- 17.04.2010, 18:35:21
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Papst würdigt Maltas Rolle für Europa und den Mittelmeerraum
Benedikt XVI. begann seinen zweitägigen Besuch auf der Mittelmeerinsel - Anspielung auf Missbrauchsskandal
Luqa, 17.04.10 (KAP) Papst Benedikt XVI. schreibt Malta eine
wichtige Rolle für den Ausbau Europas zu. Am Schnittpunkt großer
Ereignisse und Kulturen spiele die Inselrepublik eine Schlüsselrolle
für die Geschichte Europas, des Nahen Ostens und Nordafrikas, sagte
der Papst nach seiner Ankunft auf der Insel am Samstag. Benedikt
XVI. appellierte bei der Begrüßungszeremonie auf dem Flughafen von
Luqa an die Bevölkerung, weiterhin eine Brücken- und Mittlerfunktion
zwischen den Völkern, Kulturen und Religionen des Mittelmeerraums
einzunehmen.
Zugleich betonte der Papst die unverzichtbare Rolle des katholischen
Glaubens für das Land. Er rief die Menschen auf, weiterhin für die
Unauflöslichkeit der Ehe, für die Förderung der Familie, für den
Schutz des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod sowie
für Religionsfreiheit eintreten.
Auf dem Flughafen von Luqa wurde Benedikt XVI. bei sonnigem Wetter
von Maltas Präsident George Abela, den Bischöfen des Landes,
militärischen Ehrenformationen und einer Gruppe von Gläubigen
begrüßt. Mit Blick auf Missbrauchsskandale sagte Abela, er halte es
für falsch, das verwerfliche Handeln einiger weniger zu benutzen, um
einen Schatten auf die ganze Kirche zu werfen. Es sei Pflicht der
Kirche und des Staates, Hand in Hand zu arbeiten, um Richtlinien und
Gesetze auszufertigen, um Fälle von Missbrauch einzudämmen.
Während des Fluges lobte der Papst vor Journalisten die katholische
Gemeinschaft Maltas als eine lebendige Kirche, die den
Herausforderungen dieser Zeit entspreche. "Ich weiß, dass Malta
Christus und die Kirche liebt, die sein Leib ist, auch wenn dieser
Leib von unseren Sünden verwundet ist", so der Papst in Anspielung
auf die Missbrauchsskandale. Das Evangelium Christi sei "die wahre
Kraft, die korrigiert und heilt".
Sorge um Flüchtlinge europäische Aufgabe
Als weiteren Aspekt seines Besuchs nannte der Papst die
Einwanderungsproblematik. Malta sei der Ort, an dem die
Flüchtlingsströme aus Afrika ankämen und "an die Tür Europas
klopften". Dies erzeuge ein großes Problem, das nicht allein von
Malta gelöst werden könne. Alle Staaten müssten dafür arbeiten, dass
die Menschen in ihren Heimatländen würdig leben könnten. Zugleich
müssten die Flüchtlinge eine menschenwürdige Aufnahme finden.
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