"profil": Affäre Buwog: Grasser ließ sich 2004 von Immofinanz-Lobbyisten Seychellen-Urlaub sponsern

Buwog-Einvernahmeprotokolle: Walter Meischberger beglich Rechnung über 4600 Euro für Grasser und Freundin

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, hat der frühere Immofinanz-Lobbyist Walter Meischberger dem damaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser und dessen Freundin im April 2004 eine Urlaubsreise auf die Seychellen bezahlt. Die Reise fand nur acht Wochen vor dem Verkauf der Bundeswohngesellschaften (Buwog) an das Immofinanz-Konsortium statt.

Die Rechnung des "Sainte Anne Resort & Spa, Seychelles" vom 27. April 2004 für "Stay Mr. And Mrs. GRASSER/CORALEZ DIES" (sic!) zwischen 5. April und 11. April 2004 über 4.600 Euro ist - neben zahlreichen anderen Belegen - bei Hausdurchsuchungen sichergestellt worden. Bezahlt wurden die Reisekosten am 6. Mai 2004 von Meischbergers Agentur ZehnVierzig.

Bei einer "profil" vorliegenden Aussage gegenüber der Staatsanwaltschaft Wien gab Meischberger am 10. November 2009 an:
"Ich glaube, dass ich mir vom GRASSER das Geld geholt habe. Ich bin sogar sicher. Er wird es mir bar gegeben haben oder hat es mir überwiesen ... Befragt, wie ich die Bezahlung durch GRASSER nachweisen kann: Ich weiß nicht mehr, ob er es mir bar gegeben hat. ... Vielleicht habe ich einen billigeren Preis bekommen ... Es kann sein, dass ... ich dort für ein besonderes Arrangement angerufen habe."

Grasser-Anwalt Manfred Ainedter bestätigt dies, legt aber Wert auf die Feststellung: "Mein Mandant hat den damaligen Urlaub zur Gänze bezahlt. Meischberger hat diesen lediglich gebucht, weil er Sonderkonditionen in diesem Resort hatte."

Meischberger und PR-Berater Peter Hochegger hatten im Zuge des Buwog-Verkaufsprozesses für die Immofinanz lobbyiert und dafür ein unversteuertes Erfolgshonorar von zehn Millionen Euro kassiert.

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