- 13.04.2010, 14:22:49
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Produktpiraterie: Keine Entwarnung bei Medikamentenfälschungen Aber auch immer mehr gefälschte Massenkonsumartikel
Wien (PK) - Seine Sorge über das Ausmaß und die aktuellen
Entwicklungen der Produktpiraterie bringt das Finanzministerium
in einem nun dem Parlament vorliegenden Bericht (III-123 d.B.)
zum Ausdruck. Produktpiraterie füge der Wirtschaft enorme Schäden
zu und könnte in Zukunft angesichts der Wirtschaftskrise und des
immer breiteren Angebots an Fälschungen zu einem noch größeren
Problem werden als bisher, heißt es darin. Während Luxusartikel,
Mode, Musik- und Filmprodukte schon immer Zielscheibe von
Produktpiraten waren, sei heute eine wachsende Anzahl an
Massenkonsumgütern wie Lebensmittel, Kosmetik- und
Hygieneartikel, Autoersatzteile, Spielzeug sowie diverse
technische Ausrüstungen und Elektrogeräte betroffen. Alarmiert
zeigt sich der Bericht dabei insbesondere über die nach wie vor
hohe Zahl gefälschter Medikamente und die damit verbundene Gefahr
für die Gesundheit.
Die Zahl der vom Zoll im Jahr 2009 aufgegriffenen Sendungen mit
Plagiaten hat mit 2.516 einen neuen historischen Höchststand
erreicht, mit 416.263 gefälschten Artikeln wurde allerdings ein
Rückgang gegenüber dem vorangegangenen Jahr um rund 200.000 Stück
verzeichnet. Der Bericht erklärt dies dadurch, dass das Internet
immer mehr als Verkaufsplattform für Fälschungen genutzt wird und
dass die Sendungen immer kleinere Mengen an Pirateriewaren
enthalten. Der Wert der beschlagnahmten Waren betrug 2009 mehr
als 16 Mill. # (gemessen am Originalpreis) und lag damit deutlich
unter dem Wert des Jahres 2008 von 83 Mill. #. Der Bericht sieht
darin den seit längerem absehbaren Trend bestätigt, wonach die
Fälscher ihre Aktivitäten heute weniger im Bereich der
Luxusartikel ansiedeln, sondern immer stärker billigere
Massenkonsumgüter im Visier haben. Bei den Ursprungsländern der
Plagiate liegt China sowohl was die Anzahl der Fälle (64,08 %)
als auch was die Anzahl der gefälschten Produkte (74,88 %)
betrifft mit Abstand an erster Stelle. Insgesamt stammen mehr als
80 % der in Österreich beschlagnahmten Fälle aus dem asiatischen
Raum.
Boom bei Medikamentenfälschungen
Nach wie vor die größte Gruppe unter den Produktplagiaten stellen
die gefälschten Medikamente dar - der Bericht spricht in diesem
Zusammenhang sogar von einem Boom bei Medikamentenfälschungen. So
wurden im Jahr 2009 593 Sendungen mit insgesamt 27.095 Stück von
den heimischen Zollbehörden beschlagnahmt. Dieser Rückgang
gegenüber 2008 (783 Fälle mit 40.078 Fälschungen) ist für den
Bericht ein Indiz, dass die Maßnahmen der Zollbehörden Wirkung
zeigen, zumal die Fälscher bei der Verteilung der Medikamente auf
die verstärkten Kontrollen reagieren und neue Wege suchen, die
"Hürde" Zoll zu vermeiden. So würden Medikamentenplagiate nun in
Großmengen an Verteilerzentren in EU-Staaten geschmuggelt und
dann auf dem Postweg an die Endverbraucher gesandt. Die Hitliste
der beschlagnahmten Arzneimittel wurde auch 2009 von
Lifestylepräparaten, hauptsächlich Potenzmitteln, Diätpillen und
Haarwuchsmitteln angeführt, nahezu 95 % der
Medikamentenfälschungen stammten aus Indien. (Schluss)
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