Papst würdigt Maltas Rolle für Europa und den Mittelmeerraum

Benedikt XVI. begann seinen zweitägigen Besuch auf der Mittelmeerinsel - Anspielung auf Missbrauchsskandal

Luqa, 17.04.10 (KAP) Papst Benedikt XVI. schreibt Malta eine wichtige Rolle für den Ausbau Europas zu. Am Schnittpunkt großer Ereignisse und Kulturen spiele die Inselrepublik eine Schlüsselrolle für die Geschichte Europas, des Nahen Ostens und Nordafrikas, sagte der Papst nach seiner Ankunft auf der Insel am Samstag. Benedikt XVI. appellierte bei der Begrüßungszeremonie auf dem Flughafen von Luqa an die Bevölkerung, weiterhin eine Brücken- und Mittlerfunktion zwischen den Völkern, Kulturen und Religionen des Mittelmeerraums einzunehmen.

Zugleich betonte der Papst die unverzichtbare Rolle des katholischen Glaubens für das Land. Er rief die Menschen auf, weiterhin für die Unauflöslichkeit der Ehe, für die Förderung der Familie, für den Schutz des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod sowie für Religionsfreiheit eintreten.

Auf dem Flughafen von Luqa wurde Benedikt XVI. bei sonnigem Wetter von Maltas Präsident George Abela, den Bischöfen des Landes, militärischen Ehrenformationen und einer Gruppe von Gläubigen begrüßt. Mit Blick auf Missbrauchsskandale sagte Abela, er halte es für falsch, das verwerfliche Handeln einiger weniger zu benutzen, um einen Schatten auf die ganze Kirche zu werfen. Es sei Pflicht der Kirche und des Staates, Hand in Hand zu arbeiten, um Richtlinien und Gesetze auszufertigen, um Fälle von Missbrauch einzudämmen.

Während des Fluges lobte der Papst vor Journalisten die katholische Gemeinschaft Maltas als eine lebendige Kirche, die den Herausforderungen dieser Zeit entspreche. "Ich weiß, dass Malta Christus und die Kirche liebt, die sein Leib ist, auch wenn dieser Leib von unseren Sünden verwundet ist", so der Papst in Anspielung auf die Missbrauchsskandale. Das Evangelium Christi sei "die wahre Kraft, die korrigiert und heilt".

Sorge um Flüchtlinge europäische Aufgabe

Als weiteren Aspekt seines Besuchs nannte der Papst die Einwanderungsproblematik. Malta sei der Ort, an dem die Flüchtlingsströme aus Afrika ankämen und "an die Tür Europas klopften". Dies erzeuge ein großes Problem, das nicht allein von Malta gelöst werden könne. Alle Staaten müssten dafür arbeiten, dass die Menschen in ihren Heimatländen würdig leben könnten. Zugleich müssten die Flüchtlinge eine menschenwürdige Aufnahme finden.

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