- 12.04.2010, 16:06:11
- /
- OTS0208 OTW0208
"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Partei ergreifen"
Dass eine Regierungspartei empfiehlt, ungültig zu wählen, ist bedenklich.
Wien (OTS) - So etwas hat es in der Zweiten Republik noch nicht
gegeben. Politische Repräsentanten rufen dazu auf, ungültig zu
wählen. Mangels eines eigenen Kandidaten und dem Widerwillen, den aus
dem roten Lager kommenden Heinz Fischer zu unterstützen, hat die
ÖVP-Spitze diese Parole für die Hofburg-Wahl ausgegeben.
Eine demokratiepolitisch bedenkliche Aktion einer
Regierungspartei. Das Vertrauen in die staatlichen Institutionen ist
gering. Statt alles zu tun, um es zu erhöhen, wird mit der
Weißwählen-Empfehlung auch noch jenes in das Bundespräsidentenamt
untergraben.
Abgesehen davon signalisiert die ÖVP mit ihrem Rat, dass alle drei
Bewerber für die Präsidentschaft nicht taugen. Sie stellt den
Amtsinhaber auf eine Stufe mit der stramm rechten Rosenkranz und dem
selbst ernannten Oberchristen Gehring, der vor Chip-
Implantaten in den Köpfen der Bürger warnt.
War der Tadel führender Schwarzer für die Blaue wegen ihrer
Ansichten zum Verbotsgesetz und zu Gaskammern nur Pflichtübung? Das
ist ihnen nicht zu unterstellen. Umso mehr sollten sie auf
Parteitaktik verzichten - und Partei ergreifen. Es geht ja nicht um
den Vorsitz in einem Kleingartenverein, sondern um die höchste
politische Position im Land.
Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PKU






