- 13.04.2010, 12:35:41
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Industrie: Arbeitszeit-Flexibilisierung sichert Arbeitsplätze
IV-GS Beyrer: Bedauern über Vorgehen der Gewerkschaft: Zusagen werden nicht eingehalten - Wiederaufnahme von Verhandlungen möglich - Arbeitszeitverkürzung ist Irrweg
Wien (OTS/PdI) - Als "bedauerlich, standortpolitisch schädlich und
damit eine massive Gefährdung von Arbeitsplätzen" bezeichnete der
Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) das Vorgehen der
Arbeitnehmervertreter im Rahmen der Gespräche zur Flexibilisierung
der Arbeitszeit. "Die Arbeitgeberseite hat ihren Teil der Abmachung
im Rahmen der KV-Verhandlungen erfüllt", so Beyrer mit Verweis etwa
auf die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns oder der
Überstundenzuschläge für Teilzeitbeschäftigte. Der Stil, seitens der
Arbeitnehmervertreter Lösungen ständig mit neuen Forderungen wie
zuletzt einer Arbeitszeitverkürzung zu junktimieren, könne nicht zum
Erfolg führen. "Das Gedächtnis der Gewerkschaft scheint immer kürzer
zu werden und die Einhaltung von Vereinbartem in den Hintergrund zu
rücken", sagte der IV-Generalsekretär.
Beyrer betonte, das Anliegen der Arbeitgeber, mit erhöhter
Arbeitszeitflexibilisierung zur Standortsicherung in Österreich
beizutragen, "ist unverändert groß". Der IV-Generalsekretär verwies
auf eine aktuelle Umfrage - Antworten von mehr als 40 Unternehmen mit
mehr als 35.000 Beschäftigten - die im Wesentlichen bestätigt habe,
"dass vor allem die Verlängerung der Durchrechnungszeiträume zu einer
Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit und Arbeitsplatzsicherheit der
Stamm-Mitarbeiter führen würde. Die Minusstunden bei Unterauslastung
würden den Druck zu Beschäftigtenabbau reduzieren. Mit den bisherigen
kollektivvertraglichen Flexibilisierungsmaßnahmen für Arbeiter finden
nur 21 Prozent der Betriebe das Auslangen. Durch die Blockadehaltung
der Gewerkschaften sei die vereinbarte zeitliche Frist für eine
Einigung mit Ende März 2010 ergebnislos verstrichen. "Eine
Wiederaufnahme von Verhandlungen ist dann wieder jederzeit möglich,
wenn die beschäftigungspolitisch nicht verantwortbare
Arbeitszeitverkürzung und weitere standortpolitisch kontraproduktive
Gegenforderungen beiseite gelassen werden".
Ein "Irrweg" sei jedenfalls die Forderung nach
Arbeitszeitverkürzung, die von der Gewerkschaft neuerdings mit
weiteren Flexibilisierungsschritten junktimiert werde. "Der Ruf nach
Arbeitszeitverkürzung beruht auf der naiven Annahme, dass damit
Arbeit einfach auf mehr Arbeitskräfte verteilt wird. Das mag in
einzelnen Unternehmenseinheiten freilich spezifisch funktionieren und
wird dort von uns auch mitgetragen, flächendeckend ist aber das
genaue Gegenteil der Fall", sagte der IV-Generalsekretär. Man wisse
aus einer Reihe von Studien "sowie dem abschreckenden Beispiel
Frankreich", dass eine Arbeitszeitverkürzung kein wirksamer Beitrag
zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sei, sondern im Gegenteil Jobs
vernichte.
Rückfragehinweis:
IV-Newsroom
Tel.: +43 (1) 711 35-2306
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