- 14.04.2010, 16:04:11
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"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Noch nicht unter Dach"
Minister Stögers Ärzte-Zentren-Plan ist gut. Die Frage ist, ob er aufgeht.
Wien (OTS) - Nach mühsamer Debatte ist es so weit: Mediziner
dürfen sich zusammentun. Vor allem Patienten werden von
Ärzte-Zentren profitieren. Es gibt längere Öffnungs- und kürzere
Wartezeiten. Weil vieles unter einem Dach ist, kann man sich den Weg
von einer zur anderen Ordination ersparen. Die erwünschte
Nebenwirkung: Kein Gedränge mehr in den Spitalsambulanzen; jährlich
werden in den 270 Krankenhäusern 16 Millionen Besuche gezählt. Das
belastet das Gesundheitsbudget viel mehr als Behandlungen bei einem
Haus- oder Facharzt.
Soweit der - gute - Plan von Gesundheitsminister Stöger. Die Frage
ist, ob er aufgeht. Vorteile und geringere Kosten bringt er nur, wenn
nicht etwas dazu, sondern auch etwas wegkommt. Bleibt - trotz
Ärztegesellschaften - in den Ambulanzen alles, wie es ist, wird das
System teurer. Noch weiß man nicht, wie die für die Spitäler
zuständigen Landeshauptleute reagieren.
In Kenntnis der heimischen Machtverhältnisse (Krankenhäuser sind
auch Prestigeprojekte) werden sie nicht sagen: "Dann sperren wir halt
die eine oder andere Ambulanz zu." Vielleicht werden manche sogar
aufgerüstet. Dass - Geldnot und Spargebot hin oder her - weiter
Spitäler gebaut werden, lässt nicht auf baldige Ärzte-Zentren hoffen.
Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
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