- 23.04.2010, 09:00:53
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GLOBAL 2000 veröffentlicht AKW-Störfall-Karte
Nächste Atom-Katastrophe nur eine Frage der Zeit - Jeden Tag mehrere AKW-Zwischenfälle in Europa
Wien (OTS) - Anlässlich des Jahrestages der
Tschernobyl-Katastrophe veröffentlicht die Umweltschutzorganisation
GLOBAL 2000 heute die erste Google-Map mit den Standorten aller
europäischer Atomkraftwerke, die laufend die Zwischenfälle und
Störfälle in den Atomkraftwerken dokumentiert. "Allein in Deutschland
kommt es laut Bundesamt für Strahlenschutz durchschnittlich alle drei
Tage zu einem Zwischenfall. In den vielen französischen
Atomkraftwerken kommt es laut Autorité de Sûreté Nucléaire im Schnitt
zu zwei meldepflichtigen Ereignissen pro Tag", berichtet Reinhard
Uhrig, Anti-Atom-Sprecher von GLOBAL 2000. Die Liste der
meldepflichtigen Ereignisse und die Angaben zu den Störfällen
unterscheidet sich von Land zu Land je nach Qualität der jeweiligen
Strahlenschutzbehörden. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wieder
ein schwerer Unfall durch technisches oder menschliches Versagen
passiert - oder wieder ein Super-GAU wie 1986 in Tschernobyl", so
Uhrig.
Veraltete AKW erhöhen das Risiko
AKW sind auf eine bestimmte Lebensdauer, üblicherweise 30 Jahre,
ausgelegt. Viele AKW in Europa befinden sich in einem kritischen
Alter darüber. "Jede Verlängerung der Laufzeit erhöht die
Gefährlichkeit enorm", warnt Uhrig. "Obwohl sich die Kraftwerke immer
weiter vom Stand der Technik entfernen und das Risiko von
Verschleißerscheinungen am Material größer wird, vernachlässigt die
Atomlobby bewusst die Sicherheitsfragen, um den Gewinn zu erhöhen."
Denn meist sind die Investitionen nach ca. 20 Jahren AKW-Betrieb
abgeschrieben und die laufenden Betriebskosten sind daher relativ
günstig.
Ein Drittel der weltweiten AKW steht in Europa
In der EU-27 betreiben fünfzehn Staaten Atomkraftwerke. 146 Reaktoren
sind in Europa in Betrieb, 125 Reaktoren stehen in den EU-15 Staaten,
nur 21 in den neuen Mitgliedstaaten. In Europa steht somit ungefähr
ein Drittel der weltweiten Reaktoren. 1989 gab es sogar insgesamt 177
AKW in Europa.
Wie unaufhaltsam sich eine radioaktive Wolke über Europa bewegen
kann, hat bereits die Tschernobyl-Katastrophe gezeigt, die
Aschenwolke nach dem Vulkanausbruch in Island führt nun wieder die
Ohnmacht gegen drohende Atom-Katastrophen deutlich vor Augen.
"Deshalb fordern wir die Stilllegung der veralteten AKW, kein Neubau
von AKW, keine Steuergelder für EURATOM und Stopp der
Wiederaufbereitung von Atommüll. Jetzt muss eine globale Energiewende
umgesetzt werden, hin zu Wind- und Solarkraft, Biomasse, Geothermie,
Kleinwasserkraft sowie Energiesparen - das muss Ziel der Politik
sein", so Uhrig abschließend.
Link zur AKW-Störfall-Karte: atomkraftkarte.global2000.at
Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000 Presse: Jens Karg, Tel.: 0699/14 2000 20, Simonne Baur, Tel.: 0699/14 2000 23, E-Mail: [email protected]
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