ewig gestriges Denken.
Das haben einige von Straches Mannen erkannt. Die Partei müsse liberaler werden, in die Mitte rücken, meint etwa Oberösterreichs FPÖ-Vormann Haimbuchner. Ähnlich tönt der Chef der blauen Wirtschaftstreibenden.
Ein frommer Wunsch. Die FPÖ-Spitze hat nicht vor, den ultra-rechten Flügel zu stutzen. Die Schmissträger und Grafs sind weiterhin wohlgelitten. Was nicht verwundert; seit Straches Obmannschaft besteht die Partei nur aus Nationalen. Das sichert eine Kernschicht, aber nichts darüber hinaus. Und so wird der Ober-Blaue in den kommenden Wahlkämpfen erneut den Rächer der Enterbten geben. Die dazugehörige Parole: "Wir sind eine Zukunftspartei." Tatsächlich führt Strache eine Truppe, die ihr Heil in der Vergangenheit sucht.

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