• 21.04.2010, 16:09:32
  • /
  • OTS0295 OTW0295

"KURIER"-Kommentar von Bernhard Gaul: "Über den Wolken"

Nationale Egoismen haben die Staatsgrenzen am Himmel festgemauert.

Wien (OTS) - Anders als in den USA hat Europa keine einheitliche
Luftraumkontrolle. So grenzenlos Europa auch am Boden ist, hoch am
Himmel gelten nach wie vor nationale Grenzen. Ein Flugzeug, das von
Bukarest nach Dublin unterwegs ist, überfliegt ungefähr zwanzig
staatliche Kontrollzonen. Und jedes Kontrollzentrum kassiert von der
Airline - und damit von den Passagieren.
In Europa gibt es derzeit mehr als 50 Lufträume. Eine
Vereinheitlichung, sagen alle Experten, hätte viele Vorteile: Die
Flieger wären nicht mehr gezwungen, Europa im Zickzackkurs zu
durchqueren. Das spart bei einem Flug von Wien nach Brüssel bis zu
300 Kilogramm Kerosin und schadet damit Umwelt und Klima weniger.
Außerdem wird die Flugzeit verkürzt.
Seit mehr als zehn Jahren basteln die Europäer unter Federführung
der EU-Kommission am gemeinsamen Luftraum, durch den isländischen
Vulkan bekommt das Thema wieder neuen Schwung. In zehn Jahren soll
das Projekt tatsächlich umgesetzt sein.
Noch sind die himmlischen Staatsgrenzen festgemauert in staatlichen
Egoismen. Offenbar gibt niemand gerne die Hoheit über den eigenen
Luftraum auf - und noch weniger über die nationalen Kontrollbehörden.
Es wird Zeit, auch diese Grenzen endlich abzubauen.

Rückfragehinweis:
KURIER, Europaredaktion
Tel.: (01) 52 100/2752

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PKU

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel