• 16.04.2010, 12:06:14
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AK Veranstaltung Bugetkonsolidierung (2): Studienautor Truger warnt vor zu scharfer Budgetkonsolidierung

Ausgabenkürzugen schaden tendenziell Wirtschaft und Beschäftigung mehr als Steuererhöhungen

Wien (OTS) - Studienautor Achim Truger fordert bei der
Präsentation der von der AK beauftragten Studie "Alternative
Strategien der Budgetkonsolidierung" in seinem Vortrag eine stärkere
Berücksichtigung volkswirtschaftlicher Zusammenhänge. Truger: "Staat
und Wirtschaft sind eng miteinander verwoben. Im Unterschied zu
einzelnen Haushalten führt staatliches Handeln unweigerlich zu
Rückkoppelungen auf die Wirtschaftsleistung: Diese Rückwirkung muss
ernst genommen werden. Es ist höchst riskant zu glauben, dass ein
großes Sparprogramm nicht zu einer Beschäftigungs- und
Wachstumsbremse wird." Als Beispiel wird in der Studie Deutschland im
Zeitraum von 2001 bis 2005 dargestellt. Ähnlich wie heute in
Österreich wurde versucht, ein bestimmtes Defizitziel durch
Ausgabenkürzungen zu erreichen. Die Strategie führte zu einer lang
anhaltenden Wachstumsschwäche und einem Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Der Budgetexperte empfiehlt statt des angekündigten rigorosen
Sparprogramms eine alternative Konsolidierungsstrategie, bei der die
Ausgaben entlang eines höheren Ausgabenpfades wachsen dürfen. Will
man die europäischen Vorgaben genau erfüllen so sollen zusätzliche
Einnahmen so lukriert werden, dass sie vor allem zu Lasten der
Sparquote gehen. Das wären etwa vermögensbezogene Steuern. "Alle
bisherigen Studien zeigen, dass Ausgabenkürzungen Wirtschafts- und
Beschäftigungswachstum im Durchschnitt stärker belasten als
Steuererhöhungen. Zudem treffen sie BezieherInnen niedriger und
mittlerer Einkommen stärker", sagt Truger.

"Auch wenn es nicht populär ist, wirtschaftspolitisch sind bei
angespannter konjunktureller Lage höhere Steuern konzentriert auf das
oberste Einkommenssegment zu empfehlen", so Truger. Der Forscher
schätzt, dass diese Alternativstrategie bis 2013 die
Wirtschaftsleistung gegenüber den Plänen der österreichischen
Bundesregierung um bis zu 1,8 Prozent steigern bzw. die Beschäftigung
um bis zu 30.000 Arbeitsplätze verbessern könnte.

Die Studie kann auf unserer Internetseite wien.arbeiterkammer.at
abgerufen werden.

Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Mag.a Olivia Weiss
Tel.: (+43-1) 501 65 2641; mobil: (+43) 664 845 42 14
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at

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