- 19.04.2010, 08:55:11
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GLOBAL 2000 und Greenpeace: Gegen Gentech-Kartoffel bis vor den Europäischen Gerichtshof
Zulassung der BASF-Kartoffel bricht EU-Recht - Gefahr für den Menschen durch Antibiotika-Resistenzgen
Wien (OTS) - Die Europäische Umweltorganisation "Justice and
Envirmonment" klagt im Auftrag von GLOBAL 2000 und Greenpeace die EU
Kommission auf "interne Überprüfung" der Zulassung der Gentech
Kartoffel Amflora. Dies ist das administrative Vorverfahren für eine
Klage beim Europäischen Gerichtshof. "Dass Gentech-Pflanzen, wie
Amflora, während der letzten 13 Jahre nicht zugelassen wurden, hat
einen guten Grund. Auch wenn die Kartoffel nur als Stärkemittel und
für Tierfutter verwendet werden soll, stellt die Knolle eine Gefahr
für die Gesundheit des Menschen dar. Die Zulassung ist rechtswidrig",
empört sich Greenpeace-Sprecher Steffen Nichtenberger.
Die Gentech-Kartoffel Amflora enthält eine Gen-Sequenz, die sie gegen
das Antibiotikum Kanamycin resistent macht. Antibiotikaresistenz-Gene
können dazu führen, dass Krankheiterreger gegen bestimmte Antibiotika
unempfindlich werden und damit nicht mehr mit diesen Antibiotika
bekämpft werden können. Das Anitibiotikum Kanamycin spielt in der
Behandlung lebensbedrohlicher Infektionen wie Tuberkulose eine
wichtige Rolle. Gemäß EU-Richtlinie dürfen seit 2004 in
Gentechpflanzen Gen-Sequenz für Antibiotika-Resistenzen nicht mehr
zum Einsatz kommen. Die EU-Kommission hat die Gentech Kartoffel
Amflora dennoch am 2. März zugelassen und bricht damit geltendes
Recht.
Zwar ist die Gentech-Kartoffel für die industrielle Verwendung und
nicht für den Verzehr entwickelt, dennoch darf sie laut EU-Beschluß
bis zu einem Verschmutzungsgrad von 0.9 Prozent in Lebensmittel
gelangen. "Obwohl sie nicht als Lebensmittel zugelassen ist, erlaubt
die EU, dass dieses Konstrukt in unsere Nahrung gelangen darf. Das
ist die Einführung einer Risikoquote für Röstis, Erdäpfelsalat und
Pommes frittes. Wir müssen die EU-Kommission bei diesem Amoklauf
stoppen", so Jens Karg, Sprecher der Umweltschutzorganisation GLOBAL
2000.
Die UmweltschützerInnen fordern im ersten juristischen Schritt die EU
Kommission auf, eine interne Untersuchung durchzuführen und die
Zulassung zu überprüfen und aufgrund der Mängel zurückzuziehen.
"Sollte die Kommission sich weigern die notwendigen Schritte zum
Schutz der Konumentinnen und Konsumenten einzuleiten, werden wir eine
Klage beim Europäischen Gerichtshof einleiten", so die
UmweltschützerInnen unisono.
Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000: Jens Karg, Tel.: +43 699 1 42000 20, mailto:[email protected], www.global2000.at
Greenpeace: Steffen Nichtenberger, Tel.: +43 664 6126 703
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