ÖAMTC-Test zeigt: Das Fahrverhalten von Campingbussen ist verbesserungswürdig

Kleintransporter sind platzsparend und praktisch, preislich überzeugen sie aber nicht

Wien (OTS) - Kompakte Campingbusse mit Aufstelldach erfreuen sich bei Reisenden immer größerer Beliebtheit. Ihr Vorteil gegenüber herkömmlichen Wohnmobilen: ihr unscheinbares Äußeres, das dem eines geräumigen Pkw gleicht. "Trotz Zusatzausstattungen wie Elektro-, Wasser- und Gasinstallationen können Campingbusse mühelos zum Einkaufen oder für den Weg in die Arbeit genutzt werden", sagt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Trotz der platzsparenden Größe können bis zu vier Personen darin übernachten und die Befriedigung elementarer Grundbedürfnisse ist möglich. Wer aber auf ein Schnäppchen hofft, der hofft umsonst. "Die Preise von Campingbussen liegen durchaus im Bereich vollwertiger Wohnmobile. Im Vergleich dazu sind Wohnmobile dank Nasszelle jedoch voll urlaubstauglich", erläutert der Clubexperte die preisliche Komponente der Kleintransporter.

Mittlerweile hat nahezu jeder namhafte Wohnmobilhersteller kompakte Campingbusse im Programm. Der ÖAMTC hat vier Campingbusse mit Hochstelldach einem Vergleichstest unterzogen: den HymerCar 302, den Westfalia Michelangelo, den Marco Polo sowie den Pössl Daily Van C. Getestet wurden das Fahrverhalten und die Wohnraumkomponenten, wobei ersteres mit 60 Prozent stärker in die Bewertung eingeflossen ist. "Grundsätzlich zeigte sich, dass die Kleinbusse in Sachen Motorleistung und Maße durchaus mit Pkw mithalten können. Bei Bremsleistung und Fahrverhalten ist das leider nicht der Fall", resümiert ÖAMTC-Experte Kerbl.

Die ÖAMTC-Testergebnisse im Detail

Als Erstplatzierter ging der Marco Polo (auf Basis des Mercedes Viano) aus der Punktewertung hervor. Negativ fielen Fahrwerk und Bremsen auf: "Das Fahrwerk stößt aufgrund der zu weichen Dämpfung vor allem bei voller Beladung an seine Grenzen. Auch die Bremsen sind bei einem Bremsweg von 43 Metern aus 100km/h als leicht überfordert einzustufen", erläutert der ÖAMTC-Techniker. Die guten Noten hat er zum Teil dem vorbildlich verarbeiteten Wohnraumbereich zu verdanken. Als mustergültig lobt der ÖAMTC-Experte auch die Sicherheitsausrüstung - "das vorhandene ESP entschärft gefährliche Manöver", so Kerbl. Das ÖAMTC-Gesamturteil ergibt die Note "gut".

Die weiteren drei Campingbusse wurden mit "befriedigend" benotet. Die zweithöchste Punktezahl erreichte der Westfalia Michelangelo (auf Basis des Fiat Scudo). "Auch dieser Campingbus überzeugte mit einem hochwertigen Wohnraum und beachtlicher Küche", sagt ÖAMTC-Techniker Kerbl. Allerdings fallen die Bewertungen in den Bereichen Fahrstabilität, Wendigkeit und Sicherheit bloß durchschnittlich aus. ESP gibt es nur gegen Aufpreis.

Der Pössl Daily Van C (auf Citroen Jumpy-Basis) lässt sich schwer mit den anderen Testobjekten vergleichen. Er schneidet im Bereich der Wohnraumkomponenten weitaus schlechter ab als die anderen und ein Diesel-Partikelfilter ist selbst gegen Aufpreis nicht erhältlich. "Der geringe Verbrauch, der relativ günstige Preis sowie das durchaus ordentliche Fahrverhalten bescherten dem Pössl Daily Van den dritten Platz", so der ÖAMTC-Experte.

Das Schlusslicht bildet der HymerCar 302 (auf Basis des Fiat Ducato). Zwar perfekt zum Wohnen geeignet, können die Fahreigenschaften nicht überzeugen: "Ein Bremsweg von 45 Metern aus 100 km/h, geringste Fahrstabilität beim Ausweichtest, ESP und Beifahrerairbag nur gegen Aufpreis und dazu noch ein hoher Kraftstoffverbrauch. Das können die großen Wohnmobile aus dem gleichen Haus besser", so das Fazit des ÖAMTC-Experten.

Informationen zu allen Tests des ÖAMTC findet man online unter www.oeamtc.at/tests.

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