Neue Gedenksteine erinnern an das Schicksal jüdischer Bewohnerinnen und Bewohner in der Leopoldstadt

Wien (OTS) - Heute erfolgte die Versetzung von
"Erinnerungssteinen" vor dem Stadterneuerungsprojekt Wien 2., Große Stadtgut-Gasse 14. Eine Aktion die von den Bewohnerinnen und Bewohnern des Hauses initiiert wurde.

Stadterneuerung findet immer im historischen Kontext statt. Dabei kann es sich um bauliche, architektonische Aspekte oder wie beim Stadterneuerungsprojekt Große Stadtgut Gasse 14 in der Wiener Leopoldstadt um die Geschichte ehemaliger Bewohnerinnen und Bewohner eines Hauses handeln.

Das ehemalige Zinshaus Große Stadtgut Gasse 14 in Wien Leopoldstadt zählte noch vor wenigen Jahren, durch seinen katastrophalen baulichen Zustand, zu den berüchtigsten "Problemhäusern" Wiens. Erst nach Ankauf durch den gemeinnützigen Bauträger GEWOG, der gemeinsam mit seinem Tochterunternehmen at-home Immobilien Ges.m.b.H. die komplexen wirtschaftlichen und rechtlichen Probleme entwirren konnte, gelang es aus dieser Liegenschaft durch ein ambitioniertes Neubauprojekt wieder lebenswerten Wohnraum zu machen.

Doch nicht nur die bauliche Geschichte der Liegenschaft ist mit solchen dunklen Kapiteln verbunden, sondern weit mehr die noch die Geschichte jener jüdischer Bewohnerinnen und Bewohner, die während der Zeit des Nationalsozialismus in diesem ehemaligen Zinshaus in sogenannten Sammelwohnungen unter schrecklichen Bedingungen untergebracht wurden. Eine Durchgangsstation, die für viele in Deportation und Ermordung endete.

Die neuen Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnhauses Große Stadtgut-Gasse wurden hier initiativ und so wurden zwei Gedenksteine gemeinsam von den Hausbewohner/innen und dem Bauträger GEWOG - at home finanziert. Diese "Steine der Erinnerung", die vor dem Haus im Gehsteig eingelassen wurden, gehen auf ein Projekt zurück, das Frau Elisabeth Ben David-Hindler in Wien initiiert hat. Elisabeth Ben David-Hindler: "Für viele Angehörige von jüdischen Opfern des Holocaust haben diese Erinnerungssteine eine ganz wesentliche Funktion in ihrem Gedenken an ihre Familienmitglieder."

Heute wurde gemeinsam mit Bezirksvorsteher Gerhard Kubik, Mag. Josef Wiesinger, at-home Immobilien Ges.m.b.H., Elisabeth Ben David-Hindler vom Verein "Steine der Erinnerung" und den Bewohnerinnen und Bewohnern die Versetzung der Erinnerungssteine Große Stadtgut-Gasse 14, begangen.

Die Inschriften lauten:

"Zum Gedenken an die 19 jüdischen Frauen und Männer, die hier gelebt haben und von den Nazis deportiert und ermordet worden sind". Stellvertretend für diese Menschen sind die Namen von Siegfried Feigl, Stella Feigl, Helene Feigl und Maria Kohn genannt.

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